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Lendenwirbelsäule / Spinalkanalstenose / etc.

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Wirbelsäule | Expertenfrage

22.12.2021 | 00:13 Uhr

Ich muss leider etwas ausholen:

Ich hatte jahrelang Rückenschmerzen (LWS), ohne diese ärztlich behandeln zu lassen. Als es so schlimm war, dass meine Gehstrecke nur noch sehr kurz war, ich nach etwas Gehen nicht mehr auf beiden Beinen gleichmäßig stehen konnte (nur Hin- und Herwippen mit Wechsel des Schwerpunktes vom einen auf das andere Bein) und die Schmerzen / Taubheitsgefühl zumindest in ein Bein ausstrahlten, fand ich den Weg zu Ärzten. Ein MRT ergab eine Spinalkanalstenose in der LWS (außerdem Bandscheibenprotrusionen an 2 Stellen, geringe bis mäßige Osteochondrosen, Foramenstenosen und beginnende Arthrose). Ich wurde daraufhin Anfang September 2021 operiert (Dekompression). Nach der Operation waren die Schmerzen weg, nur noch (andere) OP-bedingte Schmerzen waren spürbar. Schon nach ca. 1-2 Wochen konnte ich Wege gehen, die vorher schon längere Zeit nicht mehr möglich waren. Ich war 2 Monate zu Hause und anschließend 4 Wochen in Reha. Es war bestens, ich konnte erstmals seit Jahren längere Wege spazierengehen (durchaus 1 Stunde) und länger stehen, ohne durch Schmerzen blockiert zu werden.

Nach der Reha hielt dies zunächst an. Ich arbeitete stufenweise und ab der 3. Woche nach der Reha wieder voll (Bürojob mit viel Sitzen). Außerdem begann ich das IRENA-Programm. Die ersten beiden Termine waren problemlos. Leichtes Gerätetraining, etwa wie in der Reha, nur ein wenig intensiver. Nach dem 3. IRENA-Termin konnte ich den (kurzen) Weg zum Parkplatz nicht mehr schmerz- und blockadefrei gehen. Es gab aber beim Training keine bestimmte Bewegung, die mir unangenehm aufgefallen wäre.

Seitdem – mittlerweile 2 Wochen – habe ich nach kurzem Gehen sowie nach wenigen Minuten stehen (im Stehen nach kurzem Gehen sofort) dieselben Schmerzen, wie vor der OP. Typische Situation: Ich kann wieder kaum die Strecke durch einen Supermarkt bis zur Kasse gehen, an der Kasse kann ich kaum stehen und habe starke Schmerzen. Im Rücken (LWS-Bereich) blockiert es, als ob man ein Brett hineingelegt hätte. Einmal hatte ich auch ein stärkeres Taubheitsgefühl in einem Bein (das kommt jedoch nicht jedes Mal). Es hat sich seit Beginn vor 2 Wochen kein bisschen verbessert oder verändert. Liegen und Sitzen kann ich dagegen völlig problemlos und weitgehend schmerzfrei.

In der Arztpraxis hat man auf Muskelverspannungen getippt. Ich habe eine Infusion mit Schmerzmitteln bekommen (hat etwas gewirkt, aber nicht lange) und ein Muskelrelaxans in Tablettenform (Pridinol). Ich kann leider keine Wirkung des Relaxans feststellen, weder an der LWS noch sonst.

Ich bin stark übergewichtig (BMI 40) und habe starke Muskelverkürzungen (Rumpfbeuger, in den Kniekehlen u.a.) durch Bewegungsmangel / Fehlhaltungen / zu viel Sitzen etc. Ich müsste mich eigentlich etwas bewegen und trainieren (wie in der Reha, deswegen auch IRENA), kann das aber jetzt allenfalls gegen heftige Schmerzen und kann nicht einmal (anders als noch bis vor 2 Wochen) einen einfachen Spaziergang machen.

Was kann passiert sein? Und wie werde ich das wieder los? Es kann doch nicht sein, dass die ganze Prozedur umsonst war – nachdem es mir 3 Monate fantastisch ging?

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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26.12.2021, 10:19 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

eine Dekomprimierung adressiert in der Regel vor allem den Beinschmerz. Der Rückenschmerz kommt leider häufig wieder. Helfen kann hier eine Gewichtsreduktion und Kräftigung der Rückenmuskulatur. Sollte die Wirbelsäule durch die Dekomprimierung instabil geworden sein, kann ggf. auch eine Versteifung notwendig werden. Wurde denn eine erneute MRT durchgeführt? Auch kann ein Röntgen der LWS im Stehen hilfreich sein, um eine Wirbelgleiten zu sehen. 

 

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