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Regelmäßige Entzündung Eichel

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage

24.02.2022 | 11:25 Uhr

Hallo,

Ich habe seit ca. 4 Jahren regelmäßig Entzündungen an der Eichel. Momentan treten sie sehr häufig, relativ genau alle 7 Tage auf und bleiben für 1-2 Tage. Ich war schon bei Hautärzten und Urologen und habe ständig andere Cremes verschrieben bekommen. Ich habe lange Zeit regelmäßig zur Vorbeugung auf Rat eines Hautarztes fast täglich Zinksalbe benutzt, aber solbald ich versuche die Salbe abzusetzen kommen die Entzündungen regelmäßig wieder. Dasselbe mit Bepanthen (Rat eines Urologen). Jetzt hat mir ein Urologe empfohlen trotzdem mal ganz mit den Salben aufzuhören damit die Haut sich selber wieder in Gleichgewicht bringen kann. Das versuche ich nun seit einem Monat, trotzdem habe ich wöchentlich wieder die Entzündungen. Auch habe ich das Gefühl dass die Haut oft sehr trocken ist. Wie lange kann das dauernd das es besser wird? Wie lange soll ich dieses Experiment wagen?

Laut der Ärzte seien die Entzündungen nicht so schlimm, ich mache mir aber sorgen, ob die regelmäßigen Entzündungen später zur Entstehung von Krebs führen können. Der Urologe sagt er würde nicht zu einer Beschneidung raten, allerdings ist das momentane auch kein Dauerzustand. Haben sie dazu einen Rat?

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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26.02.2022, 02:06 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

ob eine Beschneidung indiziert ist oder nicht, können wir leider aus der Ferne nicht beurteilen, das müssen Sie mit Ihrem Urologen klären. Es geht sicher auch darum, einen möglichen Nutzen gegen ein vorhandenes Risiko abzuwägen. Eine Krebsgefahr sollte aber durch die Entzündungen nicht entstehen. Dass es trotzdem unangenehm ist, ist nachvollziehbar.
Einen richtigen Rat gibt es hierzu leider nicht, da alles gerade eher experimentell ist. Ein Versuch ohne Salben ist sicherlich auch gut, um zu sehen, ob sich die Haut regenerieren kann. Das scheint ja aber nicht der Fall zu sein. Dann ist die Frage, ob nicht doch dauerhaftes Salben besser ist und ob ein Auslassversuch im Verlauf nochmal durchgeführt werden kann.
Ob Faktoren wie andere Unterwäsche verwenden, die Unterwäsche nachts weglassen usw. hier helfen können, lässt sich nicht sagen. Vielleicht könnte das auch nochmal ein Versuch sein.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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26.02.2022, 06:55 Uhr
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Vielen Dank für ihre Antwort! Ich habe auch nochmal einen Termin bei dem Urologen gemacht um das zu besprechen, leider sind die Wartezeiten sehr lang (~3 Monate).
Könnten Sie bitte noch einmal auf den Punkt der Krebsgefahr eingehen? Mich belastet es psychisch sehr da ich oft gelesen habe, dass chronische oder rezidivierende Balanitiden das Risiko erhöhren können. Ich mache mir daher die ganze Zeit Sorgen, dass sich dort irgendwann Krebs bilden könnte. Leider beschäftigt mich das so sehr, dass ich dadurch auch im Alltag ziemlich eingeschränkt bin und mich ständig damit beschäftige. Es würde mir sehr helfen zu erfahren warum Sie sagen, dass trotz der häfigen Entzündungen die Gefahr nich erhöht ist. Vielen Dank!

Lifeline Gesundheitsteam
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26.02.2022, 13:47 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

gerne. Zum einen ist das Peniskarzinom ein sehr seltener Krebs, das heißt auch bei einer deutlichen Zunahme des Risikos wäre das Gesamtrisiko noch immer niedriger als für andere Krebsarten (die auch insgesamt natürlich selten sind). 
Auf der anderen Seite sind auch vor allem Entzündungen durch Viren, beispielsweise HPV oder Entzündungen im Rahmen von autoimmunen Hautkrankheiten wohl Risikofaktoren. Unspezifische Entzündungen stehen hier derzeit nicht so im Verdacht.
Der Stress, den Sie sich dadurch machen, ist wahrscheinlich insgesamt schädlicher, als die Entzündungen an sich. Wahrscheinlich wirkt er auch einer Genesung eher entgegen, als dass er nutzt. Leichter gesagt als getan wäre es aber wohl hilfreich, wenn Sie den Stress und die Sorge reduzieren könnten. Dazu könnten Sie sich theoretisch Hilfe und Unterstützung holen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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02.03.2022, 09:23 Uhr
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Vielen Dank! Das klingt auf jeden Fall beruhigend.
Ich versuche derzeit so wenig Cremes wie möglich zu benutzen, allerdings ist es momentan immer noch so, dass ich relativ genau alle 7 Tage wieder die Entzündung habe, da kann man die Uhr (bzw. den Kalender) nach stellen.
Was mir aufgefallen ist, meine Eichel / Vorhaut sind immer relativ klebrig, trotz regelmäßiger Hygiene (morgens und abends mit Wasser waschen), auch direkt nach dem Waschen. Mein Urologe hat mir letztes mal empfohlen statt Cremes einfach nur octenisept zu benutzen um die Haut weniger zu iritieren, da ich jetzt gerade wieder eine Entzündung habe habe ich das nun benutzt und jetzt merke ich, dass es kein bisschen mehr klebt sondern ganz normal gleitet.

Meine Frage(n): Kann es sein, dass ich aus irgendeinem Grund da chronisch zu viele Keime habe? Kann ich darauf hoffen, dass sich das durch das deutlich reduzierte benutzen von Cremes wieder bessert, da die Haut wieder ins Gleichgewicht kommt? Falls ja, wie lange kann das dauern?

Ich will mich eigentlich nicht beschneiden lassen, das Aktuelle ist allerdings auch kein Zustand da ich ständig Angst habe dass es wieder kommt und ich deswegen auch kaum noch Sex habe um dem Bereich möglichst wenig zu belasten. Daher überlege ich ob ich nicht doch beim nächsten Urologen Termin in ca. 2 1/2 Monaten über eine Beschneidung spreche, obwohl ich die eigentlich gar nicht will. Reicht die Zeit bis dahin um herauszufinden ob sich das auch ohne Beschneidung bessern kann? Würde sie nämlich eigentlich gerne vermeiden wenn das auch so besser werden kann.

Vielen Dank!

Lifeline Gesundheitsteam
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02.03.2022, 10:18 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

den Auslassversuch mit den Cremes sollten Sie bis zum Termin beim Urologen fortführen. Ein warmes und durch die Cremes feuchtes Milieu kann das Entstehen von Keimen begünstigen. Auch die antiseptische Reinigung mit Octenisept scheint Ihnen gut zu tun. In 2,5 Monaten hat Ihre Haut ausreichend Zeit, sich zu regenerieren. In dieser Zeit müssen Sie auch nicht auf Geschlechtsverkehr verzichten, probieren Sie es einfach aus. 

Sollten Ihre Beschwerden in 2,5 Monaten immer noch bestehen, können Sie mit Ihrem Urologen immer noch über die Beschneidung diskutieren.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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03.03.2022, 19:21 Uhr
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Vielen Dank! Eine (vermutlich letzte) Frage da Sie in der zweiten Antwort Entzündungen durch HPV ansprechen. Wäre es möglich, dass HPV der Auslöser der Entzündungen bei mir sind? Es muss ja irgendeinen Grund dafür geben, dass sie immer wieder wieder kommen.

Vielen Dank!

Lifeline Gesundheitsteam
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04.03.2022, 13:35 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

natürlich könnte auch eine virale Entzündung, wie zB mit HPV bei Ihnen vorliegen. Via Internetforum können wir dazu natürlich nichts genaues sagen, da wir Sie und Ihre Befunde ja nicht kennen und Sie auch nicht körperlich untersuchen können. Testen würde man dies aber über einen Abstrich.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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09.03.2022, 13:11 Uhr
Kommentar

Vielen Dank! Ich verstehe natürlich, dass Sie ohne Untersuchung nichts konkretes sagen können, mir geht es darum es besser zu verstehen damit ich beim Arzt dann die richtigen Fragen stellen kann.

Ich dachte, dass man HPV bei Männern gar nicht testen kann, aber ich werde danach fragen. Können also HPV Viren die selben Symptome wie unspezifische Entzündungen hervor rufen und man kann ohne Test gar nicht unterscheiden ob es unspezifisch oder durch HPV verursacht ist?

Lifeline Gesundheitsteam
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09.03.2022, 13:52 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

tatsächlich ist es so, dass kein Test für Männer zugelassen ist, eine Labordiagnostik und auch der Abstrich auf HPV wird nicht empfohlen.

Zudem ist es so, dass sich eine HPV-Infektion selbst derzeit weder medikamentös behandeln noch anderweitig beseitigen lässt, weshalb auch die Diagnostik hinfällig ist, da sich ja keine Therapiekonsequenz ergibt. Für die Diagnosestellung ist also allein die körperliche Untersuchung nach Schleimhautveränderungen ausschlaggebend. Diese liegen jedoch nicht immer vor, können jedoch behandelt oder entfernt werden.

Als Symptome treten im Verlauf sogenannte Feigwarzen auf, davor berichten Betroffeme von Nässegefühl, Juckreiz und Brennen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesudheitsteam

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