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Kryptogener Schlaganfall

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

26.07.2021 | 23:25 Uhr

Hallo liebes Expertenteam,

Ich habe folgende Fragen: ein naher Verwanter hatte vor wenigen Tagen einen Ponsinfarkt links und das mit nichtmal 30 Jahren. Bis auf eine Hemihypästhesie ist er noch relativ glimpflich davongekommen. Lumbalpunktion und transösophageale Echokardiographie sowie die Blutwerte (Cholesterin) waren allesamt unauffällig. Mögliches Faktor V Leiden und Morbus Fabry werden noch untersucht, Ergebnisse stehen noch aus. Er muss nun zeitlebens ASS 100 nehmen. Ich mache mir nun schreckliche Sorgen und habe ständig Angst um ihn. Wie kann ein kerngesunder Mann einen Schlaganfall ohne Ursache erleiden? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nochmal passiert und es ihn dann "nicht noch schlimmer" erwischt? Gehört ein Ponsinfarkt nicht sogar eher zu den lebensbedrohlichen Anfällen? 

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank im voraus. 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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27.07.2021, 19:31 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

da wir weder Ihren nahen Verwandten, noch seine Befunde kennen und ihn auch nicht körperlich untersuchen können, können wir nur vage Aussagen dazu treffen. 

Deshalb können auch wir nur darüber spekulieren, warum Ihr naher Verwandter den Apoplex hatte. Natürlich kann auch eine Erkrankung dahinterstecken, von der Ihr Verwandter bislang nichts wusste. 

Wurden denn schon Vaskulitiden ausgeschlossen? Borreliose und Lues als Auslöser von infektassoziierten Vaskulitiden? Hat Ihr Verwandter Migräne?

Natürlich muss man auch noch die ausstehenden Befunde abwarten..

Der Infarkt im Bereich des Hirnstammes kann - sofern es ein größerer Infarkt ist - deshalb gefährlich sein, da sich im Hirnstamm viele wichtige Steuerungszentren und auch viele Kerngebiete der Hirnnerven befinden.

Bei kleineren Infarkten ist eine weitgehende Wiederherstellung mit minimalen neurologischen Ausfällen möglich, das ist wohl das, was bei Ihrem nahen Verwandten vorliegt.

Ob Ihr Verwandter einen erneuten Schlaganfall erleidet oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit sein könnte, können wir natürlich nicht beurteilen. Eine solche Prognose ist von vielen Faktoren abhängig, nicht zuletzt von der Ursache, den vorhandenen Risikofaktoren, der Prophylaxe, der Familienanamnese, etc. Hierfür sollte Ihr Verwandter seine behandelnden Ärzte konsultieren, diese kennen ihn am besten.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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