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PSA Wert von über 200

Kategorie: Männermedizin » Forum Prostatakrebs

10.10.2005 | 05:27 Uhr

Guten Tag, mein Vater (63 Jahre) hat einen PSA-Wert von über 200. Daraufhin wurde leider auch per Biopsie Krebs diagnostiziert. Was bedeutet denn nun dieser offensichtlich exorbitant hohe Wert? Jetzt lese ich, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schnell wachsender agressiver Krebs vorliegt, da ja schon PSA-Wert Steigerungen von mehr als 3 pro Jahr als hoch angesehen werden. Wenn ich mal davon ausgehe, daß er vieleicht nun schon seit 20 Jahren den Krebs in sich hat, wäre daß ja immer noch eine sehr hohe Steigerung pro Jahr.

Was bedeutet das aber nun für die Therapie. Kommt nur noch die Hormontherapie in Frage? Sagt auch bei diagnostiziertem PCA der absolute Wert von 200 nicht viel aus, oder was muß ich daraus ableiten? Eigentlich ist er ja ansonsten fit. Er war glaube ich noch nie in seinem Leben krankgeschrieben, jetzt das erstemal. Er sagt nun, daß er in der letzten Zeit auch ein wenig Rückenprobleme hatte.

Wer kann Licht ins Dunkle bringen über die Aussage des PSA-Wertes bei soeben diagnostiziertem Karzinom?

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14.10.2005, 06:52 Uhr
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Hallo schlappmaul. Dein Vater hat einen bereits fortgeschrittenen Krebs (mit Metastasen), der mit lokalen Massnahmen nicht zu heilen ist:Es kommt nur eine Hormontherapie in Frage.
Aber habt Ihr Euch beim Urologen noch nicht informiert? Es gibt auch gute Ratgeber im Buchhandel. Soeben wird im Forum der Selbsthilfegruppen ein neu herausgegebenes Buch vom amerikanischen Onkologen Dr.Strum diskutiert, was das beste ist, was es z.Zt. gibt.
www.prostatakrebs-bps.de
Alles Gute, Reinardo

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17.10.2005, 10:11 Uhr
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Danke für die Tips, Gott sei Dank gibt es diese Internetforen und auch hilfsbereite Patienten mit vielen (auch negativen) Erfahrungen. Das Bild komplettiert sich langsam. Auch das Buch von Dr. Strum habe ich inzwischen besorgt. Die Beratung des niedergelassenen Urologen beschränkt sich auf das Allernötigste, wenn man die Abrechnungsmöglichkeiten einer eigentlich erforderlichen mehrstündigen Beratung kennt, weiß man, daß diesbezüglich das Gesundheitswesen fehlgesteuert ist. Wenn Du Dich nicht selbst schlau machst, verläßt Du Dich auf den behandelnden Arzt, bzw. die weiterbehandelnden Ärzte zu denen dieser Dich dann schickt. Insgesamt scheint mir auch bei den Ärzten das Thema Fort- und Weiterbildung und der Blick über die Landesgrenze hinaus (vorsichtig formuliert) ausbaufähig zu sein.
Danke vielmals
schlappmaul

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24.10.2005, 11:44 Uhr
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Hallo, Ich, 63, gebe hier keine Ratschläge, gebe nur mein Krankheitsbild und die gehabten Therapien wieder. Nachdem nach Paralyse des Unterkörpers und mehreren Fehldiagnosen in einem fernen Land hier ein PSA Wert von 900 (ja, richtig gelesen!) festegestellt wurde, ergab die Biopsie Prostata Karzinom. Rückenwirbel Operation, um den Tumor zu entfernen. Ein Skelettcheck zeigte Ableger entlang der Wirbelsäule und am Brustkorb. Der Urologe leitete Hormontherapie ein, dh die 3 Monatsspritze, und monatliche infusion gegen Knochenabbau. Oxycontin 2o mg alle 12 h, ein Narkotikum, als Basis- Schmerzmittel. Nach 6 Wochen PSA Wert 9. Dann Bestrahlung 10x die Minimaldosis des vorher operierten Tumors an der Wirbelsäule. PSA Wert 6 Wochen später 0.3, also wie ein kerngesunder Jüngling. Die Medikation wird beibehalten, PSA Checks alle 3 Monate. Sollte die Hormontherapie ihre Wirkung verlieren, dh PSA wieder dramatisch ansteigen, empfiehlt der Urologe Ausschälung der Hoden. Mein Befinden ist ziemlich stabil.

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31.10.2005, 10:52 Uhr
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Hallo Jack. Das freut mich, dass Deine Krankheit erfolgreich bekämpft werden konnte. Irgendwann (manchmal erst nach 10 Jahren lt. meinem Urologen) wird die Hormontherapie nicht mehr wirken. Dann gibt es noch Möglichkeiten der Chemotherapie.
Die Idee mit der Ausschälung der Hoden halte ich für einen Halloween-Scherz. Da solltet Ihr Euch, wenn es soweit ist, erst noch kundig machen. Das im Eigenverlag des BPS erschienene und von mir oben im Threat erwaehnte Buch ist das beste was es z.Zt. gibt. Das kann ich Euch empfehlen.
Gruss, Reinardo

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