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Ausschabung oder Abwarten?

Kategorie: Frauenheilkunde » Forum Wechseljahre

21.05.2020 | 17:02 Uhr

Hallo! 

Ich stehe vor einer wichtigen Entscheidung und brauche mal bitte euren Rat. Meine Blutungen schwanken seit zwei Jahren sehr, von Monatelang gar nichts bis hin zu richtig heftig mit Blutgerinnseln und solchem Schwall, dass nur noch Einlagen für Wöchnerinnen eine Klamotten Katastrophe verhindern.

Meine Frauenärztin will mich zur Ausschabung schicken. Da ich nach der einzigen Vollnarkose in meinem Leben gedacht habe, ich möchte sterben, so schlecht war mir und solche Schmerzen hatte ich, möchte ich das eigentlich nie wieder erleben.

Außerdem traue ich irgendwie den Ärzten nicht und habe Angst, dass man mir unter Vollnarkose gleich die ganze Gebärmutter rausnimmt. Ich hab auch eine Angststörung und Panikattacken und diese Masken mache mich fertig im Moment. Das ist für mich alles nicht auszuhalten.

Jetzt möchte ich eigentlich weniger von euch hören, dass das alles kein Problem ist und ihr das alles ganz locker weggesteckt habt. Ich weiß, dass es vielen so geht.

Was ich möchte ist, wissen, ob es hier jemanden gibt, der auch gesagt hat, er wartet einfach nur ab.

Ich denke mal, verbluten werde ich nicht. Mein Körper macht zwischendurch immer wieder 2-3 Tage weniger. Meinen Hämoglobinwert lasse ich gerade prüfen. Im moment sind es mehr Blutungen seit knapp 5 Wochen. Und wie gesagt, mit den Einlagen habe ich mich irgendwie arrangiert.

Ich würde gerne meinem Körper die Zeit lassen, das vielleicht alleine zu regeln. Die Schleimhaut soll jetzt ungefähr 1,5 cm dick sein. Gibt es irgend jemanden, wo der Körper das alleine geschafft hat, das wieder abzubauen?

Es sind bei mir keinerlei andere Sachen gefunden worden, keine Myome, keine Polypen, nichts, was jetzt unbedingt einen Verdacht auf irgendwas bösartiges hegt.

Gibt es unter euch irgendeine Frau, die auch abgewartet hat und keine Ausschabung hat machen lassen trotz heftiger Blutungen? Ich befinde mich ja noch in den Wechseljahren, es gab noch kein Jahr Pause. Ich bin im November 50 geworden. Das längste bisher war von August bis Februar, dass nichts war.

Und noch eine Frage:

Eine Nachbarin von mir sagt, sie hatte früher Ausschabungen ohne Vollnarkose. Ich finde auch im Internet den Hinweis, dass es mit oder ohne gehen würde. Ich finde aber real niemanden, der das ohne Vollnarkose macht. Kennt ihr irgendwo jemanden, der das nur mit einer Vereisung und örtlichen Betäubung gemacht? Auch für diese Tipps wäre ich dankbar.

Vielen Dank euch allen!

Melodii 

 

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21.05.2020, 18:42 Uhr
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Hallo Melodil,

Solche Blutungsunregelmässigkeiten in den WJ sind nicht ungewöhnlich. Wichtig ist deinen Eisenwert zu prüfen und aufzufüllen. Viele Ärzte wollen sicherheitshalber ausschaben, um nix bösartiges zu übersehen. Also eigentlich auch um sich abzusichern. Ich wurde ausgeschabt, als ich eine sehr starke Blutung hatte, da hat ein Tampon/Binde keine fünf Minuten gehalten. Da wäre ich sonst wirklich verblutet. War auch eine Vollnarkose. Danach ging bei mir der Zirkus weiter, hatte also keinen therapeutischen Effekt. 
Also musst du Eisenwert und Blutungsstärke im Auge behalten und wenn das für dich tragbar ist, und du nicht zur Beruhigung ausschaben lassen möchtest ( wegen Krebsausschluss) kannst du meiner Meinung nach abwarten. 
Könntest du Hormone nehmen? Auch damit kannst du die starken Blutungen event in den Griff bekommen. Da gibt es verschiedene Optionen. Lass dich da mal beraten. 
LG Midi 

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21.05.2020, 18:57 Uhr
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Hallo und ganz lieben Dank für deine Antwort!

Das klingt ja echt heftig, was du hattest. Ich hatte auch mal so eine halbe Stunde in der Arbeit, wo ich dachte, das hört gar nicht wieder auf. Aber ich hab gelesen, man würde nicht verbluten von der Regel. Bei mir ist es immer irgendwann wieder weniger geworden. Der Arzt im Krankenhaus bei der vor Untersuchung hat auch gesagt, mit den rosigen Wangen sehe ich nicht nach Anämie aus. Und deswegen habe ich jetzt auf eigene Faust beim Hausarzt Blut abnehmen lassen, um eben Hämoglobin und Eisen zu testen. Ich fühle mich auch normal, mir ist nicht schwindlig, jedenfalls nicht mehr als normal mit den Wechseljahren.

Natürlich kann man immer auch auf Krebs untersuchen. Aber bei mir wird ja auch regelmäßig so ein Abstrich gemacht und da ist nichts.

Ich denke mir ja auch, die Ärzte sind immer so schnell dabei mit operieren und Vollnarkose und sowas. Die verdienen ja auch schön Geld an einem. Ich hab bei meinem Rücken damals auch nichts machen lassen und habe es nicht bereut und das war gut so. Ich möchte halt einfach noch eine Weile abwarten, vielleicht ein bis zwei Monate und schauen, wie es dann ist. Die Gynäkologin hat das gleich so dramatisch gemacht und mir Sprüche an den Kopf geworfen, wenn ich nichts machen lasse, stehe ich irgendwann nicht mehr auf und man kann ja auch warten, bis mein Hämoglobin bei vier ist. Wie man jemandem mit einer Angststörung sowas an den Kopf werfen kann, ohne ihn überhaupt näher aufzuklären, begreife ich nicht. Ich werde wahrscheinlich auch die Ärztin wechseln.

Der Arzt im Krankenhaus hat es dann von der Zeit her wieder etwas relativiert. Und mir etwas die Angst genommen. Und wenn jetzt meine Blutwerte auch nicht dramatisch sind, dann denke ich schon, dass ich die geplante OP am 5. Juni erst mal verschieben werde. Vielleicht hört dann ja auch dieser Scheiß mit den Masken irgendwann auf und man kann sich wieder etwas freier bewegen im Krankenhaus.

Danke! LG

 

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21.05.2020, 18:59 Uhr
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Ach so, Hormone ist so eine Sache. Meine Ärztin hat sofort gesagt, da gibt es keine Alternativen, Hormone kommen bei mir nicht infrage. Ich weiß nicht, warum. Ich sollte die Pille auch nicht mehr nehmen, weil ich mit Übergewicht und über 40 schon Risiko Patientin war. Vielleicht deswegen. Außerdem habe ich Hashimoto, d.h., meine Schilddrüse produziert auch noch mal irgendwie merkwürdige Hormone. Der Arzt im Krankenhaus meinte, das wäre schon eine Möglichkeit, aber da kann man dann halt keine Spiegelung machen. Ehrlich gesagt möchte ich nicht unbedingt zusätzlich Hormone nehmen, weil mir das auch Angst macht mit den Nebenwirkungen.

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21.05.2020, 19:06 Uhr
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Liebe Melodil

Ich habe auch immer sehr starke Blutungen. So wie Du muss ich auch immer die dicken Binden nehmen. Bei mir hängen mir die Blutungen mit Adenomyose zusammen. Ich habe mir jetzt einen Termin geben lassen in einem Endometriosezentrum. Meine Gyn hat letztes mal auch von Ausschabung geredet. Kommt aber für mich nicht in Frage, weil ivh einige Frauen jenne, wo das far nichts gebracht hat. Ich lasse mich jetzt beraten wie es mit einer Verödung aussieht. Vielleicht wäre das ja auch eine Option für dich. Ich nehme weoterhin Eisentabletten, damit der Wert nicht zu sehr in den Keller rutscht. Meine Freundin hatte auch oft eine Stark aufgebaute schleimhaut. Eine Ausschabung hat sie auch nie machen lassen. Sie hat das mit Medikamenten/Hormonen geregelt bekommen. DuIDu kannst ja mal meine Gyn. Fragen.ichdenke, das du schon auf der Zielgeraden bist, wenn Du schon längere Auszeiten hattest.

Lg Summer 52

 

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21.05.2020, 19:25 Uhr
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Ja, das hoffe ich auch, dass das jetzt langsam mal die Zielgerade ist. Also mit der Ärztin kann ich nicht über Hormone reden, die hat sofort abgeblockt. Selbst als ich ihr erklären wollte, dass ja die ganzen vier Wochen nicht durchgehend so heftige Blutungen wareh und zwischendurch auch mal weniger, hat sie mir doch echt gesagt, sie reden sich das jetzt alles nur schön. Die hat mich kaum noch zu Wort kommen lassen um mich dann quasi als letzte Patientin aus der Praxis geschoben, ich hab echt so die Nase voll von der Frau. Ich hab im Juni noch einen Termin bei ihr zum nachschauen. Habe aber auch schon mit einer anderen Praxis Kontakt aufgenommen, von meiner Freundin die Frauenärztin, wohin ich vielleicht wechseln werde. Vielleicht lässt die wegen Hormonen wenigstens mal mit sich reden, dass man mal was über Nebenwirkungen und ob überhaupt machbar erfährt. Der Arzt im Krankenhaus hat eben auch gesagt, Hormone wären vielleicht möglich, aber dann fällt eben die Spiegelung weg. Die reden alle von Blutungsstörungen, aber ich weiß eben nicht, ob das nicht einfach normal sein kann in den Wechseljahren. Klar wollen die sich absichern, dass nichts dahinter steckt, aber letztendlich ist das ja meine Entscheidung denke ich.

Aber das war eben auch nur ein Assistenzarzt im Krankenhaus.

Ich glaube, ich werde jetzt dann doch mit der anderen Ärztin mal einen Termin ausmachen, der ist allerdings erst in vier Wochen. Vielleicht gehe ich zu meiner noch hin zu der Untersuchung, das ist am 22. Juni, die wird dann wahrscheinlich meckern, dass ich die OP abgesagt habe, aber die soll mir halt sagen, ob die Schleimhaut immer noch so dick ist. Das wird sie ja wohl hinkriegen. Und ich brauche ihr ja auch nicht zu erzählen, dass ich den Arzt wechseln werde.

Aber solange es so ist, wie jetzt, dass alle drei Tage mal ein Riesenschwall raus kommt mit einem sehr großen Koagel und dazwischen 2-3 Tage Ruhe und wenn meine Eisen und Hämoglobinwerte in Ordnung sind, dann werde ich das glaube ich noch etwas ertragen.

Also bei mir sind es mittlerweile diese riesigen Vlieswindeln, 11 cm breit, 35 cm lang. Nun muss man aber auch dazu sagen, ich bin eben stark übergewichtig und mein Hintern ist ja auch etwas größer. :-)

Aber die fangen das wenigstens auf, weil man ja immer völlig davon überrascht wird.

LG

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22.05.2020, 00:10 Uhr
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Ihr Lieben, ich hatte vor Jahren wegen sehr heftigen Blutungen auch eine Ausschabung unter Vollnakose. Da ich vorher schlechte Erfahrungen mit Narkose gemacht habe, war ich angstvoll. Nach dem Gespräch mit den Anästhesist aber etwas  ruhiger. Es gibt verschiedene Arten von Narkose. Und diese war wirklich ok. Und es ging mir hinter her gut. Allerdings brachte die Ausschabung nicht viel. Hatte nach relativ kurzer Zeit wieder starke Blutungen. Danach eine Verödung unter Vollnakose. Diese hatte ich ebenfalls gut überstanden und die Verödung war erfolgreich... Danach nur schwache bis mäßige Blutung. Auch ich bin jahrelang Angstpatientin. Also kann ich die Ängste gut verstehen... Aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man mit den Anästhesisten vorher bespricht, was einen beunruhigt, dann können sie darauf eingehen... Liebe Grüße. Suza 

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22.05.2020, 05:59 Uhr
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Ich danke dir Suza. 
ich hab auch schon mit einer Anästhesistin in dem Krankenhaus telefoniert, die mir diese verschiedenen Narkosemethoden erklärt hat. Allerdings hatte ich damals eben eine stärkere, man wusste ja nicht, dass mir so schlecht wird. Jetzt würde die wohl leichter werden, allerdings hat man auch gesagt, man würde mir dann irgendwelche Mittel dazu geben, die Übelkeit verhindern. Jetzt ist es so, dass ich das eine von den Mitteln schon nicht nehmen kann, weil da Cortison drin ist und ich darauf allergisch reagiere. Und bei dem zweiten weiß ich es halt nicht. Ich hab eben furchtbare Angst, dass ich dann auf dieses Mittel irgendwie reagiere. Und vor allem habe ich gestern auch irgendwo gelesen, wenn man Probleme mit einer Narkose hatte, muss man sich drauf einstellen, dass es nächstes Mal wieder so ist.

Ich frage mich halt vor allem, ob das wirklich immer gleich Blutungsstörungen sind, wenn man so wie ich zwei Tage wenig hat und am dritten Tag einmal eine Menge rauskommt oder ob das nicht bei vielen Frauen so ist und vielleicht auch einfach normal in den Wechseljahren sein kann. Muss man immer alles gleich als krankhaft ansehen? Die Ärzte sind so schnell dabei mit Eingriffen. 
Ich denke einfach, es könnte doch sein, dass das zweite Hormon auch nachlässt und sich das Ganze wieder einpendelt.

Und die Frage ist eben auch einfach, schafft es der Körper, so eine 1,5 cm dicke Schleimhaut von alleine irgendwann abzubauen?

LG

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22.05.2020, 06:01 Uhr
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Ganz schlimm ist ja auch die Angst, dass die dann irgendwie was entdecken und meinen, sie müssen die Gebärmutter gleich entfernen, ohne mich zu fragen. Hat das schon mal jemand erlebt? Ich hab da wirklich null Vertrauen in die Ärzte.

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22.05.2020, 10:09 Uhr
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Liebe Melodii, 

Ich bin selbst aus den medizinischen Bereich und habe lange im Klinikbereich gearbeitet. Die müssen dich aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, daß im Notfall. Z. B bei Komplikationen während des Eingriffs, es zu einer komplett bzw. Teilweisen Entfernung der Gebärmutter kommen könnte. Allerdings würde dieses nur im äußersten Notfall, bei Lebensgefahr u. Ähnliches passieren. Ein zytologischer Befund kommt sowieso erst ein paar Wochen später...

Allerdings, wenn du dich so unwohl damit fühlst, dann lass es erstmal. Hb und Eisen im Blut Kontrolle in der Zwischenzeit... 

Übrigens meine Schleimhaut war auch oft bis zu 1,5 teilweise 1,6 cm dick...  Das ist bei manchen so... 

Liebe Grüße. Suza 

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22.05.2020, 11:08 Uhr
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Puh, das beruhigt mich jetzt bissl. Ja man weiß halt nicht, mit welcher Rechtfertigung die was machen und ich hab es dann ja nich unterschrieben. :-(

Und du sagst, deine Schleimhaut "war" oft so dick. Ist die dann auch mal von allein wieder weniger geworden?

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23.05.2020, 20:23 Uhr
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Ja, im Laufe der Wechseljahre... Jetzt ist sie nur wenige Millimeter dick... 

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23.05.2020, 21:55 Uhr
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Danke nochmal! Jetzt hattest du aber allerdings eine Ausschabung und Verödung. Die Frage ist natürlich, ob ohne all dass der Körper das auch alleine schafft.

Aber nachdem ich jetzt schon wieder seit zwei Tagen ganz wenig hab, also wirklich nur alle drei Tage einen Schwung, werde ich abwarten.

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