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Schmerzen nach Spondylodese- OP

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Wirbelsäule | Expertenfrage

07.01.2001 | 11:01 Uhr

Im August letzten Jahres wurde bei mir eine monosegmentale, dorsoventrale cd- Spondylodese zwischen L5/S1eingebracht. Die präoperative Diagnose lautete Wirbelgleiten bei bei Spondylolisthesis, Postnucleotomiesyndrom nach Nucleotomie 2/99. Jetzt, 4 Monate nach der Versteifung, habe ich noch immer starke Schmerzen im Rücken, die ins rechte Bein austrahlen, manchmal bis zum kleinen Zeh, desweiteren treten regelrechte Schmerzspitzen auf, die mich dann bewegungsunfähig machen. Seit letztem Herbst bin ich in Behandlung bei einem Facharzt für Schmerztherapie. Dort bekomme ich ein Fentanylpflaster (Duragesic 25) verordnet, außerdem benutze ich seit November ein TENS Gerät. Letzteres ist zwar durchaus angenehm, hilft gegen die Schmerzen aber nicht direkt. Ich gehe regelmäßig zu Physiotherapie und mache progressive Muskelentspannung. Trotz aller Versuche, die Schmerzen zu reduzieren, geht es mir nicht besser. Es ist mir klar, dass es seine Zeit braucht, bis sich nach so einer OP ein Erfolg einstellt, aber lange halte ich diese ewigen Schmerzen nicht aus. Ich bin doch erst 31 Jahre alt und möchte wieder arbeiten. Ewig die starken Schmerzmittel einnehmen kann doch auch keine Lösung sein, zumal auch Nebenwirkungen auftreten. Nach der Spondylodese sagte man mir, dass zwar viel, aber nicht alles Narbengewebe entfernt wurde, das sich nach der ersten OP gebildet hat. Außerdem besteht noch eine Protusion zwischen L3/L4 mit Aufhebung des Flüssigkeitsgehalts in der Bandscheibe. Aber das haben doch viele Menschen, davon können doch diese starken Schmerzen nicht kommen. Bitte antworten Sie mir, auch wenn bestimmt eine Flut von Anfragen bei Ihnen vorliegt. Die Versteifung wurde nicht in einem Krankenhaus vor Ort durchgefürhrt, und mein behandelnder Arzt ist auch ratlos, was die weiteren Maßnahmen betrifft, bzw. was man gegen die Schmerzen machen kann, die trotz der starken Analgetika nie verschwinden. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Uta Bischofswerder (Bischofswerder@aol.com)

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07.01.2001, 12:01 Uhr
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Sehr geehrte Frau Bischofswerder, natürlich können Sie erwarten, dass nach der von Ihnen geschilderten OP eine Besserung Ihrer Beschwerden entritt. Soweit ich Sie verstanden habe, wurde bei der zweiten OP nicht nur eine Versteifung in L5/S1 durchgeführt, sondern auch eine Narbenlösung. Diese Narben sind Folge der Bandscheiben-OP 2/99. Hatten Sie denn die Nervenschmerzen S1 im re. Bein schon vor der OP 8/00? Grundsätzlich ist zu sagen: Rückenschmerzen können auch nach einer solchen Operation noch auftreten. Die Schmerzen im re. Bein entsprechen einer Irritation der Nervenwurzel S1. Wenn diese Irritation durch Narbenbildung hervorgerufen wird, ist guter Rat teuer. In diesem Fall wären Sie aber nach der Narbenlösung im Rahmen der zweiten OP für einige Zeit deutlich beschwerdegemindert gewesen. War das so? Mein Rat: Nicht aufgeben. Es muss eine umfangreiche Diagnostik der Nervenwurzel S1 re. erfolgen. Nur wenn dies keinen ausreichenden Hinweis auf operative Therapierbarkeit ergibt sollte man zum Mittel der ausschließlichen Schmerztherapie greifen. Gehen Sie der Sache nach. Viel Glück. Dr. Volker Urban

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