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Hilfe: Vater terrorisiert die Familie

Kategorie: Neurologie » Forum Nerven & Psyche & Neurologie

17.07.2000 | 04:07 Uhr

Mein Vater ist ein armer Kerl: Er hat nie gelernt, seine Gefühle auszudrücken, war seit dem 40. Lebensjahr arbeitslos, wir hatten eine luxusfreie Kindheit. Meine Mutter hat dafür alles mit ihrer Zuwendnung und ihrer Kreativität ausgeglichen.
Mein Vater ist inzwischen 67 Jahre, seit 5 Jahren Medikamentenabhängiger (bis zu 8 Schlaftabletten täglich), hat überall Schmerzen, jammert nur noch herum,
missgönnt uns unsere Lebensfreude und unser Glück. Er hat 3mal eine Kur abgebrochen, Therapien ebenfalls (Psychologen spinnen alle), will sich gar nicht helfen lassen. Zuhause leben noch meine Mutter (ist 63 Jahre, flüchtet sich in Arbeit, um nicht zuhause sein zu müssen) und mein Bruder (34 Jahre, lebt noch immer zuhause
bzw. ist seit 2 Jahren immer wieder wegen suizidalen Psychosen in der geschlossenen Psychiatrie). Ich bin schon vor vielen Jahren ausgezogen, habe mich der heilen Familie entzogen (gab es nie, und pardon, ich bin inzwischen 30 Jahre alt und will mein eigenens Leben leben).
Ich habe einen anstrengenden Job und diese ganzen Krankheiten, Psychiatriegeschichten und emotionalen Erpressungsversuche (undankbares Geschöpf! Wir haben dich großgezogen, Wenn du nicht regelmäßig nachhause kommst, müssen wir das Elternhaus verkaufen, Warte ab, wenn du alt bist, wirst du auch krank und depressiv) kann ich nicht ertragen, zumal sie destruktiv und erniedrigend sind.
Ist es egoistisch, wenn ich mich von meinem Vater nicht mit ins Elend reissen lasse, sondern ihm aus dem Weg gehe? Selbst wenn ich da bin, läuft er Amok (mit dem Küchenmesser durchs Zimmer zur Einschüchterung), ansonsten glotzt er TV von morgens bis abends, hat sich nie für mich und mein Leben interessiert. Ich halte ihn für einen ausgeprägten Egoisten, der uns fertig machen will. Meine Mutter kann sich nicht wehren, denn sie hat nie gearbeitet, müsste dann zum Sozialamt gehen, würde ihn NIEMALS verlassen; mein Bruder ist der Ersatzmann für meine Mutter (er hatte noch nie eine Freundi und er wird und will auch niemals ausziehen).
Ich möchte mein eigenes Leben leben, ich bin ein so fröhlicher Mensch, aber je länger ich das mitmachen muss, umso schlechter geht es auch mir (vielleicht wollen sie das ja ?!)
Sollte ich den Kontakt zur Familie abbrechen (dann wäre ich erstmal ganz allein, da ich Single bin). Wenn ich wochenlang nicht zuhause war, ging es mir immer wunderbar. Ich habe aber angst, dass ich dann wirklich eine undankbare Göre wäre. Aber sollen wir denn alle depressiv werden und in der Psychiatrie landen??
Können Eltern das von ihren Kinder verlangen??? <p>Nina (ist sehr traurig und erschöpft)

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19.07.2000, 08:07 Uhr
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Frag mal bei Dir in der Gegend nach Selbsthilfegruppen für Angehörige
von Suchtkranken. Und mach Dich selbst so unabhängig und stark wie Du nur kannst.
Das was Du erzählst würde ich nicht mehr unter dem Titel schrullig einordnen sondern unter gefährlich. Am meisten hilfst Du Dir, Deiner Mutter und sogar Deinem Vater, wenn Du für Dich selbst Verantwortung übernimmst. Und wenn es Dir hilft, dann bleib von zuhause weg.
Alles Gute, Eve

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