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Psychische oder Physische Probleme?

Kategorie: Herz-Kreislauf » Forum Allgemeine Herz- und Kreislaufbeschwerden

18.09.2021 | 10:45 Uhr

Hallo zusammen,

ich (männlich, um die 30) suche jemand der hier vllt eine ähnliche Erfahrung gemacht hat. Ich habe seit gut einem halben Jahr diverse und teils unspezifische gesundheitliche Probleme.

(Arbeits-)Stressbedingt habe ich vor einem halben Jahr einmalig zu Cannabis gegriffen um auszuprobieren ob es mir hilft etwas zu entspannen. Dabei habe ich mich jedoch mit der Dosierung etwas verschätzt und hatte danach massive Schwindelprobleme, gefühlt einem Vollrausch.

Die Wochen später wurden etwas besser wobei der Schwindel konstant anhielt. Die extremen Schwindelanfälle wurden jedoch weniger. 2 Wochen später kam Sehprobleme dazu. Ich hatte bis dato in der Arbeit keine Brille auf, weil ich sie nur für die Fernsicht benötige. Danach war sie notwendig. Weiter später kam Atemnot und Herzrasen dazu.

 

Ein erster Schritt war der Gang zum Hausarzt. Das normale (kurze) EKG war unauffällig und mir wurde empfohlen etwas zur Entspannung zu machen. Unter anderem hat mich das unauffällige EKG beruhigt und das Herzrasen wurde etwas weniger. Ich habe jedoch kontinuierlich Schwindel gehabt wobei dieser langsam zu einer Art Brainfog wurde. Also eine leichte Dauerbenommenheit. Dieses Symptom habe ich ununterbrochen seit einem halben Jahr.

 

Das Ganze wurde wieder schlimmer nach meiner zweiten Biontech-Impfung. Nach dieser, am Abend der Impfung kam auf einmal wieder der Schwindel in Extremform. Ich hatte 2-3 Tage in denen ich kaum aus dem Bett kam. Ursprünglich war kurz darauf eine Radtour geplant. Daher nochmal der Gang zum Arzt zur Absicherung. Herzrasen war zu diesem Zeitpunkt auch präsent. Auch das zweite EKG war unauffällig und eine Herzmuskelentzündung wurde ausgeschlossen. Ein angebotenes Belastungs-EKG habe ich aus Zeitgründen ausgeschlagen da ich kurz danach, allein schon 1-2 Wochen durch die Impfsymptome verspätet, eine Radtour gemacht habe und davor keinen Termin mehr bekommen habe. Auf der Radtour ging es mir gut, ich habe jedoch sicherheitshalber ein E-Bike geliehen. In diesen Fällen kam bei einer Mehrbelastung aber immer prompt das Schwindelgefühl, wenn ich mal den Motor ausgestellt habe und versucht habe einen Hügel leicht hochzusprinten. Also ab Puls 150 ca.

 

Auf der Radreise hatte ich interessanterweise extreme Schwindelanfälle wenn ich „Fokusänderungen“ hatte. Flanieren durch die Altstadt zu Fuß oder mit dem Rad war relativ symptomfrei. Sobald ich saß kam massiver Schwindel und hat sich erst 30 min später gelegt. Oder der Blick auf eine Tafel am Feld, die ich lesen wollte und wo mein Auge „scharf“ stellen musste. Teilweise hat der Schwindel dann 30-60 min angehalten bis es besser wurde.

 

Nach dem Urlaub habe ich angefangen regelmäßig meinen Puls zu messen. Obgleich der Schwindel mein Hauptproblem ist, hatte ich Bedenken irgendwas sei mit dem Herzen. Es gab Tage da hatte ich einen Ruhepuls von 90-100. Mittlerweile schwankt er, von teilweise beim aufstehen 55 bis hin zum spazieren bei 130. Ich habe auch ständig Atemnot, gerade wieder akut und teilweise braucht mein Puls 10 Minuten um nach kurzem Spazieren unter 100 zu kommen.

 

Ein Gang zum Kardiologen hat „leider“ auch keine Ergebnis gebracht, Herzultraschall unauffällig, 24-EKG unauffällig. Da ich bei ihm erwähnt habe dass ich ständig gestresst bin (meine Stresstoleranz ist minimal aktuell) hat auch dieser wieder mir Entspannungsübungen empfohlen und das Ganze als psychosomatisch abgestempelt.

 

Ich muss dazu sagen, dass ich mir von Anfang an gedacht habe, das meine Symptome rein oder teilweise psychosomatischer Art sein könnten, nur bin ich dann verunsichert wenn mir beim spazieren die Luft fehlt und wenn mein Herz ständig dabei rast.

 

Ich habe angefangen mich ein wenig zu monitoren und meinen Puls zu beobachten bei verschiedenen Situationen. Stressbedingt steigt er häufig auf 90-95 in der Arbeit. Bei ruhigen Arbeitsphasen ist er aber auch bei 70-80.

 

Ein Gang zum HNO hat übrigens auch stattgefunden, da ich einen ohr-bedingten Schwindel ausschließen wollte. Auch diese Messung war unauffällig.

 

Man kann auch sagen dass meine Symptome unterschiedlich auftreten. Es gibt gefühlt immer ein anderes Symptom, das die anderen überwiegt. Zu erwähnen sind auch vorhandene akute Ohrprobleme und Tinnitus. Und einen bestehenden leichten Hörschaden seit 10 Jahren.

 

Kurz zusammengefasst: Meine akuten Probleme gerade. Fehlende Leistungsfähigkeit bei „körperlichen Anstrengungen“. Und dabei meine ich schon alles was nicht sitzen ist. Begleitet von viel zu hohem Puls und Schnappatmung. Sehproblemen und Schwindel vorallem bei „Blickwechsel“. Blick zum Bildschirm, Bild weg vom Bildschirm. Pulsrasen nach dem Essen. Pulsrasen bei Stress. Akuter und ständig präsenter Brainfog und Schwindelepisoden. Tinnitus und teilweise laute Piepsgeräusche die plötzlich kommen.

 

Ich gehe ständig dabei von chronischem Stress aus, hatte jedoch 4 Wochen Urlaub die kaum Besserung gebracht haben. In der Arbeit bin ich jedoch danach schon viel entspannter und fühle mich momentan auch relativ ausgeglichen.

 

Des Weiteren sei zu erwähnen dass ich eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion habe, die jedoch medikamentös seit Jahren gut eingestellt ist und mein TSH und T3 und T4 wert gut sind. Letzte Messung dazu beim Kardiologen.

 

Aufgrund des ständigen Pulsrasens nach dem Essen und den 2-3 h die es braucht, bis mein Puls wieder von 95 Schlägen beim sitzen auf 70-80 sinkt, habe ich auch in Erwägung gezogen, dass es ernährungsbedingt sein kann. Unter anderem habe ich mir auch schon meinen Nüchternwert vom Blutzucker messen lassen, der mehr als unauffällig war. Ich will nochmal betonen, dass mir bewusst ist, dass ich mich da gefühlt etwas hineinsteigere und den Rat kenne, dass ich vielleicht einfach gesund bin, aber dazu fühle ich mich einfach viel zu schlecht, als dass alles mit mir stimmt könnte. Wie gesagt fehlt mir der Atem beim spazieren und mein Puls rast und ich habe ständig präsenten leichten Schwindel und Brainfog.

 

In Erwägung gezogen habe ich auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Im Freundeskreis haben z.B. 2 Freundinnen eine Histaminunverträglichkeit die unter anderem auch Schwindel und Herzrasen auslösen können. Ich seh mich hier nur schon wieder gegen eine Sackgasse rennen, da ich wieder bei irgend einer Krankheit unspezfische Symptome finde und die Hauptsymptome ignoriere, da Schwindel und Herzrasen gefühlt bei jeder zweiten Krankheit auftreten können. Während z.B. bei Diabetes das Hauptsymptom z.B. eine gesteigerter Durst sein sollte und bei Histaminunverträglichkeit das Hauptsymptom Magenprobleme nach dem Essen. Beides habe ich z.B. nicht.

 

Ein Gang zum Neurologen und zum Optiker wurden noch empfohlen, stehen aber noch aus. Der Psychologe wäre der konsequente letzte Folgeschritt.

 

Eine letzte Vermutung wäre ein chronisches Burnout oder chronische Erschöpfung.

 

Danke an alle, die sich die Mühe gemacht haben, das zu lesen und mir gegebenenfalls einen Rat geben können.

 

LG

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21.09.2021, 16:57 Uhr
Antwort

Hallo,

habe mir die Mühe gemacht den ganzen Bericht zu lesen. Dabei ist mir ein Muster aufgefallen, das für eine NNR-Insuffizienz bzw. einem Morbus Addison sprechen könnte. Morbus Addison ist eine Autoimmun-Erkrankung. Impfungen können Autoimmunerkrankungen auslösen oder bestehende verstärken. Ich möchte mich zu dieser Ferndiagnose nicht festlegen. Ihre Symptome können durchaus, wie Sie auch geschrieben haben, vielfältig sein und viele Krankheiten als Ursache haben. Aber man muss ja eins nach dem anderen aussschließen. 

Mittles eines Stimulationstestes mit dem Hormon ACTH kann der behandelnde Arzt die Kortisolkonzentration im Blut messen und die Krankheit feststellen oder ausschließen.

Cannabis greift in den Hormonhaushalt des endokrinen Systems ein und beeinflusst so auch die Nebennieren, was Ihre Symptome erklären könnte.

Grüße vom MP-Coach

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25.09.2021, 18:38 Uhr
Kommentar

Hallo und Danke für das Lesen und kommentieren!

Den Verdacht, dass mit meiner Nebenniere etwas nicht stimmen könnte, hatte ich die letzten Jahre des öfteren, da ich mich schon öfter mit dem Thema Hormonhaushalt beschäftigt hatte und die Nebenniere ja auch stark mit der Schilddrüse interagiert.

Ich nehme Ihren Rat mal zum Anlass als nächste Instanz den Endokrinologen aufzusuchen. Bei diesem war ich ehrlich gesagt schon seit über 10 Jahren nicht mehr.

Vielen Dank!

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