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Stressecho

Kategorie: Sonstige-Medizin » Expertenrat Was zahlt die Kasse? | Expertenfrage

03.08.2007 | 07:17 Uhr

Herr Experte, Hallo, wieso bezahlen die GKV ein Stressecho nur wenn es dringend erforderlich ist früher wahr dies etwas anders.
Ist die Trefferquote hinsichtlich einer KHK mit einem Stressecho nicht wesentlich höher als mit einem normalem Ergo?
Da die Trefferquote bei einem Ergo unter 70 Prozent bei KHK liegt, kann bei den anderen 30 Prozent der Patienten gar kein Verdacht auf eine KHK geäussert werden sodass ein Stressecho nicht befürwortet wird und die Sicherheitslage suboptimal einzuschätzen ist.
Wieso ist dies so?
Verstehen sie die Problematik? Grüsse.

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08.08.2007, 10:24 Uhr
Antwort

Guten Tag,

Die Stress-Echokardiographie ist eine der wichtigsten diagnostischen Massnahmen zur Abklärung von Druchblutungsstörungen des Herzmuskels und Brustschmerzen (Angina pectoris). Viele Herzerkrankungen, besonders die Koronare Herzkrankheit, bedürften eine sehr sorgfältigen und umfangreichen Diagnostik. Wie Sie bereits festgestellt haben, weist das einfache Belastungs-EKG nach großen Untersuchungen nur in etwa 60-70% der Patienten eine vorhandene Durchblutungsstörung nach. Zur Verbesserung der Treffsicherheit der nicht-invasiven Diagnostik wird deshalb insbesondere eine Belastungs-Echokardiographie durchgeführt, welche Genauigkeit von etwa 80-90% aufweist.

Eine Stress-Echokardiographie ist in folgenden Fällen medizinisch indiziert:

- ein Belastungs-EKG keine verwertbaren Ergebnisse gebracht hat

- ein Belastungs-EKG hat wahrscheinlich ein falsch-positives Egebnis gebracht hat

- es liegt eine Störung der Erregungsausbreitung vor, so dass EKG-Auswertungen erschwert werden

- es liegt eine koronare Herzkrankheit vorliegt, deren genaue Lokalisation und Ausdehnung festgestellt werden soll

- zur Beurteilung vor oder nach einem therapeutischen Eingriff an einer Koronararterie

- zur Feststellung gesunder Bezirke des Herzens vor einer Bypass-Op oder in der Früh- oder Spätphase nach einem Infarkt

- zur Beurteilung von Klappenprothesen

Nur in diesen Fällen darf die Krankenkasse die Kosten des Eingriffs übernehmen. Ein Stressecho wäre generell wünschenswert. Allerdings wird die Kostenübernahme im Zusammenhang mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot nur bei medizinischer Notwendigkeit gewährt.

Viele Grüße

Jan Lorenz

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