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Kribbeln linke Gesichtshälfte

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

14.06.2006 | 10:30 Uhr

Sehr geehrter Doktor Frommelt,

ich habe seit 3 Tagen eine Art Kribbeln / Taubheit auf der linken Gesichtshälfte, dazu kamen Kopfschmerzen und Schwindel.

Ich bin daraufhin zum Hausarzt. Er hat meinen Blutdruck gemessen (120/80) und mir in die Augen und den Hals geleuchtet. Daraufhin hat er mir Paracetamol verschrieben und meine Besorgnis ob es etwas Schlimmeres, wie z. B. Vorzeichen einer Durchblutungsstörung oder eines Schlaganfalls, völlig abgetan, mich allerdings für 1 Tag krankgeschrieben.

Ich habe allerdings Verspannungen im Nacken, an den Schultern und im Rücken, da ich vor ein paar Tagen bei der Hitze mit offenem Fenster im Auto gefahren bin.

Können diese Symptome von diesen Verspannungen kommen oder muss ich meinen Hausarzt übergehen und einen Termin beim Neurologen ausmachen ?

Die Kopfschmerzen sind verschwunden, das Kribbeln ist z. T. noch da und ich fühle mich ein wenig in Watte, das kann aber auch durch die Angst sein.

Ich neige hin und wieder zu Migräne und Spannungskopfschmerzen und wurde bereits vor einigen Jahren per Kernspin und letztes Jahr per CT untersucht.

Jedesmal war alles vollkommen in Ordnung.


Dazu muss ich sagen, ich bin weiblich, 30 Jahre und wiege 67 kg. Ich treibe zwar keinen Sport, bin allerdings sonst kerngesund, trinke viel, nehme allerdings häufiger mal eine Aspirin wegen o. g. Spannungskopfschmerzen.

Ich bin ängstlich weil ich häufiger im weiteren Umfeld von Schlaganfällen bei jungen Leuten gehört habe, möchte mich aber auch nicht unnötig hineinsteigern.

Vielen Dank für Ihren Rat !

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14.06.2006, 11:56 Uhr
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Sehr geehrte Dame,

kurz zu mir: meine Name ist Dr. Graf. Ich bin u.a. Neurologe und Oberarzt an der Klinik von Dr. Frommelt, der gerade nicht hier sein kann. Deswegen antworte ich auf Ihre Frage.

Wie so oft sind solche Fragen aus der Ferne schwer zu beantworten. Sie schreiben, sie leiden an Migräne etc. Damit könnten Ihre Beschwerden erklärt sein. Das hängt davon ab wie sich sonst Ihre Migräne äußert. Es könnte aber auch etwas anderes sein.
Ob SIe Ihren Hausarzt übergehen müssen kann ich nicht sagen. Sinnvoll fände ich es mit offenen Karten zu spielen und dem HA mitzuteilen, dass Sie sich sorgen. Ich glaube, dass eine Vertrauensbasis nicht möglich ist, wenn man übergeht oder übergangen wird. Und eine Vertrauensbasis, finde ich, ist eines der wichtigsten Dinge zwischern Arzt u. Pat.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall eine gute Entscheidung - bzw. eine richtige,


T. Graf

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14.06.2006, 12:14 Uhr
Antwort

Hallo Dr. Graf,

vielen Dank für Ihren Rat.

In erster Linie denke ich natürlich schon, dass der Arzt durch seine langjährige Erfahrung nicht nachlässig gehandelt hat und schon bemerkt hätte, wenn es sich um etwas Ernstes handelt. Kann man anhand des Blutdrucks beurteilen ?

Ich werde nun auf jeden Fall die nächsten Tage abwarten und falls es sich nicht bessert nochmal bei ihm einen Termin ausmachen.

Sie denken aber nicht, dass ich gleich einen Schlaganfall erleide wenn ich noch 2 Tage abwarte oder ?

Vielen Dank und Grüße

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14.06.2006, 16:17 Uhr
Antwort

Hallo,

um ehrlich zu sein: ich weiss es nicht. Sensibilitätsstörungen können Zeichen eines Schlaganfalles sein. es könnte aber auch im Zusammenhang mit Migräne sein. Bei Migräne wiederum gibt es SChlaganfälle. Es könnte aber auch eine Entzündung sein. Oder einfach eine Irritation.

Anhand des Blutdruckes kann man nicht sagen dass oder ob es etwas ernstes ist. Aber der Blutdruck ist natürlich wichtig und nach einem Schlaganfall sehr oft erhöht.

Liebe Grüße,


T. Graf

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14.06.2006, 16:33 Uhr
Antwort

Was empfehlen Sie mir ? Ich habe versucht einen Neurologen-Termin zu bekommen, aber unter 2 Wochen ist nichts zu machen. Der Hausarzt ist Mittwoch Nachmittags nicht mehr da und morgen ist bei uns Feiertag.

Sollte ich ohne Notfall-Anzeichen ins Krankenhaus fahren ?

Danke für Ihre Hilfe.

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16.06.2006, 02:23 Uhr
Antwort

Hallo,

eines ist ganz klar: Sollte sich an den Beschwerden etwas verändern, sollten diese zunehmen oder etwas anderes dazukommen, würde ich ins Krankenhaus fahren. Also mit Notfall-Anzeichen.

Ansonsten merken Sie vielleicht auch, dass mir eine konkrete Empfehlung schwer fällt. Ich kenne Sie nicht, ich habe ein paar Informationen über das Internet, ich habe sie nicht untersucht. Der Hausarzt hat ganz andere Informationen auf die er eine Entscheidung gründen kann. Deswegen noch einmal meine Empfehlung: besprechen Sie Ihre Sorgen und Gedanken mit einem ARzt Ihres Vertrauens.
Übrigens: ich kenne mehr Neurologen bei denen man in 6 Wochen einen Termin bekommt als in 2 Wochen.

IOch wünsche Ihnen eine gute Entscheidung.


T. Graf

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