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Schmerzen in der Nase und Kiefer

Kategorie: Allgemeinmedizin » Expertenrat Zahnarzt | Expertenfrage

04.06.2011 | 03:29 Uhr

Hallo!

Ich hätte da eine Frage zu meinen Zähnen. Und zwar sind die so ziemlich alle kaputt :( seit ich ein Kind bin schon, weil ich wirklich panische Angst vor Zahnbehandlungen hab. Ich bin 24 und war seit 15 Jahren nicht mehr bei einer/m Zahnärzt_in. Backenzähne sind grundsätzlich schwarz und ausgehöhlt / abgebrochen. Nach dem ich vor ein paar Monaten Magenblutungen hatte und mich tagelang übergeben musste, haben jetzt leider auch (wohl durch die Magensäure) meine vorderen Zähne angefangen richtig anzufaueln ;( ich pflege meine Zähne eigentlich sehr gut, habe aber trotzdem fast keinen Zahnschmelz mehr wie mir scheint. Seit Wochen versuche ich mich zu einer Behandlung zu bringen, aber ich kriege regelrechte Panikattacken bei dem Gedanken daran..

Und entzündet waren meine Zähne eigentlich immer, seit ich denken kann. Haben immer eine Zeit lang geeitert und sind nach ein paar Jahren eitern nacheinander abgestorben.. Ich hatte mich als Kind so daran gewöhnt, auch an die Schmerzen, dass ich mich sehr selten drum gekümmert hab. Aber jetzt habe ich gelesen, dass Entzündungen des Zahnfleisches zu sehr argen Dingen führen können. Habe nämlich seit Tagen Augenschmerzen, vorrangig auf einem Aug, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Knacks-Gefühl im Aug, Desorientierung. Diese Symptome könnten von Überanstrengung kommen, weil ich sehr viel am PC gearbeitet hab. Aber ich habe auch einen komischen Schmerz am Ansatz der Nase zum Aug hin, Kiefer natürlich sowieso, und bin durch einen Artikel im Internet irgendwie drauf gekommen, dass Nasenschmerzen vom Kiefer kommen können.

Lange Rede, kurzer Sinn - wie ernst sind solche Schmerzen? Wenn ich Jahrelang mit Entzündungen gelebt hab, kann ich dann trotzdem ein akkutes Problem haben? Vor zwei Monaten wurde wegen was anderem Bluttests gemacht, die waren super, angeblich keine hohen Entzündungswerte, aber das kann sich ja ändern in der Zeit, oder?

Und wie ist das eigentlich - würde die Krankenkasse Zahnersatz zahlen, weil ich diese absolute Phobie habe? Ich konnte mich darüber nicht informieren, weil jedesmal wenn ich eine Zahnärztin auch nur anrufen wollte, kriegte ich Panik. Das hier zu schreiben ist schon sehr unangenehm..

Ich hab auch gar kein Geld, um irgendwas zu zahlen fürs Zähne richten, selbst wenn ich es schaffen würde zu einer Behandlung zu gehen. Aber ich habe einen Job, wo es langsam untragbar wird, das meine Vorderzähne faulen... :( und Angst zu sterben hab ich jetzt auch noch wegen der Schmerzen.

Falls Sie mir ein bisschen was beantworten könnten, wäre das sehr, sehr nett.

lg


ps: ich hatte vor einem Jahr eine sehr starke Entzündung im Rücken mit knapp 2 Liter Eiter darin, das operativ entfernt werden musste und die Ärzt_innen meinten, es hätte sich intern gebildet und sie wüssten nicht wieso. Habe keine Diabetes! Kann das vielleicht auch von den Zähnen kommen?

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08.06.2011, 09:48 Uhr
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Hallo!

Das ist ja ein langer Leidensweg :-( Leider lösen sich Zahnprobleme nicht von alleine! Grundsätzlich sind abgestorbene Zähne voller Bakterien, die Entzündungen in den Knochen hervorrufen können. Diese Entzündungen können Reaktionen im ganzen Körper hervorrufen.

Es ist wirklich sehr empfehlenswert einen Zahnarzt aufzusuchen um sich einen Bild zu machen über die jetztige Situation.

Die Krankenkasse würde sich sicher zu den Kosten beteiligen.

viele Grüße,

Diana Svoboda

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15.06.2011, 02:07 Uhr
Antwort

Hallo!

und danke für die Antwort. Unter anderem deshalb habe ich es heute endlich geschafft zu einer Zahnärztin zu gehen! :D ich hab die Panik überwunden und die waren auch so lieb und haben mir X-Mal eingespritzt bevor sie mir eine der Ruinen gespalten und rausgezogen haben. Bei einem anderen habe ich eine Amalgam-Blombe bekommen. Beim nächsten Termin werden die Vorderen gerichtet und zwar mit Kunststoff (kostet 90.- pro Zahn).

Falls das ok ist, wollte ich sie noch mal nach ihrer Meinung zu der ganzen Behandlung fragen, erstens weil zweite Meinung ist ja immer gut ;) und außerdem habe ich den nächsten Termin erst in einer Woche und ich möchte meine neue, liebe Zahnärztin nicht mit einem unnötigen Anruf nerven. Aber bitte antworten Sie nur, wenn es Ihnen keine Umstände macht.

.) nach dem Wurzelrausziehen hat die Wunde kaum geblutet und schnell aufgehört, wurde nur zwei Minuten mit dieser Minirolle zum Beissen kompressiert. Habe bis zum Abend nicht geraucht und nichts gegessen. Als die Betäubung vollständig weg war hab ich vorsichtig gegessen und ein bisschen geraucht. Danach hat das Loch wieder geblutet und mir war sehr schlecht, habe es gekühlt und auf ein Taschentuch gebissen. Im Schlaf hab ich dann mein ganzes Bett vollgeblutet. Erst jetzt nach 4 Stunden starkem Bluten hat sich erstmals ein Blutpfropf gebildet, der aber in Fetzen an dem Loch herumhängt (ist das normal?) Und ich weiß, dass Rauchen nicht cool ist, aber wenn der Blutpfropf jetzt dran bleibt, dann ist ein bisschen ok, oder?

.) außerdem hatte dieser bestimmte Zahn eine Verbindung mit einem stark schmerzenden Knubbel direkt auf dem Kieferrand darunter, der auch trotz Betäubung beim Zahnrausbrechen weh getan hat. Zahnärztin meinte, es könnte eine Lympfdrüse sein (auf dem Röntgen war dieser Teil nicht ersichtlich), aber die Lympfdrüsen sind meines Wissens nach ja unter dem Kieferrand, oder? Es fühlt sich an als würde es dort eitern. Müsste das dann geöffnet werden und wie kann man das feststellen? Oder sollte ich besser abwarten, ob es verschwindet? (Also geeitert hat der Zahn auf jeden Fall, das weiß ich, Eiter speziell entfernt worden ist nichts und Antibiotika nehme ich auch nicht.)

.) Ist Amalgam trotz Quecksilber und so vertretbar? Wir haben abgemacht, dass wir nur die sichtbaren Zähne mit Kunststoff richten. Da ich gesundheitlich sowieso sehr bedient bin möchte ich da nichts riskieren.

Falls Sie letztlich noch ein paar Antworten haben, würde ich mich sehr freuen. Bei der Behandlung heute war ich vollends damit beschäftigt keine Panikattacke zu kriegen, deshalb sind jetzt noch Fragen offen und ich will dort nicht anrufen, weil ich eh einen Termin hab, aber in einer Woche kann ja auch viel passieren mit einer offenen Wunde und Eiter und so. (Und ich habe diese spezielle Prozedur noch mit drei anderen Komplett-Ruinen vor mir..)

Ich hoffe Ihre Zeit nicht zu sehr zu beanspruchen! Danke jedenfalls, ihre letzte Antwort war unter anderem ein Anstoß mich zu überwinden!

Liebe Grüße, Sina

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19.06.2011, 02:26 Uhr
Antwort

Hallo Sina!

Freut mich, dass Sie Ihre Angst überwunden haben :-)

Es ist normal, dass eine frische Wunde bei Belastung (essen) ein bisschen nach blutet. Im Mund kann sich nicht wie auf der Haut zum Beispiel, eine Kruste bilden. Der Blutpfropfen denn Sie beobachtet haben, wird sich in den nächsten Wochen in Knochen und Zahnfleisch umwandeln. Sie sollten in der Zeit die Stelle nicht bürsten und auch nicht übermäßig spülen. Am besten kauen Sie auf der anderen Seite.

Es kann gut möglich sein, dass an der Wurzelspitze sich eine eitrige Entzündung gebildet hat. Meistens kann man diese auch schlecht betäuben. Jetzt wo der Zahn raus ist, also die Entzündungsquelle entfernt worden ist, wird sich auch das entzündliche Gewebe (Knubbel) auch zurück bilden. Eine Antibiotikatherapie ist nicht unbedingt erforderlich.

Wissenschaftliche Studien konnten nicht bestätigen, dass Amaögam schädlich ist. Trotzdem, gibt es viele Patienten die es nicht vertragen. Falls Sie Bedenken haben, konnten Sie sich im Vorfeld auf die Verträglichkeit von Amalgam testen lassen.

Wünsche Ihnen einen schönen Restsonntag,

Diana Svoboda

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27.06.2011, 02:01 Uhr
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Danke vielmals für die Antworten! :)

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27.06.2011, 08:54 Uhr
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Aber doch gerne :-) Alles Gute bei Ihrer Zahnbehandlung,

Liebe Grüße,

Diana Svoboda

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