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Angespannt und Angst

Kategorie: Frauenheilkunde » Forum Wechseljahre

04.07.2020 | 11:01 Uhr

Ein herzliches Hallo in die Runde.

Mein Name ist Sandra und werde diesen Monst 51 Jahre alt. Ich habe bereits seit 16 Jahren Depressionen und nehme seitdem auch Antidepressiva ein. Im Juni 2018 ging es los mit Panikattacken, Hitzewallungen. Mein Arzt meinte es wäre an der Zeit, mich auf ein neues Antidepressiva einzustellen. Das fand dann stationär statt. Mädels, ich war insgesamt knapp 8 Monate in zwei verschiedenen Kliniken! Ich bin auf dem Highway to hell gewesen und es wurde einfach nicht besser. Ich glaube dass ich mich dort noch mehr kirre gemacht habe. Nun bin ich seit November 2019 wieder zuhause und befinde mich in einem ständigen Wechsel der Zustände. Meine neue Psychiaterin kam dann auch auf den Gedanken, dass es die Hormone sein könnten. Dazu muss ich sagen, dass ich in den Kliniken immer darauf hingewiesen habe, dass meine Zustände immer in Verbindung mit meiner Periode zu tun haben, doch das wurde jedes mal abgeschmettert. Sowas ist rein psychisch und kann nicht davon kommen, war die Antwort.  Ok, ich war dann bei einer Frauenärztin und bat um einen Hormonspiegel. Sie meinte das wäre nicht nötig, da ich bereits alt genug für die Wechseljahre bin. Außerdem wäre dies nur eine Momentaufnahme. Sie bot mir an, es mit einem Hormonpflaster auszuprobieren. Dieses nutze ich nun knapp 3 Monate und ich glaube es wirkt auch etwas. Seit ich es benutze bekomme ich meine Tage nicht mehr, aber die Zustände wie Hitzewallungen, Schwindel, Angst und Anspannung sind nach wie vor da. Ich spüre meine Anspannung im ganzen Körper und kann einfach keine Entspannung der Muskulatur zulassen. Ich habe auch ständig die Angst im Nacken, dass dies nie mehr aufhört, oder die Zustände wieder schlimmer werden. Mir ist ständig schwindelig, schwitze sehr übel riechend und bin nur schlapp und quäle mich durch den Tag so gut es eben geht. Ständig mit der Angst dass es nicht mehr besser wird. Natürlich weiß ich dass es wieder besser wird, aber momentan bin ich unten und verzweifelt. Ich möchte einfach mein Leben wieder zurück und wieder Freude fühlen dürfen.Ich habe auch oft das Gefühl, nicht richtig anwesend zu sein, es ist schwer zu erklären, aber ich fühle mich dann nicht richtig geerdet. Ich bin so froh, diese Seite gefunden zu haben, ich lese ja seit längerem immer wieder rauf und runter mit. Und ja, ich fühle mich mit euch verbunden. 

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04.07.2020, 12:08 Uhr
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Hallo und herzlich willkommen liebe Sandra,

Mensch dich hat es ja übel erwischt. Die Wechseljahre haben so viele "Nebenwirkungen" und keiner kann einem genau sagen was damit ist. Die fehlenden Hormone haben sehr wohl Auswirkungen auf die Psyche, nur kaum ein Arzt geht darauf ein. Jedesmal muss man nachhaken, ob es nicht an den WJ liegen kann. Unter deinen Symptomen leiden viele von uns. Mir ist zurzeit mal wieder düselig im Kopf und mir tut das Genick und die Schultern weh. Auch bin ich seit den WJ wetterfühlig. Zum Glück habe ich den Eindruck, dass es gaaaaaannnnzzzzz langsam etwas besser wird. Ja, man hat nur einen Wunsch, dass der ganze Mist vorbei ist und man wieder das Leben genießen kann. 

Sei gewiss, dass du nicht alleine bist und viele mit ähnlichen Problemen kämpfen.

Ich sende dir ganz liebe Grüße und drück dich fest 

:-)

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04.07.2020, 13:55 Uhr
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Liebes Gumpelchen, vielen Dank für deine Anteilnahme, das tut gut. Auch ich drücke dich ganz lieb zurück. Ja, es ist wirklich schlimm und niemand von den Ärzten hat das Interesse, der "Sache" wirklich auf den Grund zu gehen, vor allem wenn dies nicht seinem Fachgebiet entspricht. Ich möchte nicht wissen, wie hoch die Ziffer der Frauen liegt, welche sich mit Wechseljahrsbeschwerden in der Psychiatrie befinden. Unwissend natürlich. Vor allem bekommt man dort Fälle mit, die dich extrem belasten und wie mich in meinem Fall , Nachts auch gar nicht mehr loslassen. Aber ich möchte jetzt auch gar nicht darüber schreiben, immerhin haben wir mit den Wechseljahren eh schon genug Sorgen. Ich wünsche ein schönes Wochenende und Danke fürs Zuhören-Lese.

Gumpelchen, Sandra ist ok, so heiße ich ja auch. Fest zurüdrücke.:-)

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04.07.2020, 12:09 Uhr
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Entschuldige, mein Mobile hat aus Sansan, Sandra gemacht. Habe ich zu spät gesehen

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04.07.2020, 13:45 Uhr
Antwort

Hallo Sansan,

Erstmal ein herzliches Willkommen von mir hier bei uns im Forum.

Und dann kann ich mich im Moment genau in deine Lage reinversetzen,weil es mir seit ein paar Monaten nun schon genau so geht wie dir. Depressionen,Angst und Panikattacken mitunter. Es ist genau so wie bei dir oft schwindelig und auch das Gefühl als ob es vom Nacken kommt. 

Ich leide aber schon seit meiner Kindheit und Jugend hin und wieder an solchen Zuständen. Aber so schlimm wie in den WJ war es noch nie. Auch ist es bei mir mit einem Auf und Ab verbunden,oft habe ich es Wochenlang nicht und dann schlägt es mit voller Wucht wieder zu. Zu Beginn meiner WJ war es auch besonders schlimm und das ganze auch von jetzt auf gleich,damals war ich in dem selben Alter wie du auch 51, jetzt bin ich 57 und immer noch kein Ende in Sicht.

Früher habe ich auch ein AD genommen was mir auch immer sehr gut geholfen hatte ,nur in den WJ zeigt es leider null Wirkung.  Und höre mir bloß mit den Ärzten auf ,ich war diese Woche auch erst wieder bei meiner Psychologin und was soll ich dir sagen prompt wieder die gleichen Tabletten bekommen wie eh und je,sie will es mir auch nicht glauben daß sie nicht mehr wirken. Immer mit der Rede die haben ihnen damals geholfen und das muss es jetzt auch so sein.

Meine Frauenärztin ist zwar so ganz nett ,aber ich denke sie versteht eher was vom Kinder bekommen. Sie will mir auch nur Hormone verschreiben,aber auch da habe ich meine bedenken weil ich die Pille schon nie vertragen habe. Entweder Kopfschmerzen oder auch solche psychischen Zustände gehabt,Pille abgesetzt und alles war wieder OK.

Diese Zustände die du auch noch beschreibst habe ich im Moment auch wieder ganz toll ,als wäre alles wie fremd solche Unwirklichkeitsgefühle und das besonders im Freien oder in einer anderen Umgebung bin ich wieder zu Hause lässt es oft wieder nach. Das gehört aber alles zu dieser Erkrankung mit dazu.

So nun habe ich dich aber Zugetextet aber ich hoffe das ich dich auch ein wenig beruhigen konnte ,das daß alles zu den WJ gehören kann und mitunter noch viel, viel mehr. 

Alles Gute für dich und LG Biene

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04.07.2020, 14:07 Uhr
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Ja liebe Biene, ich finde mich auch in deiner Beschreibung wieder. Es ist unglaublich was man alles erlebt oder mitmachen muss. Vor allem das Gefühl, nicht direkt anwesend zu sein. Das ist für Menschen, die "gesund" sind nicht nachzuvollziehen. Das was ich mir immer wieder sage, um mich selber zu beruhigen ist, das ist nur ein Gefühl und sonst nichts! Das hilft mir ein wenig. Ich bin so froh, endlich dort angekommen zu sein, wo man auch mich versteht. Danke dafür und liebe Grüße. 

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04.07.2020, 17:25 Uhr
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Hallo liebe Sandra,

ich  kann deine Beschwerden sehr gut verstehen, auch ich habe Probleme mit der Psyche die sich in den Wechseljahren massiv verschlechtert haben. Früher hatte ich viel mit PMS zu tun, die Probleme haben sich aber immer wieder gegeben. Seit den Wechseljahren wurde es massiv schlimmer, Depressionen , Angst - und Panikattacken ohne Ende. Jetzt seit mehr als drei Jahren wird es zunehmend besser. Ich nehme bioidentische Hormone als Creme und Famenita, 5 htp und Tryptophan für die Psyche und Magnesium und Vitamine. Die Hormone helfen, aber es dauert seine Zeit, je schlechter es einem geht umso länger dauert es. Ich schaue auch sehr mit Ernährung, wenig Süßes, viel frische Sachen, Abends nicht zu spät essen, belastet die Leber, viel hochwertige Fette. Sehr gut ist auch Sauna, mach ich im Winter regelmäßig. 

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04.07.2020, 18:17 Uhr
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Mit PMS hatte ich auch schon immer Probleme, jetzt im Wechsel wohl noch heftiger. Ja, ich muss dem Hormonpflaster noch Zeit gegeben, man klammert sich ja an jeden Strohhalm. Schön für dich, dass du wohl das Richtige für dich gefunden hast. Mein Pflaster heißt Estramon Conti, vielleicht kennst du das ja auch. Und meine Ernährung ist im Moment wohl nicht die gesündeste, aber ich brauch das vielleicht grade so. 

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04.07.2020, 23:02 Uhr
Antwort

Liebe Sandra, 

Willkommen auch von mir hier im forum. 

Es sind einige hier, die AD einnehmen auch schon viele Jahre. Ich auch. Aber mit dem Wechseljahren würden wieder die Panikattacken und Unruhe stärker... Ich hatte leider die Hormone nicht vertragen, da wurden die Symptome schlechter. Welches AD nimmst du? Ich habe mir auf eigene Kosten einen Hormon Status abnehmen lassen. Er ist zwar nur eine Momentaufnahme. Aber mich hatte es beruhigt, da dieser mir zeigte, es sind die Wechseljahre. Wurde bei dir mal die Schilddrüse untersucht? Auch diese kann die Beschwerden verstärken...

Liebe Grüße. Suza 

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05.07.2020, 20:20 Uhr
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Hallo liebe Suza,

Ich nehme im Moment 150mg Anafranil und 300mg Quetiapin ein. Davor war ich bei 40mg Paroxetin. Meine Schilddrüse ist vollkommen in Ordnung. Zum Glück habe ich einen sehr guten Hausarzt, er macht mir die Hormonwerte. Meine Frauenärztin findet dies ja nicht wichtig.

Liebe Grüße, Sandra 

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