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Blase Druckgefühl

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Urologie | Expertenfrage

04.11.2022 | 23:40 Uhr

Liebes Expertenteam, wie so viele andere bin ich leider sehr verzweifelt, da mir niemand helfen kann oder will.

Vor 4 Wochen verspürte ich ein Druckgefühl auf die Blase, der einfach nicht weg ging. Ich hatte mich erinnert, dass ich das vor 21 Jahren schon mal hatte und der damalige Urologe sagte, ich solle mich nicht so anstellen und ich tatsächlich nichts dagegen tat. Es war dann wohl auch nach ein paar Tagen wieder weg.

Ich ignorierte es die ersten Tage, bis ich zum doch mal zum Hausarzt ging und er mir Cotrim verschrieb. 5 Tage eingenommen, kein Effekt. Abstrich gemacht, 7 Tage später kam raus. Es waren ecoli und steptokokken im Abstrich zu sehen. Urinproben waren immer unauffällig gewesen. Dagegen Amoxicillin genommen. Das Druckgefühl blieb aber, mal mehr mal weniger. 5 tage nach Einnahme habe ich nochmals Urinprobe einschicken lassen und bin ins Krankenhaus, weil 1. Kein Facharzt mich behandeln wolle früher als ende Nov und 2. Das Gefühl schlimmer wurde. Im Krankenhaus dann Harnröhrenabstrich (sehr schmerzhaft) und Urinprobe gemacht. Ultraschall ergab nichts. Die behandelnde Ärztin sagte, ich solle mich schonen und dann wird das schon wieder. habe das diese Woche gemacht. Leider keine Verbesserung Gestern habe ich rote Blutkörperchen im urin gehabt. Wieder ins Krankenhaus. Wieder nichts zu sehen bei weiterer Probe. Und ich wurde gefragt, was ich dort mache, schließlich hätte ich keine akuten Schmerzen. 

Heute Vormittag dann fast ein wunder. Das Gefühl war nur noch ganz schwach da. Leider heute Abend das genaue Gegenteil. Ich habe mich heute wohl uberanstrengt und habe auch gefroren am Nachmittag. Auf einmal war mir abends sehr kalt und das Druckgefühl und sogar Schmerzen waren so groß wie nie. Ich hatte regelrecht eine Panikattacke und habe stark geschwitzt und gefroren gleichzeitig.

Sorry für den ganzen Text, aber ich dachte, er hilft evtl. bei der Findung einer Ursache.

In kurz zusammengefasst.

Seit 4 Wochen Druckgefühl auf der blase. Der Penis bzw  die Harnröhre fühlt sich vom inneren Gefühl kalt an. Aber keine großen schmerzen, kein dringendes Wasserlassen. Die Blase fühlt sich auch vollständig entleert an. Ich uriniere etwas häufiger als sonst. Ich trinke aber auch um einiges mehr.

Abends, wenn ich im bett liege, ist das Gefühl nach 30-60 Minuten fast verschwunden. Es fühlt sich tatsächlich so an, dass es ganz okay ist, wenn ich gelassen bin. Ich bin aber sehr Kälte empfindlich und auch bei Stress wird es deutlicher spürbar. ich trinke auch viel abführenden Tee (Zinnkraut, Brennessel), und nehme immunstärkende Ergänzungen und cranberola. Aber das häufige Wasserlassen im Anschluss fühlt sich dann so an als ob es das Gefühl verstärkt und es irgendwie wund ist in der Harnröhre, auch wenn es nicht brennt. Das wirklich frustrierende ist, dass weder Hausarzt noch Krankenhaus Urologen mir sagen konnten, was das Problem ist. Das ist natürlich unglaublich psychisch belastend, weil es 1. Nicht besser wird und 2. Kein weg aufgezeigt wird. 

Auf Urologieseiten komme ich auch nicht weiter. Reizblase scheint es nicht zu sein. Blasenschmerzsyndrom passt auch nicht ganz. Ist es hier vor allem meine Psyche, die das bewirkt? Sind es Nervenstörungen in der Blase? Was sind konkrete dinge, die ich machen kann? Weiterhin viel abführenden Tee trinken? Soll ich mich schonen oder aktiv sein?

Alle Urologiepraxen wollen mir frühestens in 3 Wochen einen Termin geben und Krankenhaus sagte, wenn es nach 6 Wochen nicht besser wird, soll ich mir einen Termin machen.

Ich wäre Ihnen für jegliche hilfestellung sehr dankbar, 

Vielen herzlichen Dank.

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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09.11.2022, 12:54 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Verzeihen Sie bitte unsere so späte Antwort. Wir können das aus der Ferne natürlich auch nicht sicher beurteilen und auch keine Therapieempfehlung geben oder eine Diagnose stellen.
Allerdings wurden Sie ja bereits recht gut untersucht und es gibt keine Hinweise auf irgendetwas Konkretes. Dass alles psychisch bedingt ist, wäre natürlich eine Erklärung. Aus unserer Sicht ist das aber nicht die beste Erklärung, da da Gefühl dann immer dann nachlassen sollte, wenn Sie abgelenkt sind, nicht nur bei Ruhe.
Vorstellbar wäre aus unserer Sicht, dass Maßnahmen wie abführender Tee oder "zu viel" trinken die Symptomatik eher verschlimmern, was auch immer diese in erster Linie ausgelöst haben mag.
Vielleicht können Sie versuchen, kurzfristig weniger zu trinken und auszuprobieren, was dann passiert. Leider gibt es aufgrund der unklaren Ursache hier kein besseres Vorgehen als alles mögliche auszuprobieren.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit etwas weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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09.11.2022, 14:37 Uhr
Kommentar

Vielen lieben Dank für die Ideen.

Tatsächlich glaube ich die Antwort vorgesehen erhalten zu haben.

In meinem Urin ist Ketose gefunden worden, nachdem ich die Nacht nicht schlafen konnte, weil die Harnröhre stark schmerzte. Die Hausärztin ist überzeugt, das mein Körper viel zu übersäuert ist. Und dass mein saurer Urin die Reizung in der Blase und Harnröhre verursacht hat. Das erklärt in jedem Fall, dass mehr urinieren zu Mehr schmerzen geführt hat.Seit gestern früh versuch ich intensiv aus der Ketose zu kommen, es ist aber recht hart. Ich friere immer noch sehr, obwohl ich nur noch viel Basisches esse. Gestern Abend hatte ich auch starke schmerzen, die aber heute morgen fast verklungen waren. Jetzt eben ist es wieder stärker geworden. Ich bin trotzdem frohen mutes, dass ich bald wieder einen gesunden Stoffwechsel habe und dann nichts mehr weh tut und brennt. Wissen Sie zufällig wie lange sowas dauern kann? Ich stelle mich geistig auf wochen ein, bis alles wieder halbwegs normal ist.

Vielen Dank und viele Grüße 

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10.11.2022, 02:23 Uhr
Kommentar

Leider hat sich die Theorie nicht bestätigt. Brenngefühl in der Harnröhre ist immer noch da, obwohl der Urin laut ph wert okay bzw. Schon basisch ist. Nach Schmerzmittel Einnahme gestern und buscopan war irgendwann nachts der Schmerz weg bis heute Vormittag. Dann fing es wieder langsam an und steigerte sich.

Die Suche geht weiter. 

Urologie Termin kriege ich erst in 4 Wochen. Sollte aus ihrer Sicht die Prostata dringend geprüft werden ?

Lifeline Gesundheitsteam
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14.11.2022, 16:38 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Peter H.,

Schade, dass es zu einem Rückschlag kam. Allerdings sollten Sie sich davon nicht gleich entmutigen lassen, da es etwas dauern kann, bis sich alles wieder bessert, wenn die Harnröhre über eine längere Zeit ständig gereizt wurde. Insofern spricht nichts dagegen, mit der basischen Ernährung erst einmal weiterzumachen. 
Ansonsten spricht die Wirksamkeit von Buscopan auch ein bisschen für eine Verkrampfung, welche allerdings auch eine Folge der Reizung sein könnte. Insofern ist eigentlich noch nichts so richtig ausgeschlossen.
Die Prostata zu untersuchen wäre sicherlich sinnvoll. Allerdings sind Sie nicht im Alter, in dem eine Vergrößerung zu erwarten wäre. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Prostata ernsthaft erkrankt ist. Eine Abklärung wäre trotzdem sinnvoll. 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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14.11.2022, 18:54 Uhr
Kommentar

Vielen lieben Dank für die Antwort.

Heute konnte ich endlich zum Urologen.

Seiner Ansicht nach ist die Harnröhre durch die ganzen wochen gereizt. Dadaher werde ich jetzt erstmal Diclofenac nehmen bis das schmerzgefühl halbwegs weg ist. Die Druckschmerzen auf der Blase sind wohl Verkrampfungen. Diese werden erst besser, wenn der Schmerz weg ist und der Körper sich entspannen kann.

Ich werde das weiter testen, bin aber frohen Mutes, dass das der richtige Weg ist. Ich habe auch gelernt, dass es Wochen bzw. Monate dauern kann, bis der Schmerz ganz weg ist. Nicht schön, gibt mir aber eine Perspektive.

Nächste Woche mache ich noch einen uriflow, um zu checken, ob die Ursache für die reizung unter Umständen eine blockierte stelle in der Harnröhre ist.

Nochmals herzlichen Dank für die Antwort und das Mutmachen. Das ist so wichtig, wenn es einem schlecht geht.

Lifeline Gesundheitsteam
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15.11.2022, 15:28 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Peter H.,

ja, das ist schon ein sinnvolles Vorgehen, das der Urologe vorschlägt. Und wie Sie schon richtig sagen, ist jetzt vor allem Geduld wichtig. Aber den Behandlungsweg langfristig zu verfolgen, ist sicherlich eine gute Idee. 
Wir drücken Ihnen die Daumen, dass bald eine Besserung eintritt. Sollten sich weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich gerne wieder für Sie da. 

Bis dahin alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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