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Kinn Zuckungen

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

21.07.2006 | 03:48 Uhr

Lieber Herr Dr. Frommelt,

kurz zu mir: ich befinde mich seit zweiMonaten in Psychologischer Behandlung wegen Agoraphobie mit Panikstörung (bin 27 Jahre, 174cm, 65kg).

Aufgrund eines Schwindels wurde ich vor vier Monaten von meinem Hausarzt in eine neurologische Klinik überwiesen (ambulant). Dort wurden die notwendigen neurologischen Tests gemacht: ohne Befund. Sicherheitshalber wollte mich der Arzt zwei Tage später unters MRT legen. Hier wurden Kopf und Knochenmark untersucht. ohne Befund.

Muss dazu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt erhebliche Angst vor einem Schlaganfall bzw. der Krankheit Multiple Sklerose hatte. Um sicher zu gehen, dass die Befunde korrekt waren, ging ich zwei Wochen später nochmals zu einer Neurologin, die Nervenleitgeschwindigkeit usw. testete. Ihre Diagnosen: Hypochondrische Phobie, Mittelgradige depressive Episode.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Ich habe desöfteren in best. Liegepositionen (z. B. wenn ich liege und mich mit den Ellenbogen abstütze, bzw. nachts im Bett, oder auch bei der Massage, wenn ich auf der Matte liege) einschlafende Arme (öfters links als rechts) sowie manchmal einschlafende Füße. Ist das nicht ein Hinweis auf eine TIA? Desweiteren zuckt (bzw. lähmt) manchmal für einen Bruchteil einer Sekunde mein Kinn so komisch. So blitzartig. Sollte dies weiter untersucht werden? Was raten Sie mir?

Noch ein Hinweis: Die neurologische Klinik ahat auch eine Doppler-Sonographie gemacht. Die Hinweise: Extrakran. Doppler und Duplex: normale Strömung in den Karotiden und Vertebralarterien. IMT in ACC bds. 0,7mm (ist das für mein Alter nicht zu viel???). Keine Plaques. Normales Kaliber der Vertebralarterien. Intrakran. Doppler und Duplex: Transtemporal bds. gutes Schallfenster, kein Hinweis auf eine Stenose oder einen Verschluss in den Hirnbasisarterien. A. basilaris bis in 103mm Tiefe unauffällig darstellbar.

Wäre für eine Antwort sehr dankbar.

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25.07.2006, 04:09 Uhr
Antwort

Grüß Gott Alexander,
Sie scheinen sehr wenig Zutrauen zu Ihrem Körper zu haben. Manchmal ist unser Körper wie ein unerzogener Hund: Er bellt einfach dann, wenn er ruhig sein sollte, er legt sich dorthin, wo er sich nicht hinlegen soll, kurzum, er gehorcht uns nicht. So wie man einen Hund erziehen kann, kann man auch den eigenen Körper erziehen. Das erste, was unser Hund und unser Körper gemeinsam haben, ist, dass sie Auslauf brauchen. Wenn ich Ihre Geschichte mit den vielen Ängsten höre, so ist es sicher gut, eine psychologische Unterstützung zu haben. Dennoch wäre mein Rat, dass Sie einfach Ihren Körper herausfordern, dass Sie ihm Aufgaben geben. Dass Ihnen die Gliedmaßen einschlafen, ist etwas völlig normales, einfach weil wir es uns auf einem unserer Nerven bequem machen, die dann etwas gequetscht werden. Auch Ihre Gefäße scheinen völlig in Ordnung zu sein. Daher mein persönlicher Rat: Setzen Sie Ziele. um Ihren Körper wieder gut zu spüren und gut in Trab zu bringen.

Mit besten Grüßen
Dr. Peter Frommelt

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