Carotis Interna Dissektion

Kategorie: Herz-Kreislauf » Forum Allgemeine Herz- und Kreislaufbeschwerden

31.05.2007 | 01:19 Uhr

Hallo, ich bin 43 Jahre alt und bei mir wurde vor 2 Wochen eine Dissektion der Carotis interna mit 70%iger Stenose festgestellt. Im Krankenhaus sagte man mir, man werde erst mal nicht operieren sondern mich auf Marcumar setzen, erneute Kontrolle in nunmehr 4 Wochen per MRT. Bei Verschlechterung werde operiert aber oft lege sich die Gefäßwand von allein wieder an. Als ich Dr. Ranft hierzu befragte antwortete er nur, dass eine Operation ein hohes Risiko berge und seitdem habe ich noch mehr Angst.
Hat hier jemand eine ähnliche Diagnose und schon längere Erfahrung oder mehr Informationen dazu, warum eine OP bei Dissektion schwerer ist als bei Verkalkungen? Ich bin eigentlich kein Angsthase aber im Moment schwanke ich ständig zwischen es geht mir doch gut, das wird schon wieder und bestimmt habe ich bald einen schlimmen Schlaganfall und mein Mann muss sich mit einem Pflegefall herumplagen, wenn ich überhaupt überlebe. Ich gehe mir selbst auf die Nerven.

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03.07.2007, 11:25 Uhr
Antwort

Hallo Beatrice,

es ist kein Wunder, daß Sie sich Sorgen machen. Seien Sie nachsichtig mit sich! Allerdings können Sie viel erreichen, wenn Sie sich immer wieder bewußt machen, daß Sie mit Ihren Gedanken viele chemische Reaktionen in Ihrem Körper auslösen. Wenn Sie merken, daß Sie sich auf angstauslösende Gedanken konzentrieren, denken Sie bewußt etwas Positives! Die Angst ist verständlich. Und dennoch: Sie haben einige Eigenmacht - ersetzen Sie die Gedanken : Ich bekomme einen Schlaganfall etc. z.B. durch: Leben ist Wandlung. Mit Leichtigkeit gehe ich mit dem Fluß und nehme mein Leben an - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wann immer Sie sich auf Ihre Angst konzentrieren, denekn Sie bewußt um - und sagen Sie sich: Ich bin bereit zu Veränderung.

Zu Ihrer Frage: Ich bin kein neurologe, aber ich könnte mir folgendes vorstellen: daß bei einer Dissektion hat sozusagen bereits eine Verletzung der Wände stattgefunden. Eine Verkalkung kann gereinigt werden, eine Dissektion zu operieren birgt die Gefahr einer neuerlichen verletzung. Wie gesagt, ich bin keine Fachfrau auf diesem Gebiet, aber nach dem, was ich über Dissektionen weiß, erscheint mir das logisch.

Ihnen einen ganz lieben Gruß und viel Hoffnung - wenn die Angst kommt, gehen Sie ihr entgegen und setzen Sie Vertrauen dagegen.
Anne Hentschel, Heilpraktikerin www.lichtkraeuter.de

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29.07.2007, 07:02 Uhr
Antwort

Hallo Beatrice,
ich bin 41 Jahre und bei mir wurde vor zwei Wochen eine Dissektion der ACI festgestellt. Dies ist meine zweite Dissketion, die erste hatte ich vor acht Jahren an der Vertebralis, damals mit Schlaganfall, diesmal ohne. Alle Symptome haben sich vollständig zurückgebildet, damals war ich ein Jahr marcumarisiert, diesmal werden es sechs Monate sein.
Da wir jung sind ist die Chance, dass sich die Gefäßwand wieder anlegt bei über neunzig Prozent. Durch die Marcumarisierung ist der bestmögliche Schutz gewährleistet. Ich kann Deine Sorgen sehr gut verstehen, und lass´Dich nicht von anderen verrückt machen, so nach dem Motto ...wenn Du so negativ bist, ...dann...., denn eine Dissektion hat weder mit Stress noch mit der Inneren Einstellung zu tun.
Die Sorge ist berechtigt, aber die Gefahr unter Marcumar extrem gering.
Wie geht es Dir jetzt nach der Nachuntersuchung ?

Patricia

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12.08.2007, 08:56 Uhr
Antwort

Hallo Patricia,
es tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte, aber ich habe die Benachrichtigungsfunktion vergessen.
Es ist toll, dass Du Dich meldest. Du bist die erste mit langjähriger Erfahrung, die ich finden kann.
Nach der Kontrolluntersuchung ging es mir super, der Riss hat sich geschlossen, aber ca. 1 Woche später hatte ich plötzlich wieder Nackenschmerzen (leichter als im Mai) und es stach überall am Hals, Die Beschwerden gingen aber auch wieder weg. Letzte Woche hatte ich wieder 2 Tage einen eher steifen Nacken. Nun habe ich wieder fürchterliche Angst, dass noch etwas gerissen ist. Unter Marcumar würde ich ja sicher keine anderen Anzeichen wie Kribbeln im Arm oder so bekommen. Andererseits hatte ich solche Beschwerden auch kurz vor der Duplex- aber nach der MRT-Kontrolle und da war alles in Ordnung. Die nächste Duplex-Untersuchung ist am 18.9. Ich habe versucht, einen früheren Termin zu bekommen, aber wg. Urlaub ging das nicht. Ich hoffe, dass man dann nicht nur die C. interna sondern auch die anderen Arterien untersucht. Wie ging es Dir denn nach der ersten Dissektion, traten auch noch mal Schmerzen auf und wie bist Du dann mit Deinem Leben umgegangen? Wir reisen sehr gern auf eigene Faust um die Welt, für meinen Mann ist das zur Entspannung sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob ich mich in manche Länder dann noch traue. Ich würde mich freuen wenn Du Lust hättest, mir an meine email-Adrese zu schreiben, wie es Dir geht etc. Es ist leichter mit jemandem zu sprechen, der wirklich weiß, worum es geht. Mein Mann bemüht sich aber wirklich nachvollziehen kann er es nicht.

Liebe Grüße
Beatrice

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04.11.2007, 09:33 Uhr
Antwort

Hallo Beatrice,

Erst einmal zu meiner Person: ich bin Ralf, 39 Jahre alt, Sportler und war kerngesund. Am 08. Januar 2007 hatte ich bei meinem Training Schwindelanfälle und und musste abbrechen. Zuhause angekommen, hatte ich Ausfälle im linken Arm und konnte ihn kurzzeitig nicht mehr bewegen. Danach bemerkte ich immerwieder Funkenflug (kleine Sterne im Augenwinkel). Am nächste Morgen bin ich mit unvorstellbaren Kopfschmerzen und Sensibilitätsstörungen im Gesicht aufgewacht. (linke Gesichtshälfte war taub und mein Augenlid hing herab) Der bereitschaftliche Notdienst stellte sofort die Diagnose auf TIA. Ich kam in die Oberschwabenklinik nach Ravensburg und man diagnostizierte eine Carotis dissektion mit 100%igem Verschluss! Hatte natürlich jede Menge Untersuchungen, aber die kennst du sicherlich alle selber.
Jetzt zu deiner Frage: Es kommt darauf an, wo genau dein Verschluss ist. Meiner war, bzw. ist unterhalb des Schädels, unmittelbar hinter dem Ohr.
Ich möchte dir vorab nicht schreiben was es für eine Möglichkeit gibt, bevor die genau Stelle nicht bekannt ist.
Desweiteren ist es unbedingt wichig, sofort Blutverdünnende Medikamente einzunehmen. (Ich selber nehme ASPERIN PROTEKT 300)
Nach 3 Monaten konnte bei mir eine posetive Veränderung der carotis festgestellt werden. Es war eine minimale Rekanalisation messbar. Mit Doppler-Sonographie u.s.w.-kennst du sicherlich auch!
Nach 6 Monaten war eine weitgehendste Rekanalisation deutlich sichtbar!!!
Ich möchte dir Mut machen, ich habe das komplette Programm hinter mir, ohne OP. Ich weiss wie wichtig es ist mit jemandem zu sprechen. Selber hatte ich in dieser schwierigen Zeit niemand, war ziemlich allein, obwohl ich meine damalige Freundin immer wieder um Hilfe bat.
Gib niemals auf, hörst du. Die Chance ist relativ groß, dass sich das Gefäß regeneriert.
Du musst Gedult haben und wie dir die Ärzte sicherlich mitgeteilt haben, braucht es mindestens 3 Monate bevor man überhaupt etwas erwarten kann.
Bei dir ist es jetzt 2 Wochen her und die Wahrscheinlichkeit, dass du nochmals einen Schlaganfall bekommst ist verschwindend gering.
Du bist also aus dem größten Risiko heraus!

Ich wünsche dir alles, alles Gute!

Ralf

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11.11.2007, 07:40 Uhr
Antwort

Hallo Ralf,
habe gerade deinen Beitrag gelesen , vielleicht kannst Du mir etwas zum weiteren Verlauf sagen. Ich habe schon seit August ständige Nackenschmerzen und auch nachts beim sdchlafen auf der linken Seite-ansonsten geht es mir gut. Hier mein Beitrag:
Bei mir wurde am 30.06.07 eine Dissektion der linken Aterie carotis interna festgestellt. Ich hatte eine Woche zuvor starke Kopfschmerzen und glaubte eine Migräne zu haben. Ich bin 51 Jahre alt.

Es wurde eine Stenose mit massiv verminderten Flussvolumen festgestellt(10ml/min) und ein Hornersyndrom links.
Ich hatte in der Zeit sehr starke Kopfschmerzen (Dissektion ist wie bei dir kurz hinterm Ohr)und Nackenschmerzen, diese wurden mit starken Schmerzmittel (Valeron) behandelt. Nachdem die Kopfschmerzen nachließen (ca. nach 5-6 Wochen ) stellte sich links ein ständiger pulssynchroner Tinnitus ein, allerdings zeigte eine erneute Ultraschall-Doppler Untersuchung , dass sich das Flussvolumen auf gut 100 ml/min eingestellt hat.
Es wurde auch nochmals eine MRT zum Ausschluss einer duralen AV-Fistel durchgeführt, diese zeigte keine Fistel. Dies deutete auf eine Rekanalisation der Dissektion hin.

Nach weiteren 14 Tagen war auch der Tinnitus rückläufig und tritt nur noch selten auf.
Mitte August ging es mir dann besser, dann traten ganz plötzlich wieder starke Nackenschmerzen, insbesondere auf der linken Seite auf, die bis heute andauern.

Eine Woche nach auftreten der Nackenschmerzen wurde eine weitere Ultraschalluntersuchung durchgeführt, die wieder ein Flussvolumen von 100 ml/min bestätigte. Meine nächste Untersuchung ist erst wieder am 22.2.08 und die Ärzte negieren einen Zusammenhang mit der Dissektion.

Aus dem Forum kann ich erkennen, dass viele Betroffene unter diesen Nackenschmerzen leiden und somit auch in ständiger Angst.
Was ist die Ursache dafür, was kann ich dagegen unternehmen, wie lange halten diese Schmerzen noch an (sie treten auch beim liegen auf der Dissektionsseite auf)?

Zu diesen Schmerzen bekomme ich in Abständen Schmerzen im gesamten Rückenbereich bzw. unteren Rückenbereich, vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass ich ganztägig am PC arbeite.
Ich würde mich sehr über Antwort freuen, auch von einem Arzt.

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12.11.2007, 07:59 Uhr
Antwort

Hallo Ralf,

vielen Dank für Deine Antwort. Meine Gefäßwand hat sich inzwischen komplett wieder angelegt, die NArbenoberfläche ist glatt. Am 4.12. ist die Abschlussuntersuchung und dann kann ich das Marcumar hoffentlich absetzen. Wie gehst du mit der Angst um, dass es wieder passiert? Was hat man dir dazu gesagt, wie gut uns ASS in Zukunft wirklich schützen wird, bei einem neuen, noch unerkannten Riss, einen Schlaganfall zu erleiden?

Gruß Beatrice

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12.11.2007, 08:14 Uhr
Antwort

Hallo Heidi,

du hast hoffentlich nichts dagegen, dass ich dir auch auf deine Mail schreibe. Bei mir ist seit der Dissektion ja fast ein halbes Jahr vergangen und ich kann von mir sagen, dass die Nackenschmerzen noch häufig auftraten, knapp 5 Monate lang bestimmt. Aber dann plötzlich war es, als sei ein Schalter umgelegt worden, und die Schmerzen waren weg. Und die Rückenschmerzen kommen bestimmt daher, dass man sich unbewusst ganz anders bewegt, als vorher. Ich habe jedenfalls nciht gewagt, den Kopf richtig zu drehen. Die für die Dissektion typischen Nackenschmerzen gehen eigentlich ganz um den Hals herum, so weit ich weiß. Vielleicht deuten deine einseitigen Scmerzen wirklich eher auf Verspannungen hin.
Am schlimmsten finde ich, dass man die Angst nie ganz los wird. Mal denke ich: blöde Gefäße, wenn ihr unbedingt reißen wollt, dann tut es jetzt, so lange ich noch Marcumar nehme. Aber dann bekomme ich doch wieder Angst, wenn, wie jetzt, z.B. unbekannte Beschwerden auftauchen. Im Moment habe ich ein komisches Druckgefühl im Hals und im Ohr und nun denke ich, vielleicht ist dort erneut das Gefäß eingerissen. Seit Tagen denke ich darüber nach, ob ich zumindest zu meinem Hausarzt gehe. Aber da ich zu ihm eh kein großes Vertrauen habe, bringt das vielleicht nicht viel.
Jedenfalls habe ich inzwischen zu 5 Dissektionspatienten kontakt gehabt und bei 4 hat sich der Riss wieder angelegt, bei der 5. ist er ganz frisch. Bei einer Patientin hat es allerdings über ein jahr gedauert, aber jetzt scheint sich was zu tun.
Also eigentlich haben wir gute Aussichten. Ich werde mich jetzt mal bei Dr. Brandt, der die einzige Studie dazu in Deutschland gemacht hat, erkundigen, ob er die Studie fortführt (oder jemand anders) denn er hat nur Werte über 8,6 Jahre gesammelt.
Wenn du möchtest schreib mir mal, wie es dir weiter ergeht.

LG
Beatrice

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13.11.2007, 08:03 Uhr
Antwort

Liebe Heidi,

zu den Nackenschmerzen kann ich dir nichts sagen.
Ich selbst hatte nur extreme Kopfschmerzen in einer unvorstellbaren Intensität. Nach der Einnahme von Asperin Protekt 300 verschwanden die Schmerzen allmählich. Nach der Rekanalisation hatte ich keinerlei Beschwerden mehr. Die Angst ist aber geblieben, bis heute. Immer wieder habe ich Phasen an denen ich in Lethargie verfalle. Die phsychische Belastung ist nach wievor Allgegenwärtig.
Ich arbeite daran, leider gelingt es mir nicht immer.

Tut mir leid wenn ich dir nicht wirklich weiterhelfen kann.

Liebe Grüße

Ralf

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13.11.2007, 08:05 Uhr
Antwort

Steht anonym daran.
Ist aber von mir,
MfG
Ralf

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