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sehr schwerer Schlaganfall

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

09.11.2006 | 07:14 Uhr

Hallo,
meine Schwiegermama 70, hatte kürzlich (vor ca.10Tagen) einen schweren Schlaganfall. Ihre komplette linke Gehirnhälfte ist zerstört und irreperabel. Worauf müssen wir uns einstellen. Sie ist immer schläfrig, hat ihre Augen noch nicht geöffnet. Wenn wir bei ihr sind und sagen wer dort ist meinen wir, das sie reagiert. Heut z.B. hab ich gesagt das ich da bin und gefragt, ob sie mich hört. Hatte meine Hand hin gehalten und sie hat dann nach meiner Hand gesucht und sie gedrückt. Allerdings muss man sie immer wieder wecken, da sie oft von einer sekunde zur nächsten schläft. Ist sie denn richtig wach, auch mit geschlossenen Augen? Die Augäpfel bewegen sich hin und her. Was heisst das?! Wird sie wieder zu sich kommen?
Was kann man tun um sie länger wach zuhalten? Also nicht nur ein paar Minuten, sondern mal 30 Minuten usw.?
Was heisst es für meine Schwiegermama, wenn die komplette linke Gehirnhälfte ausgefallen ist? Was wird sie je überhaupt wieder machen können? Wird sie unsere Gesichter erkennen? Wird sie wieder sprechen können? Bzw. wird sie es wieder einigermaßen lernen können?

Ich hoffe, dass sie mir helfen können!

Grüsse aus Niedersachsen

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09.11.2006, 07:42 Uhr
Antwort

Grüß Gott,
es ist nach 10 Tagen noch nicht möglich, eine Vorhersage für den weiteren Verlauf zu machen. Allerdings spricht die Schilderung für einen ausgedehnten Schlaganfall der linken Hirnhälfte. Dies bedeutet auch, dass sie wahrscheinlich ihr Sprachvermögen verloren hat. Die Schläfrigkeit ist häufig eine Folge der Schwellung um den Schlaganfall herum und legt sich mit der Zeit. Fragen Sie die Ärzte, ob es Hinweise im CT oder MRT gibt, dass eine starke Schwellung vorliegt. Es sollte auf jeden Fall ein Neurologe an der Behandlung beteiligt sein, falls Ihre Schwiegermutter nicht in einer neurologischen Abteilung behandelt wird.
Auch wenn ein Mensch mit einem solchen Schlaganfall kaum etwas versteht, so spürt er doch die Nähe von geliebten Menschen. Sie können nur durch Berührung und Ansprechen ihr zeigen, dass sie nicht allein ist, ihr also Angst nehmen. Sie fühlt Sie, auch wenn sie Sie nicht hört und versteht.
Leider kann niemand Ihre Fragen jetzt schon beantworten.
Ihr
Dr. Peter Frommelt, Asklepios-Klinik, 94571 Schaufling/Deggendorf

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10.11.2006, 06:53 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Frommelt, vielen Dank für die lieben Worte. Auch wenn es keinen Trost gibt. Meine Schwiegermutter, hatte gestern kurzzeitig ein Auge geöffnet. Bisher konnten wir mit den Ärzten noch nicht sprechen. Die genaue Diagnose lautet wie ich weiss -Hirninfarkt li mit Somnolenz und Aphasie. Wird es denn vielleicht möglich sein, dass Sie das sprechen wieder lernen kann? Also das die rechte Gehirnhälfte ein Teil übernehmen kann?

Haben gestern einige beobachtungen gemacht, können daraus aber nicht viel schliessen. (Es gab vor dem Geschehen leider Familienprobleme, so dass meine Schwiegermutter keinen Kontakt mehr einigen ihrer Kinder haben wollte). Nun ist es so, wenn gerade diese Personen am Bet stehen, wird Sie unruhig und schubst diejenigen mit Handbewegungen weg, bzw. nimmt auch keine Plüschtierchen oder der gleichen. Wenn mein Mann und ich an dem Bett sind, ist sie ruhig, drückt uns die Hand, sucht unsere Hand ... hat das irgendwas zu bedeuten? Kann man daraus schon irgendwie schliessen, dass sie was bewusst wahrnimmt?

Danke! Viele Grüsse aus Niedersachsen

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13.11.2006, 07:38 Uhr
Antwort

Hallo,

die Ärzte haben meine Schwiegermutter aufgegeben. Noch in dieser Woche soll sie in ein Heim. Ich bin fassungslos. Es wird auch kein Neurologe hinzu gezogen, da es keine Chancen gibt, laut der Ärzte. Aber sie reagiert doch immer, wenn wir da sind!! Ich werde auf jedenfall sehen das ich sie im Heim irgendwie beschäftigen kann, mit was auch immer. So das sie so nach und nach immer wacher wird. Auf dem CT/MRT sind keine Schwellungen oder Blutungen im Gehirn zu ersehen. Heisst das denn, dass die Benommenheit nicht abnimmt?

Haben Sie einen Vorschlag, was gut vom Nutzen wäre um meine Schwiegermutter zu beschäftigen?

Grüsse!

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13.11.2006, 16:43 Uhr
Antwort

Grüß Gott,
wenn ich es richtig verstehe, liegt der Schlaganfall erst etwa 14 Tage zurück. Das ist viel zu früh, um hier eine Prognose abzugeben. Ich glaube nicht, dass jemand, der nicht Neurologe ist und nicht mit Schlaganfällen Erfahrung hat, hier ein fachgerechtes Urteil abgeben kann. Es gehört zu den Standards der Schlaganfall-Behandlung, dass ein Neurologe hinzugezogen wird. Sprechen Sie mit dem Chefarzt der Abteilung. Ich würde an Ihrer Stelle darauf bestehen, dass Ihre Schwiegermutter in eine Rehabilitationsklinik verlegt wird. Erst dann, wenn man sie ein paar Wochen versucht hat zu rehabilitieren, kann man wirklich sagen, ob keine Chancen auf eine Erholung bestehen. Vielleicht kann sich Ihr Hausarzt auch noch einmal direkt mit dem Chefarzt der Klinik in Verbindung setzen, denn er kennt ja Ihre Schwiegermutter von früher.
Ihre Schwiegermutter benötigt Physiotherapie und Ergotherapie. Nochmals: Versuchen Sie mit allen Kräften, eine Rehabilitation zu erreichen.

Mit besten Grüßen
Dr. Peter Frommelt

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