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Markumar und Gehirnblutung - keine Überlebenschance?

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

10.03.2009 | 05:16 Uhr

Hallo,
Ich weiß, dass diese Frage nur bedingt in dieses Thema passt, dennoch muss ich sie loswerden.
Mein Vater (59) wurde heute morgen mit Verdacht auf Schlaganfall in die Neurologie eingeliefert, wo sie feststellten, dass es sich nicht um Schlaganfall, sondern um eine Gehirnblutung handelte - zu diesem Zeitpunkt war er noch bei Bewusstsein, konnte auch, wenn auch nahezu vollkommen unverständlich, weil verschwommen, sprechen, nahm auch Sachen um sich herum noch wahr und hatte sich nicht übergeben - nach Aussage des Arztes, mit dem wir da sprachen, ein gutes zeichen.
Allerdings wurde er aufgrund dieser Gehirnblutung prompt nach der Feststellung weitertransportiert in eine neurochirurgie, damit diese notfalls das blut operativ entfernen können.
Auf dem Weg dorthin, insgesamt gut Dreißig Kilometer, verschlechterte sich sein Zustand allerdings. Er verlor das Bewusstsein, musste künstlich beatmet werden.
In der neurochirurgie angekommen wurde erneut ein Bild seines Kopfes gemacht, und dort wurde festgestellt, dass sich die Blutung mittlerweile verdoppelt hat. Sowohl sein behandelnder Arzt als auch der Chefarzt haben je ein Bild gemacht und sich dann beide gegen eine Operation entschieden, da er schon seit gut einem Jahr Schlaganfallgefährdet ist und Markumar, ein Blutverdünnendes Mittel nimmt. Wegen diesem ist die Chance, dass die Blutung von alleine aufhört, sehr gering bis nicht vorhanden und auch eine Operation kommt nicht in Frage.
Derzeit liegt er auf der Intensivstation und sein behandelnder Arzt hat uns keine Hoffnung gemacht, meinte, Erfahrungsgemäß würden Leute mit einer solch massiven Gehirnblutung nicht überleben - er würde höchstwahrscheinlich in den nächsten paar Tagen sterben und vorher nicht mehr zu Bewusstsein kommen.
Und nun wollte ich wissen, gibt es wirklich keine Hoffnung mehr?!

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11.03.2009, 09:58 Uhr
Antwort

Hallo Frau Koch,
die Frage passt in dieses Forum.
Die Situation Ihres Vaters ist von den behandelnden Ärzten abgewogen worden, und sie sind leider zu dem bedrückenden Urteil gekommen, dass man nicht helfen könne. Ganz allgemein kann man zu der Marcumarblutung folgendes sagen: Man versucht durch Gegenmittel, die Blutgerinnung so rasch wie möglich zu normalisieren, um damit ein Weiter- oder Nachbluten zu verhindern. In der Regel werden große, raumfordernde Blutungen operiert. Man versucht also, die Blutmenge zu vermindern, denn in der Schädelkalotte ist wenig Platz, und eine Blutung drückt auf die umgebenden Gehirnteile. Es wird bei Ihrem Vater gute Gründe gegeben haben, das nicht zu tun. Wenn Sie hinsichtlich der Entscheidung in der Klinik, wo Ihr Vater jetzt liegt, Zweifel haben, bitten Sie doch seinen Hausarzt, sich noch einmal mit den dortigen Ärzten in Verbindung zu setzen. In solchen Situationen ist es durchaus üblich, noch eine zweite Meinung einzuholen. Dazu benötigen Sie die MRT- oder CT-Bilder, von denen man als Patient eine Kopie erhält.
Dennoch befürchte ich, dass die Überlebenschancen, so wie Sie schreiben, sehr gering sind. Es tut mir leid, dass ich Ihnen da nicht mehr Hoffnung machen kann.

Alles Gute
Dr. Peter Frommelt

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11.03.2009, 11:56 Uhr
Antwort

Ich danke ihnen für die schnelle Antwort,
aber leider würde das jetzt auch nichts mehr bringen - gestern Abend wurden bereits die ersten Faktoren des Hirntodes diagnostiziert,
wir warten nur noch auf den Anruf aus der Klinik, dass es vorbei ist.

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