Unlust beim Mann

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage

28.06.2019 | 14:49 Uhr

Guten Tag an die Experten, 

ich wende mich an Sie, da mein Mann seit längerem keine Lust auf Sex verspürt. ich versuche mich kurz zu fassen: 

Wir kennen uns seit knapp 4 Jahren, anfangs war er sexuell weit mehr aktiv. Ich muss sagen, anfangs kam er regelrecht mit einer Errektion in meine Wohnung. In den Monaten danach nahm dies natürlich ab, was auch vollkommen normal ist. Seit nun über einem Jahr  suche  mehrmals das Gespräch mit ihm, da wir teilweise nur alle 2-3 Monate Sex haben. Ich persönlich habe kein starkes Bedürfnis, würde mich aber über mehr Intimität freuen. Die Gespräche waren leider nicht so toll, er war verletzt, was ich auch verstehe. Ich habe es immer vorsichtig angesprochen, ob er ggf. Vorlieben hat, die er mir nicht mitteilen will, ob er andere Interessen hat, das leidige Thema ob er mich nicht mehr attraktiv findet etc. Er speist mich ab, meinte es ist alles ok und das wir ja Sex haben. Seit ich ihn kenne und zusammen bin, habe ich ein ganz anderes Gefühl zu Intimität. Ich fühle mich sehr wohl mit ihm und habe gerne Sex. Ich liebe meinen Mann und habe auch gar kein Interesse an jemanden anderen. Dieses Gefühl hatte ich in meiner vorherigen Beziehung nicht, ich hatte keine Lust und keinen Bedarf an Sex, woran die Beziehung auch scheiterte. 

ich mache mir doch viele Gedanken darüber, da auch Berührungen, Kuscheln und auch Küsse keine Errektion hervorrufen. Es ist schwierig zu erklären. Ich habe definitiv mehr verlangen seit er in meinem Leben ist und es ist schade zu fühlen, nicht begehrt zu werden. Ich habe ihn höflich gebeten bei Gelegenheit mit einem Arzt darüber zu sprechen. Ich setze ihn definitiv nicht unter Druck, das würde das Gegenteil bewirken. Ich habe nur langsam das Gefühl wir würden wie Mitbewohner die Wohnung teilen und nicht als Paar zusamme leben. Wir haben geheiratet, wollen auch Kinder aber dafür müssen wir auch etwas mehr Sex als alle 2-3 Monate haben. Ich bin doch sehr mitgenommen und traurig, fühle mich von meinem Mann unverstanden und weiß mir leider keine Rat. Er sagt er liebt mich, hat kein Interesse an anderen Frauen und angeblich wäre dies auch immer schon so gewesen - dem kann ich so nicht zutstimmen. Ich weiß von ihm (Kennenlernzeit) und von seinen Freunden, dass er vor mir doch ganz schön anders unterwegs war und in Männersprache "alles mit heim hat was bei drei nicht auf dem Baum war". Das tut weh, besonders wenn man weiß, dass der Partner vor einem sexuell aktiv war und nun eine riesen Flaute hat. 

Es belastet mich sehr. Es schwirrt leider dann in meinem Kopf, wenn ich mir mehr Umarmungen und Zweisamkeit wünsche. Oft ermahne ich ihn, dass er mich wenigstens nachdem er von der Arbeit heim kommt grüßt und einen Kuss gibt. Dass der Alltag uns hat ist klar und auch ich habe nicht immer Lust. Denn die Male, wenn es zu Sex kommt ist, wenn es von ihm ausgeht und meist Morgens, da ja eh schon eine Errektion vorliegt. Ich persönlich habe da sehr wenig Lust dazu. Ich bin körperlich nicht mal annähernd bereit und dann ist es natürlich nach kurzer Zeit vorbei.. Aber man nimmt dann alles was man bekommen kann. Sehr schade.

Ich weiß nicht mit wem ich darüber sprechen soll. Eine Paartherapie oder einen Arztbesuch mit ihm kann ich definitiv vergessen. Er ist absolut der Meinung, dass sei alles super und normal, ich würde mich da in etwas zusammen spinnen. Ich hingegen bin leider unglücklich - ich hätte gerne mehr Sex, mehr Zärtlichkeiten und das Gefühl ein Paar zu sein und nicht zwei Menschen die sich eine Wohnung teilen. Ich möchte ihm nichts unterjubeln, doch recherchiere ich, was Männer in so einem Fall nehmen/verschrieben bekommen um das Problem zu bessern. Vielleicht können Sie mich unterstützen? Mein Mann ist 36 Jahre alt und Raucher, macht regelmäßig Sport und ernährt sich gut und abwechslungsreich. Hat an sich keine Beschwerden, Allergien order Krankheiten.

 

Vielen Dank

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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04.07.2019, 22:57 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

was Sie da beschreiben, ist tatsächlich ein bekanntes Problem. Meistens liegt es auch nicht am Partner und nur zum Teil einfach am Alltag. Oftmals ist der Faktor, der Vorliegt einfach nur dauerhafter Stress. Dieser lässt den Enstpannungsmodus sozusagen etwas runterfahren und sorgt für eine verringerte Lust auf Sex.
Insofern ist es tatsächlich nicht unbedingt eine Paartherapie, die Sie brauchen sondern eher etwas, dass Ihr Partner entlastet wird. Dann kann er vielleicht auch wieder besser auf positive Dinge zugehen, wo Sex ja definitiv dazugehören sollte.
insofern sollte vielleicht im Vordergrund stehen, was können Sie tun, damit Ihr Partner sich entlastet fühlt? Möglicherweise kann ein Therapeut Ihnen dabei helfen, selbst "besser" mit der Beziehung umzugehen, um den Partner psychisch zu entlasten, wenn Ihr Partner nicht für eigene Schritte bereit ist.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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