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PSA Anstieg nach Lebertransplantation

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage

21.02.2022 | 11:34 Uhr

Guten Tag, 

mein Vater musste letztes Jahr aufgrund eines fulminant verlaufendem Leberversagen mit einem MELD-Score von 40 "high urgent" transplantiert werden. Dabei erlitt er ebenfalls einen schweren Harnwegsinfekt welcher mit zu einem akuten Nierenversagen geführt hatte. Seitdem ist die Leberfunktion top, die Nierenfunktion hat sich mittlerweile auf ein Kreatinin von 1.2 mg/dl (GFR 67 ml/min) gebessert (vor 5 Monaten bei 1.7mg/dl).

Im Rahmen der Voruntersuchung hat man einen PSA Wert von 1.79 gemessen, angemerkt sei dass zu diesem Zeitpunkt die Leberfunktion größtenteils ausgefallen war. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wurden zwei CTs angefertigt.Ein Jahr später liegt der PSA bei 3.97. 

Seit der Transplantation hat mein Vater Probleme beim Wasserlassen bekommen, u.a. weil er aufgrund des Tacrolimus auf eine tägliche Trinkmenge von 2.5 Liter achten muss. Die Probleme beziehen sich dabei auf einen schnell einsetzenden starken Harndrang

Seit der LTx hatte er keinen Harnwegsinfekt, das CRP liegt <0.6 mg/l, noch sonstige Infekte. Frühere DRU lieferten ebenfalls keinen Malignomverdacht.

Daher wollte ich fragen, welche Faktoren für die Veränderung des PSA neben PCA in Frage kommen könnten?

-Hormonelle Veränderungen nach TX? Veränderte Essensgewohnheiten? Häufiger Harndrang? Stark eingeschränkte Leberfunktion bei der ersten Messung? Fahrradfahren? (Er fährt als sportliche Betätigung sehr oft Fahrrad (ca. 8 Stunden/Woche) ), häufigerer Stuhlgang kurz vor der letzten Untersuchung? Folgeschäden durch den schweren Harnwegsinfekt vor einem Jahr? 

Aufgrund der Immunsupression würden wir gerne nicht allzu leichtfertig biopsieren lassen, wegen selbiger aber such nicht leichtfertig eine Biopsie zu spät durchführen.

Vielen Dank!

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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24.02.2022, 14:06 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

auch eine chronische Prostatitis kann die PSA Erhöhung erklären. Hier sollte ggf. die urologische Diagnostik erfolgen. Eine Immunusppression nach der Transplantation kann es dem Körper sehr erschwerden, auch harmlose Keime abzuwehren. Dies könnte auch den Harndrang erklären.

Eine transplantierte Leber ist nicht die "originale" Leber, es kann dauern bis die Leber weitgehend normal funktioniert. Auch ist natürlich eine Abstoßung möglich. Die Leber ist in sehr viele Prozesse im Körper eingebunden, wie z.B. den Hormonhaushalt und in die Verdauung.

Zunächst kann auch einfach ein Ultraschall der Prostata erfolgen bzw. eine Infektabklärung ohne Biopsie via Vier-Gläser-Probe.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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