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Schmerzhafte intravaginale Ejakulation

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage

08.05.2022 | 15:30 Uhr

Hey,

kann mir jemand in folgendem Problem weiterhelen? Hat evtl. eine ähnliche Situation? Bzw. einen Tipp für mich?

Erstmalige schmerzhafte Ejakulation mit anschließenden Austritt eines Bluttropfens vor ca. 1,5 Jahren. Seitdem immer wieder gleichartige Probleme, die sich wie folgt beschreiben lassen:
* Der Schmerz ist stechend und tritt im mittleren Bereich des Penis auf, wenn das Ejakulat durch die Harnröhre "geschossen" wird.
* Der Schmerz tritt allerdings nicht bei jedem "Schuss" eines Orgasmus auf.
* Der Schmerz tritt ausschließlich bei intravaginalen Orgasmus auf. Hier allerdings nicht immer. Allerdings öfters wenn der Penis weiter eingedrungen ist.
* Ein Bluttropfen ist nur in der Anfangsphase und auch nur in zwei Fällen aufgetreten.
* Der Schmerz ist noch nie bei SB aufgetreten.

Folgende Schritte habe ich bereits eingeleitet:
- Notaufnahme bei initialer Situation: Haben keine Untersuchung vorgenommen und gemeint das verheilt schon.
- Anschließender Urologenbesuch: Untersuchung Penis, Tastuntersuchung Prostata, Empfehlung zur sexuellen Enthaltung, Urin- und Ejakulatuntersuchung, Uroflowmetrie... -> Die Uroflowmetrie kam zu dem Schluss, dass Handlungsbedarf besteht (zu geringer Fluss). Insofern wurde eine Harnröhrenspiegelung empfohlen.
- Zweiter Urologe: Überweisung zu einer Harnröhrenspiegelung & Retrograden Urethrographie (UCG) an eine Universitätsklinkum mit folgendem Ergebnis:
  -- UCG: Relative Striktur der mittleren penilen Harnröhre (ca. 1 cm)
  -- Harnröhrenspiegelung: Kein urologischer Handlungsbedarf bzgl. der relativen Harnröhrenenge. Es wurde jedoch ein angespannter Beckenboden attestiert.
 Vor den Untersuchungen wurde auch eine Urin und Spermienprobe genommen. Daraufhin musste ich vor einer Untersuchung zwei Antibiotika einnehmen (Wirkstoff: Ciprofloxacin, Amoxi?cillin, Clavulansäure). Weiter wurde die Prostata untersucht (Sonografie), Hoden und Penis (ohne Befund).
  Der zweite Urologe hat mir erklärt, dass das mit dem angespannten Beckenboden Mist wäre und mir eine Behandlung mit Alfuzosien vorgeschlagen (wohl gegen eine gutartige Prostataveränderung). Die habe ich dann auch für mehrere Monate mit dem Ergebnis keiner Verbesserung durchgeführt. In der Zeit wurde auch immer wieder der Restharn gemessen. Das hat aber gepasst (kein Restharn vorhanden, d.h. die Blase wurde immer vollständig entleert). Insofern sah der zweite Urologe keinen weiteren Handlungsbedarf bzgl. dem Ergebnis der Uroflowmetrie (zu geringer Fluss) und hat mich entlassen. Bzgl. dem Problem der Ejakulationsschmerzen bei intravaginalen Orgasmus konnte er mir nicht helfen.

Die Gynäkologin meiner Partnerin hat bei ihr keine Auffälligkeiten festgestellt. D.h., meine Partnerin ist durchschnittlich "tief" und "weit". Es gab über 4 Jahre keine Probleme beim Geschlechtsverkehr.

Und da stehe ich nun, d.h. die Probleme sind nach wie vor existent. Hat jemand einen Tipp für mich?

Danke.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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11.05.2022, 17:34 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Verzeihen Sie bitte unsere so späte Antwort.
Das Problem ist tatsächlich, dass es bei solchen Symptomen aufgrund fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse kein klares Vorgehen gibt. Das heißt, der behandelnde Arzt muss selbst einschätzen, wie weiter vorzugehen ist. Abgeklärt wurde glücklicherweise ja, ob eine Vergrößerung der Prostata vorliegt, was nicht der Fall zu sein scheint. Die wahrscheinlichste Ursache scheint aus unserer Sicht dann die genannte Striktur zu sein, wir können das aus der Ferne aber natürlich nicht sicher sagen und auch Ihr Urologe kann hier nur mutmaßen. Ob er das ähnlich sieht, sollten Sie mit ihm besprechen. Vorstellbar wäre es, dass beim Geschlechtsverkehr diese Striktur irgendwie "belastet" wird, sodass es dann beim Orgasmus zu Schmerzen kommt.
Woher diese Striktur kommt, lässt sich aber wohl nicht mehr sagen.
Dann wäre die Frage, ob diese Struktur behandelt werden kann und welche Risiken ein solcher Eingriff mit sich bringen würde und ob der mögliche Nutzen das Risiko übersteigen würde.
Leider kann man ansonsten hierzu nicht viel Sinnvolles beitragen, da hierzu einfach kaum Erkenntnisse vorliegen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen trotzdem weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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12.05.2022, 19:32 Uhr
Kommentar

vielen Dank für Ihre Antwort und ihren Erklärungsversuch. Erlauben Sie mir dazu bitte noch folgende Rückfrage: Der 2. Urologe meinte schon alleine weil man bei der Harnröhrenspiegelung diese relative Engstelle passieren konnte, kann keine absolute Harnröhrenverengung vorliegen. Ansonsten wäre man da wohl nicht durch gekommen. So seine Meinung. Teilen Sie diese?

In der Nachbesprechung zur Harnröhrenspiegelung wurde mir mitgegeben, dass hier "etwas auf die Harnröhre drückt". Gibt es sowas? (Ich war damals nur froh, dass die Verengung relativ war und nicht absolut und hatte deshalb nicht weiter nachgefragt).

Vielen Dank Ihnen!

Lifeline Gesundheitsteam
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14.05.2022, 19:57 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

was der Urologe da sagt, ist durchaus plausibel und das Argument ist durchaus gültig. Insofern kann man die Einschätzung schon teilen.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch keine andere bessere Erklärung, insofern ist hier alles Spekulation. Herausfinden ließe sich das höchstens mit einer Operation, aber das wäre wie gesagt irrsinnig, eine Operation durchzuführen, bei der man nicht weiß, ob sie hilft und die trotzdem ein Risiko birgt, dass alles eher schlimmer wird.
Es kann schon sein, dass etwas auf die Harnröhre von Außen drückt, es sollte dann gesucht werden, was das ist. Dafür sollte in der Spiegelung geschaut werden, wo das ist und die betreffende Stelle vielleicht nochmal überprüft werden. Es könnte ja z.B. "nur" eine Zyste sein.
Hat Ihr Urologe hierzu noch etwas gesagt?

wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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16.05.2022, 06:09 Uhr
Antwort

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort!

Bzgl. Ihrer Frage ob der Urologe noch etwas gesagt hat?

--> Der Arztbrief der Klinik hat mehrere Punkte empfohlen: (1) PSA-Wert, (2) MRT-Darstellung der Prostata, (3) Beckenbodentraining mit Biofeedback, (4) Hämatospermie.

Die behandelnde Urologie hat diese Punkt meinem Verständnis nach ignoriert. Er hat mich ausschließlich mit Alfuzosien behandelt.

Mittlerweile konnte (1) PSA Wert bestimmen lassen. Der PSA-Wert liegt bei 0.53 ("PSA Gesamt: 0.53 [Normwert: <=2.1 (ng/ml)]).

(2) ist aktuell noch offen: Wie ist hier Ihre Einschätzung? D.h. ist eine MRT Darstellung der Prostata sinnvoll, wenn der Schmerz doch in der Mitte des Penis liegt? Oder adressiert das genau das Thema, dass da was auf die Harnröhre drückt?

(3) Adressiere ich gerade, aber noch nicht gestartet.

(4) Offen

Danke.

 

Lifeline Gesundheitsteam
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17.05.2022, 22:03 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

ja, die Untersuchungen sind sicherlihc nicht falsch. Fraglich ist, ob es diagnostisch wirklich viel weiterhilft.
Der unauffällige PSA-Wert deutet ja zumindest nicht auf eine Prostatavergrößerung hin. Klar kann man das MRT trotzdem durchführen, es ist aber eher unwarhscheilihc, dass sich dabei etwas finden lässt.
Beckenbodentraining ist sicher einen Versuch wert. Wenn es hilft, ist es sicherlich gut.
Was ist mit (4) genau gemeint? Eine Überprüfung, ob Blut im Sprema zu finden ist, mag schon sinnvoll sein, wobei dann weitergesucht werden müsste, woher dieses letztlich kommt.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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22.05.2022, 19:59 Uhr
Antwort

vielen Dank für die Antwort. Leider kann ich bzgl. (4) nicht mehr hinzufügen.

Ein Punkt ist mir noch gekommen, den ich in der Darstellung bisher vergessen hatte:

Auch wurde eine Ejakulatkultur angelegt. Dabei sind folgende Keime identifziert worden:

1. Standardflora (++/mäßig),

2. Keim 1: Enterococcus fascalis (+++/reichlich),

3. Keim 2: nicht ident. grampositive Stäbchen (+/spärlich),

kein Nachweis von obligat anaeroben Bakterien.

Der behandelnde Urologe hat das Ergebnis als normal eingestuft und keine weiteren Schritte eingeleitet.

Hilft das evtl. noch in der Einordnung der Situation/Behandlung weiter?

Danke.

Lifeline Gesundheitsteam
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24.05.2022, 22:14 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

dann ist wahrscheinlich wirklich nur das gemeint, was wir geschrieben haben, also zu suchen, ob Blut im Sperma zu finden ist. Das kann man wie gesagt schon machen.
Bezüglich der Keime ist fraglich, ob die zusätzlichen Keime eine Verunreinigung sind oder tatsächlich Krankheitswert beseitzen. Allerdings würden die Keime nicht die von Ihnen genannte Symptomatik erklären, ein Mechanismus, dass die Keime diese Schmerzen verursachen scheint aus unserer Sicht ziemlich konstruiert. Dass man deswegen mit Antibiotika behandelt, ist eher nicht zu empfehlen, sollte aber natürlich auch mit Ihnen abgesprochen werden. Wie gesagt, wir halten eine Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Behandlung eher für sehr gering, wohingegen Nebenwirkungen eher zu erwarten wären.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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