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Krätze

Kategorie: Sonstige-Medizin » Expertenrat Sexualmedizin | Expertenfrage

16.07.2020 | 18:23 Uhr

Mein Freund war vorhin beim Arzt er sagte er hätte krätze das machte sich bei ihm im Genitalbereich bemerkbar er vermutet sich bei mir angesteckt zu haben ich aber habe null Symptome 

Wir sehen uns nixjt täglich hatten davor aber Sex muss ich jetzt davon ausgehen das ich die krätze habe ? Und mein 3 jähriger Sohn dann auch ?

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Lifeline Gesundheitsteam
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17.07.2020, 12:16 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Krätzemilben besiedeln bevorzugt warme Areale mit dünner Hornschicht. Bei Männern preferieren die Milben den Penisschaft, bei Kleinkindern manifestieren sich die Skabiesexantheme häufig an Hand- und Fußsohlen, sowie am behaarten Kopf und/oder im Gesicht; bei Erwachsenen bleiben Kopf- und Nackenbereich sowie hand- und Fußsohlen meist ausgespart.

Das Krätzeexanthem hat eine typische Optik. Zunächst werden die Milbengänge als kommaartige, oft unregelmäßig gewundene, wenige Millimeter bis 1 cm lange Erscheinungen, die gelegentlich in einem kleinen Bläschen enden, sichtbar. Die Milbenprodukte wie Eier, Exkremente und tote Tiere verursachen eine Immunreaktion, die sich als Pusteln oder Bläschen äußert. Hinweisgebend ist ein permanent präsenter, generalisierter stark ausgeprägter Juckreiz, dieser verstärkt sich typischerweise in der Nacht. 

In der Regel werden Krätzemilben durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen.Theoretisch können Skabiesmilben über Textilien wie Bettwäsche, Wolldecken, Unterwäsche oder Verbandsstoffe übertragen werden. Aufgrund der rasch abnehmenden Infektiosität außerhalb der Haut, der geringen Milbenzahl bei immunkompetenten Menschen und der langsamen Fortbewegung der Milben ist dies bei gemeiner Krätze jedoch kaum zu erwarten.

Skabiesmilben sind umso weniger infektiös, je länger sie von ihrem Wirt getrennt sind. Bei den in Deutschland üblichen Raumtemperaturen von um die 21 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40-80% ist von einer maximal 48-stündigen Infektiosität auszugehen. Bei 34 Grad Celsius Umgebungstemperatur überleben die Milben bereits weniger als 24 Stunden, bei 50 Grad Celsius (Waschmaschine, Trockner) maximal zehn Minuten. Niedrigere Temperaturen und eine höhere relative Luftfeuchtigkeit verlängern dagegen die Überlebenszeit.

Da Sie enge Kontaktpersonen sind, sollten Sie, soweit die Behandlung aus ärztlicher Sicht medizinisch vertretbar ist, zeitgleich behandelt werden. Bereits in der Inkubationszeit können Sie andere Personen anstecken.(Bei einer Erstinfestation beträgt die Inkubationszeit zwei bis fünf Wochen.) Deshalb sind intensive Hautkontakte für die Dauer der Inkubationszeit zu vermeiden. Ferner müssen Sie auf skabiestypische Symptome achten und sich bei entsprechenden Anzeichen umgehend in dermatologische Behandlung begeben.

Wir raten Ihnen, sich mit Ihrem Sohn bei Ihrem Hausarzt vorzustellen und bezüglich einer Therapie beraten zu lassen.

Zudem sollten Sie in Ihrer Wohnung die sogenannten "Umgebungsmaßnahmen" (bei der gewöhnlichen Skabies) durchführen:

  • Kleider, Bettwäsche, Handtücher und weitere Gegenstände mit längerem Körperkontakt (wie Blutdruckmanschetten, Pantoffeln, Stofftiere, etc.) bei mindestens 50 °C für wenigstens zehn Minuten waschen oder mit Hilfe eines Heißdampfgeräts dekontaminieren.
  • Wenn waschen und dekontaminieren nicht realisierbar ist, Gegenstände und Textilien in Plastiksäcke stecken oder in Folie einschweißen und für 72 Stunden bei mindestens 21 °C aufbewahren (bei geringer Luftfeuchtigkeit bzw. direkt vor einem auf mindestens 21 °C eingestellten Heizkörper reichen auch 48 Stunden aus).
  • Alternativ vermutlich kontaminierte Gegenstände für zwei Stunden bei -25 °C lagern.
  • Betten frisch beziehen.
  • Polstermöbel, Sofakissen oder textile Fußbodenbeläge (wenn Erkrankte mit bloßer Haut darauf gelegen haben) mit einem starken Staubsauger absaugen (Filter und Beutel danach entsorgen) oder für mindestens 48 Stunden lang nicht benutzen. Diese Maßnahme ist wegen der geringen Ansteckungsgefahr nicht zwingend erforderlich.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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