Mich würde die Sensitivität und Spezifität von AFP interessieren, da bei einer Blutwertkontrolle ein erhöhter AFP Wert festgestellt wurde (20% über Grenzwert des Labors). Mein Urologe ist jetzt "sehr besorgt". Was könnten denn die nächsten Schritte sein? MRT Abdomen und US habe ich schon vor der Blutabnahme gehabt.

Sensitivität und Spezifität von AFP für Hodentumor
Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam
Hallo,
AFP ist nicht spezifisch für einen Hodentumor. AFP kann bei Formen des Hodentumors, gastrointestinalen oder Lebertumoren erhöht sein. Weshalb wurde der Wert denn bei Ihnen bestimmt? Uns liegen keine Daten zu Sensitivität bzw. Spezifität von AFP als Screeningmarker vor. Der nächste Schritt sollte der Ausschluss eines Tumors sein. Hierbei sollten Hoden und Abdomen im Fokus stehen. Der Urologen ist für den Hoden verantwortlich, die Untersuchung des Abdomens kann durch den Gastroenterologen geschehen. Zunächst sollten Ultraschalluntersuchungen erfolgen. Die MRT hat in vielen Bereichen des Abdomens eine zu geringe Auflösung, ggf. muss über eine Computertomographie nachgedacht werden.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

Antwort
Danke für die Antwort. Der AFP Wert wurde abgenommen, wegen erhöhten Testosteronwerten. Im Ultraschall wurde nichts gefunden. MRT Abdomen unauffällig. Meine Urologin möchte jetzt CT Thorax, Abdomen, Magen-Darmspiegelung etc.. Ist das alles jetzt nötig? Der Wert ist ja nur leicht erhöht. Reicht nicht Kontrolle in 3 Monaten?
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam
Hallo,
Verzeihen Sie bitte unsere so späte Antwort.
Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Es ist sinnvoll, den AFP-Wert im Zusammenhang mit einem erhöhten Testosteronwert zu überprüfen. Da der Wert bei Ihnen nur leicht erhöht ist und bisher keine auffälligen Befunde in der Bildgebung vorliegen, ist es verständlich, dass Sie sich fragen, ob weitere Untersuchungen wirklich notwendig sind.
Das von Ihrer Urologin vorgeschlagene Vorgehen ist grundsätzlich gerechtfertigt. Allerdings geht es dabei letztlich um eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiko. Wir empfehlen Ihnen, auch nochmals das Gespräch mit Ihrer Urologin zu suchen, um alle Aspekte der Situation zu besprechen.
Die Untersuchungen sind natürlich mit Aufwand verbunden und können auch Nebenwirkungen haben. Daher kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, diese ein wenig herauszuzögern. Andererseits könnte auch ein weiterer Monat ohne Untersuchung die Behandlungsmöglichkeiten bei einem eventuell übersehenen Tumor beeinflussen. Diese Abwägung ist nicht einfach, und es gibt keine perfekte Lösung.
Da Ihr AFP-Wert nur leicht erhöht ist und bisher keine weiteren Symptome oder Anzeichen für einen Tumor vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Tumor eher gering. Dennoch kann er nicht ausgeschlossen werden.
Letztlich liegt die Entscheidung, wie weiter verfahren werden sollte, bei Ihnen. Auch Ihre Ärztin kann nur eine Empfehlung aussprechen, die Entscheidung, ob und wann weitere Untersuchungen stattfinden sollen, müssen Sie jedoch selbst treffen.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit trotzdem weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

Antwort von Lifeline Gesundheitsteam
Hallo,
sehr gerne. Sollten sich weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich wieder für Sie da.
Bis dahin alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam