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Hab ich Depressionen

Kategorie: Frauenheilkunde » Forum Wechseljahre

23.06.2020 | 11:03 Uhr

Moin ihr lieben, kenn jemand daß Gefühl von totaler Interessenlosigkeit? Ich war immer lebensfroh und hab Lust zu vielem gehabt. Unter anderem auch Sport. Seit ich in den Wechseljahren bin hat sich so viel in meiner Gefühlswelt verändert. Viele Dinge wie Sport oder in den Urlaub fliegen, lösen in mir komische as Gefühle aus. Eine Mischung aus Gleichgültigkeit und Angst. Kein wirklicher Antrieb ist das. Im Hinterkopf ist oft der Gedanke, wozu das alles? Was bringt das noch. Irgendwann ist eh alles zu Ende. Als wenn das Leben mit keine richtige Freude mehr bereitet. Ich muss dazu sagen, ich befinde mich in einer kranken unglücklichen Beziehung. Kann mich aber nicht wirklich lösen von diesem Mann. Das alles belastet mich. Mein Sohn ist in der Pupertät, ich komme täglich an meine Grenzen. Meine Mutter ist auch krank und hat ein Alkoholproblem. Was mich auch ziemlich beunruhigt. Alles in allem, egal in welche Richtung ich gucke haben alle Sorgen und Probleme. Auch im Bekanntenkreis haben viele mit Alkohol zu tun. Auch ich trinke gerne bis zu 3x die Woche mein Wein am Abend. Sind das Anzeichen von Depressionen? Kann ich die Lebensfreude wieder zurück gewinnen ohne oft den Gedanken zu haben das sowieso irgendwann alles vorbei ist. Das alles macht mir Angst. 

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23.06.2020, 11:49 Uhr
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Hallo Lililein,

Ich kann dich nur trösten und dir schreiben das ich auch seit März wieder in so eine Sackgasse geraden bin. Habe auch viel Freude an vielen verloren und spiele auch oft mit dem Gedanken das es nie wieder besser wird und der Zustand jetzt anhält ,habe auch Angst das ich eine fette Angststörung entwickelt habe. Ich leide zwar schon Jahre an Angst nur so schlimm wie in den WJ war es noch nie.

Es ist nicht gut was du im Moment da alles an der Backe hast und sowas fördert natürlich solche Zustände. Falls du wirklich mit deinem Partner nicht mehr zufrieden bist ,hilft vielleicht wirklich nur noch einen Schlußstrich zu ziehen sonst gehst du noch mehr kaputt daran. Muss dir aber auch sagen wenn man solche Zustände hat trifft man vielleicht Entscheidungen die einem hinterher leid tun könnten,man ist oft gereizt und streitlustig im Moment und sucht dann die Fehler beim Partner und stellt so seine Beziehung in Frage. Vielleicht ist dein Partner im Moment auch nur unzufrieden mit dir weil du eben zu nichts mehr richtig Lust hast,da hilft dann nur ein klärendes Gespräch,erzähle ihn von deinen Sorgen und wie du dich im Moment gerade fühlst,oft hilft das der Beziehung schon. Mein Mann muss auch viel mitmachen,aber er weiß warum das so ist und sagt oft du kannst doch da auch nichts dafür und dann kullern bei mir die Tränen,weil wir das ganze wirklich nicht wollen.

Auch was du mit deiner Mutter mitmachst kenne ich ,mein erster Mann war auch Alkoholiker. Und dein Kind in der Pubertät und du in den WJ das ist auch so ein gefährlicher Cocktail.

Das es eine Depression ist würde ich jetzt erstmal nicht sagen ,du bist eben auch sehr Dünnhäutig geworden wie wir alle hier. Darum musst du versuchen auch mal das zu tun was dir Spaß macht. Vielleicht hast du eine Freundin mit der du mal was unternehmen kannst. Ich weiß ist alles so leicht gesagt ,im Moment kann ich mich oft auch nur schwer Ablenken. Hatte aber jetzt ein interessantes Buch gelesen ,wo ich wirklich mal abtauchen konnte.

Versuche es doch erstmal mit pflanzlichen Sachen die die Stimmung aufhellen können. Ich bin auch so ein Kandidat dafür ehe ich zur chemischen Keule greife. Lasse dich in der Apotheke beraten.

Liebe Lillilein wünsche dir alles erdenklich gute und viel Kraft. Und irgendwie schaffen wir das alle hier zusammen.

LG Biene

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23.06.2020, 13:32 Uhr
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Hallo Lillilein, 

ich war gestern erst bei einer Psychologin/Therapeutin um genau das ab zu klären... war eine ganz tolle Frau, die sich lange Zeit genommen hat. Vllt hilft dir ja ein bisschen weiter, was sie gesagt hat (ich will damit allerdings keine "Ferndiagnose" stellen, also bitte nicht missverstehen ; )) 

Sie meinte, diese ganzen körperlichen und psychischen Beschwerden durch die WJ zehren unglaublich und dadurch hat man viel weniger "Energie", mit Dingen um zu gehen, die einen im "Normalzustand" bei weitem nicht so sehr belasten würden wie jetzt bzw man deutlich besser damit umgehen kann/könnte. Eine Depression konnte sie nicht ausmachen, meinte aber, man solle durchaus aufpassen, dass man nicht schleichend in eine rutscht. 

Hast Du denn eine Therapeutin (ich finde da persönlich Frauen besser, wenn es um WJ etc geht...) oder jemanden, mit dem Du Dich zu den Themen austauschen kannst? Das ist immens wichtig!!! 

Mir geht es öfters z. Z auch so wie Dir, dabei lebe ich in zweiter Ehe in einer echt glücklichen Beziehung... Also ich glaube schon, dass die Hormone da ein recht teuflische Spiel mit uns treiben.... Aber ich will hier nicht über deine Beziehung urteilen, das kannst du nur selbst. Letztlich sind unglückliche Beziehungen nat alles andere als Lebensfreude geben, das ist schon auch klar. Ich hab lange gebraucht, mich aus einer solchen zu lösen... rückblickend bereue ich allerdings, es nicht schon früher getan zu haben... Nach dem ersten "Jammertal" war es nämlich eine echte Befreiung. 

Und mit dem Alkohol, pass bitte auf. Wenn es einem gut geht, ok... Aber in Situationen, wo das nicht der Fall ist, kann das gefährlich sein, weil trügerisch ; ) 

Alles Gute und LG

Uschi

 

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23.06.2020, 14:11 Uhr
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Hallo Lililein

Ob du eine Depression hast, kann ich dir nicht sagen. Meine Schwester nimmt sicher seit 25 Jahren ein AD. Ohne war/ist sie zu absolut nichts fähig. Zu den schlimmsten Zeiten ist sie nur zu Hause auf dem Boden gesessen. Da nützte auch nichts "Reiss dich mal zusammen"

Ich glaube das kann man sich als Nichtbetroffener gar nicht vorstellen.

Ich habe das nicht und auch nicht solche Gemüts-Verfassungen, die hier zum Teil beschrieben werden. Deshalb will ich mich von den Ärzten auch nicht auf die Psychoschiene schieben lassen. Ich will aber auch nicht ausschliessen, dass einem diese ständigen körperlichen Beschwerden in eine Depression bringen.

Schönen Nachmittag

Irene

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23.06.2020, 20:27 Uhr
Antwort

Hallo Lililein,

erstmals fühle Dich ganz toll gedrückt von mir. Die Zeilen könnten fast von mir sein, bis auf das, dass ich leider keine Kinder habe.

Ich habe einen Super Hausarzt (endlich mal gefunden) der mir erklärt hat, dass dies in den WJ normal sei, dieses Hinterfragen und dieses "mangelnde Interesse" am Leben.

Auch ich habe seit Jahren immer wieder Angststörungen, aber durch die WJ haben die sich eindeutig verschlimmert.

Meine Ehe ist schon lange sehr schlecht, hat mich aber nie so wirklich gestört, habe ganz gut damit leben können und mein Leben trotzdem genossen. Seit den WJ kann ich diese kaputte Partnerschaft kaum mehr ertragen. Es nervt bloß noch.

Wichtig ist, dass wir uns in solchen Phasen mit Menschen umgeben, die uns wirklich gut tun und nicht noch weiter runterziehen.

Alles Liebe

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