Rückenmarksinfarkt

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

01.10.2009 | 01:52 Uhr

Hatte am 7.8. diesen Jahres einen sog. Rückenmarksinfarkt. (bin 31 Jahre alt). Nach einer OP an den Brustwirbeln TH7, TH8 und TH9 am 8.8.09 saß ich im Rollstuhl. Nach einer 4-wöchigen REHA geht es mir heute wieder sehr gut. Ich kann wieder laufen (mit einer vorübergehenden Knieschiene) und bis auf einige Rückenschmerzen (ich denke, es liegt an den Fixateuren, die meine Wirbelsäule im Bereich der BWS stabilisieren) habe ich kaum mehr Einschränkungen im Alltag.
Das Einzige, was ich derzeit als sehr störend empfinde, ist dieses sog. Ameisenkrippeln, welches ich ab dem Bauchnabel abwärts bis in die Füße, sowohl rechts als auch links empfinde. Es fühlt sich an, als wären die Beine eingeschlafen.
Neben meiner ambulanten REHA und Krafttraing im Fitnessstudio suche ich nach medizinischen Möglichen oder alternativen Heilmethoden, um das Gefühl in meinen Beinen wieder zu erlangen.
Können Sie mir einen Rat geben oder haben Sie evtl. sogar spezielle Therapievorschläge?
(das Einzige, was ich bezüglich des Taubheitsgefühls bisher an Behandlung nutzen konnte, waren Zweizellenbäder mit galvanischem Strom.

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02.10.2009, 05:13 Uhr
Antwort

Grüß Gott,

es freut mich sehr zu hören, dass Sie wieder gehen können. Aufgrund eines Rückenmarkinfarktes kommt es nicht selten zu einem Art Chaos in den Rückenmarksnerven, so dass Sie wie in einer gestörten Telefonzentrale, ständig Störmeldungen wie Missempfindungen, Ameisenkribbeln, nach oben zum Gehirn melden.
Um unser Vorgehen zu verstehen, eine kurze Veranschaulichung. Meldungen aus unserem Körper müssen durch ein Cate, so ein Art Eingangskontrolle wie beim Flughafen, um ins Bewusstsein zu kommen. Nun drängen sich diese Missempfindungen immer durch das Cate und wir müssen versuchen, dass wir statt dieser unangenehmen Fluggäste angenehme Fluggäste durch das Cate lassen. Zum Beispiel beim „Zwei-Zellen-Bad“ werden andere Empfindungen nach oben gesandt, die verhindern, dass diese Störgeister durch das Tor hindurch kommen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit der sogenannten transkutanen Nervenstimulation angenehme Impulse nach oben zu schicken, die den Schmerzen den Zugang zum Bewusstsein verwehren. Sie können es auch einmal mit Fußsohlenreflexmassagen versuchen, Aromatherapie für die Beine oder andere Verfahren, die alle nicht wissenschaftlich gesichert sind, die aber doch einigen Patienten Erleichterung bringen. Medikamente werden Sie sicher von Ihrem Hausarzt und Neurologen empfohlen bekommen haben. Meiner Erfahrung nach hält sich die Wirksamkeit der Medikamente ziemlich in Grenzen.
Noch ein Tipp: Nehmen Sie warme Rapskörner, kippen Sie die in eine Schüssel und bewegen Ihren Fuß in diesen warmen Rapskörner für etwa 5 – 10 Minuten. Probieren Sie es einfach aus.

Beste Grüße

Dr. P. Frommelt

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04.10.2009, 01:06 Uhr
Antwort

Hallo Herr Dr. Frommelt,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort.
Ich werde alle von Ihnen genannten Möglichkeiten in meinen Therapieplan einbeziehen und Ihnen eine Nachricht zukommen lassen, wie mir diese bekommen sind.
Ihnen ein schönes Wochenende

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27.04.2010, 01:58 Uhr
Antwort

Hallo,
ich höre heute zum ersten Mal von einem Rückenmarksinfarkt da dies bei der Frau von meinem sehr netten Kollegen diagnostiziert wurde. Sie ist 39! Wir sind hier alle fassungslos wie schnell sowas geht. Sie kann sich ab dem Kopf runter nicht bewegen. Meine Frage: gibt es Vorzeichen? Gab es nur die OP oder andere Alternativen? War das gleich klar dass dies durch eine OP wieder helbar ist? Sorry dass ich Sie damit überfalle, nur mache ich mir Gedanken. Dennoch wünsche ich Ihnen alles Gute und gute Genesung!

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29.04.2010, 09:03 Uhr
Antwort

Hallo,
es tut mir leid, zu hören, dass es in Ihrem Freundeskreis einen solchen Krankheitsfall gibt.
Um auf alle Ihre Fragen zu antworten bedarf es einiger Zeit und deswegen biete ich Ihnen an, mich anzurufen.
Mein Name ist Doreen Schulz-Görgner und Sie erreichen mich jederzeit unter 0171-9980016.
Ich nehme mir gern die Zeit für ein ausführliches Gespräch.
mit freundlichen Grüßen

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17.08.2010, 01:49 Uhr
Antwort

Ich (Weiblich 26 Jahre) habe genau das gleiche Problem.
Ich hatte im März diesen Jahres einen Rückenmarksinfarkt (Höhe BWK 10/11). Nach 3 Wochen krankenhausaufenthalt und 6 wöchiger Reha geht es mir mittlerweile ganz gut, außer Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich. Allerdings spüre auch ich Gribbeln vom Bauchnabel her abwärts bis zu den Füßen. Das einzige was bei mir auch versucht wurde, waren die Zweizellenbäder, welche allerdings auch keinen wirklichen Erfolg hatten.

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