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Nachts Taube Hände/Arme

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

13.03.2006 | 05:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Frommelt,

mein Problem ist, daß ich seit einiger Zeit immer wieder Nachts aufwache und eine Hand/Arm, manchmal auch beide Seiten, eingeschlafen sind oder so komisch taub sind und kribbeln. Das dauert dann immer mehrere Minuten und kommt in letzter Zeit immer häufiger vor. Das erste Mal kam es letztes Jahr in Abu Dhabi nachts im Bett und zwar sind mir damals schlagartig beide Hände und Arme bis zu den Schultern eingeschlafen, so dass ich richtig Panik bekam.
Ein komisches begleitendes Symtom ist auch, daß ich meistens dabei eine total trockene Kehle und Herzrasen bekomme.

Auch passierte es in letzter Zeit beim sticken öfter, daß dabei meine linke Hand bzw. Finger(kuppen) taub werden.

Ich bin 40 Jahre alt, nehme seit ca. 1/2 Jahr wegen zu hohem Blutdruck (150:100), Betablocker Metohexal succ 23,75 mg morgens und abends ein. Mein Blutdruck ist jetzt immer so 120-125 zu 80-85. Cholesterin ist eigentlich normal (235).
Ich rauche leider seit ca. 25 Jahren 30-40 Zigaretten täglich und trinke gerne mal 1-2 Weißbier. Habe Bandscheibenprobleme (Vorfall im Lendenbereich) und starke Verspannungen im Nackenbereich, sowie seit ca. 1/2 Jahr eine hartnnäckige Entzündung im rechten Ellenbogen.

Gelegentlich habe ich auch leichten kurzen Schwindel und feine kurze stechende Schmerzen im Kopf.

Sportlich mache ich nur 3-4 mal wöchtentl. meine Rückengymnastik, gelegentl. Trockenübungen am Rudergerät und naja, ansonsten gehe ich in der Mittagspause 1/2 Std. draußen spazieren.
Beruflich sitze ich 9 Stunden täglich im Büro und da überwiegend am PC.

Nachdem ich ja doch einige Risikofaktoren besitze (Zigaretten, Alkohol),möchte ich Sie fragen, ob meine Symptome Vorboten für einen Schlaganfall sein könnten? In der Familie gibt es übrigens keine Schlaganfälle oder Herzinfarkte.


Mein Hausarzt meinte letztes Jahr bei der Untersuchung, es wäre alles in Ordnung (das Einschlafen/Kribbeln käme von Verspannungen) und lehnte eine Ultraschalluntersuchung der Hauptschlagadern/Venen ab. Er sagte, daß bei einem Schlaganfall immer nur eine Seite und dann meistens eine ganze Körperhälfte betroffen wäre und einschläft oder taub wird....??? Ist das richtig?

Leider kommen diese Symtome aber seit einigen Monaten immer häufiger vor, so daß ich langsam doch Angst bekomme und sehr beunruhigt bin.

Für Ihre Bemühung möchte ich mich schon jetzt Bedanken.

Viele Grüße
Susanne

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14.03.2006, 08:25 Uhr
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Sehr geehrte Susanne,
Sie schreiben sehr offen, und haben ja einige Ihrer gesundheitlichen Risiken schon mit Recht beim Namen genannt. Das ist immer der erste Schritt, um ein Problem zu lösen.
Glücklicherweise ist in den meisten Fällen die Ursache harmloser Art, entweder drückt man auf das Armgeflecht in der Schulter oder auf das Handgelenk. Beidseitige eingeschlafene Arme sind keine Vorboten eines Schlaganfalls.
Am ehesten noch möchte ich vermuten, dass bei Ihnen eine Einengung des mittleren Handnerven vorliegt, der am Handgelenk in die Innenhand eintritt. Dort muss er durch einen Kanal, man nennt dies den Carpaltunnel, der nicht selten etwas zu eng ist. Dies kann ein Neurologe sehr einfach durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit feststellen.
Im übrigen haben Sie selber schon so gut beschrieben, was zu ändern wäre. Ich kann Ihnen nur Mut machen, das in die Tat umzusetzen. Versuchen Sie dabei, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Überlegen Sie sich, welchen Sport Sie gerne machen und nehmen Sie sich vor, dass Sie bis zum Sommer auf die Hälfte der Zigarettenzahl runtergekommen sind. Belohnen Sie sich dafür mit anderen schönen Sachen,

Mit besten Grüßen
Dr. Peter Frommelt

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14.03.2006, 09:28 Uhr
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Sehr geehrter Herr Dr. Frommelt,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Da Sie mir hinsichtlich eines Schlaganfalls eigentlich das gleiche sagen, wie mein Arzt, bin nun doch sehr beruhigt und erleichtert.

Das mit dem weniger rauchen habe ich leider schon mehrmals erfolglos versucht. Das klappte meistens nur 2-3 Wochen... Ich arbeite aber an mir, bald ganz mit dem rauchen aufzuhören. Ich habe nur die starke Befürchtung, daß ich dann noch mehr und schneller zunehmen werde, als ich es die letzten 10 Jahre so schon tue. Dann stellt sich aber die Frage, was ungesünder ist; zig Kilo Übergewicht oder weiter rauchen? Ich habe vor kurzem mal gelesen, daß laut einer Studie Übergewichtige kürzer leben, als normalgewichtige Raucher...??
Am besten wäre natürlich, beides durch Umstellung einiger Lebensgewohnheiten in den Griff zu bekommen, gar keine Frage. Aber das ist eben sehr sehr schwer und erfordert dauerhaft enorme Disziplin.

Auf jeden Fall bin ich aufgrund Ihrer Einschätzung jetzt erstmal erleichtert und bedanke mich nochmal ganz herzlich bei Ihnen.

Beste Grüße, Susanne

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17.03.2006, 01:07 Uhr
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Sehr geehrte Susanne,
viel Erfolg!

Beste Grüße
Dr. Peter Frommelt

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30.03.2006, 01:39 Uhr
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ich bin 56jahre
und
leider seid letzten jahr
taube linke hand,
herzbeschwerden
panik,
schlaflosigkeit
mit der linken hansd kann ich nichts mehr heben
dauerkopfschmerz

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30.03.2006, 01:48 Uhr
Antwort

Hallo zusammen,
ich war gestern bei meinem Orthopäden und der hat durch Röntgenaufnahmen und Tests der HWS festgestellt, daß ich u.a. eine ziemlich üble HWS habe. Möchte das jetzt nicht im einzelnen aufzählen. Auf jeden Fall kommen meine Beschwerden (taube/eingeschlafene Hände, Arme, Finger, kribbeln etc.) definitiv von der HWS. Also keine Schlaganfall-Vorboten etc.
Was ja auch Herr Dr. Frommelt schon vermutet hat.
Viele Grüße, Susanne

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23.04.2006, 12:44 Uhr
Antwort

Hallo,
habe auch dieses Leiden, seit fast 10 Jahren! Es sind mal einzelne Finger, mal 2-3 (aber nicht immer die selben) oder gar alle, bis zur ganzen Hand. Bin 43 Jahre alt und rauche auch.
Laufe von einem Arzt zum anderen, alles gleich Null! Kriege nachts wegen der Beschwerden keinen Schlaf, am Tage geht es. War vor Kurzem wieder zum MRT und es wurde ein Bandscheibenvorfall an der HWS (5.-6. HW) festgestellt, aber der soll nicht diese Beschwerden verursachen. Nerven, Rückenmark usw. alles in Ordnung, auch die Karpaltunnel.
Kann so nicht mehr leben, und will es auch nicht! Gibt es denn keine Hilfe?

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24.04.2006, 02:59 Uhr
Antwort

Grüß Gott Paula,
Ihren Hilferuf habe ich gelesen. Nur ist das Internet kein guter Weg, um Menschen, die wie Sie leiden, zu helfen. Man kann sich schwer vorstellen, dass Sie nicht einen Arzt finden, der Ihnen gut zuhört und mit Ihnen gemeinsam versucht herauszufinden, woher die Beschwerden kommen. Schmerzen sind, das habe ich in meiner letzten Antwort schon geschrieben, wie eine Brücke zwischen Seele und Körper. Wenn man diese Brücke verstehen will, muss man sich mit beiden Seiten des Flusses beschäftigen. Es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht genauere Hilfen anbieten kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Frommelt
Asklepios Klinik Schaufling

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