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Alles sichtbar im MRT?

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Schlaganfall | Expertenfrage

23.06.2006 | 11:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Frommelt
Ich hatte vor 8 Monaten wegen Meniere eine hochdosierte Kortison Therapie.Während dessen bekam ich schwere Meniere (?) Anfällen mit zum teil einen Blutdruck von 200/125 und Ohnmacht. Nach abbruch der Therapie und Genta gaben in`s Ohr, war ich durch sehr starken Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehunfähig.
Bei einer Neurologischen Untersuchung wurde festgestellt das rechtsseitig die Reflexe nicht gut erregbar sind und auch die Bewegung deutlich verlangsamt ist.
Keiner kann mir den Grund hierfür erklären.
Deswegen meine Frage: Kann es durch den immer wieder kehrenden hohen Blutdruck zu kleinen Blutungen im Gehirn gekommen sein, die man im MRT nicht erkennt?
Erkennt man eigentlich auch immer im MRT wenn ein kleiner Schlaganfall statt gefunden hat?
Haben Sie evtl. eine ERklärung dafür?

Vielen Dank für Ihre Mühe
Angelika

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23.06.2006, 02:01 Uhr
Antwort

Grüß Gott Angelika,
Ihre Frage ist völlig berechtigt, es kann bei Blutdruckkrisen zu Miniblutungen im Gehirn kommen, die man jedoch in der Regel im MRT erkennt. Das MRT hat eine großartige Auflösungskraft, so dass man selbst kleine Schlaganfälle erkennen kann. Dennoch gibt es winzig kleine Schlaganfälle und auch Blutungen, die dem MRT entgehen.
Bei Ihnen ist eine Verlangsamung auf einer Körperseite beobachtet worden, diese kann ja eine ganz andere Ursache haben. Manchmal findet man beispielsweise bei einer Parkinson-Erkrankung den Beginn mit einer halbseitigen Verlangsamung der Bewegung und einer Ungeschicklichkeit. In jedem Fall wird man ein paar andere bildgebende Untersuchungen durchführen als ein normales MRT.
Wir Neurologen sind eigentümliche Ärzte: Wenn wir nicht beim ersten mal die Diagnose stellen können, sagen wir, dass wir einfach durch die Beobachtung des Patienten herausfinden müssen, welche Erkrankung seinen Beschwerden zugrund liegt. Ein guter Neurologe sagt Ihnen also vielleicht, Sie mögen in vier Wochen wieder kommen, um sich aus dem Verlauf heraus ein besseres Urteil zu bilden.
Eins gilt für alle Störungen des Nervensystems: Wenn wir die Funktionen nicht mehr anfordern, verkümmern sie. Wenn also die rechte Hand schwächer ist, sollte man möglichst viel mit der rechten Hand tun. In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

Mit besten Grüßen
Dr. Peter Frommelt

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