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Rückenschmerzen, Ärzte stellen keine Diagnose!

Kategorie: Knochen-Gelenke » Expertenrat Rückenschmerzen | Expertenfrage

31.08.2021 | 15:49 Uhr

Hallo libe Experten! 

Jetzt kommt ein ziemlich langer Text:

Ich bin eine Frau, 48 Jahre alt, wenig körperliche Aktivität; Höhe 158, Gewicht 50 kg. Seit vielen Jahren quälen mich Schmerzen im Lendenbereich des Rückens. Sie werden im Laufe der Jahre stärker. Im Moment ist jede Körperhaltung schmerzhaft: Ich kann nicht lange stehen, lange laufen. Sitzen - ja, für eine Weile, aber den Rücken regelmäßig wölben. Nachts kann ich von Schmerzen aufwachen. Ich liebe es, auf dem Bauch zu schlafen, aber seit letztem Jahr ist es einfach unmöglich geworden - es tut sehr weh. Morgens komme ich kaum aus dem Bett, muß mich erstmal eine Weile gut bewegen. Ich wache mit Schmerzen auf. Früher tat es weh im Lendenbereich mit einer Verschiebung der Schmerzempfindungen nach unten und nach links, dann ging es nach rechts runter, jetzt beides. Links gibt es in den Bereich unter dem Gesäß ein Gefühl, als ob etwas stört, als ob eine Falte auf der Haut oder Kleidung stört und man möchte es ständig aufrichten, manchmal brennt diese Stelle. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Letztes Jahr habe ich den Rücken zweimal erkältet: im Frühjahr das erste Mal - die Mitte meines Rückens links, konnte mich eine Woche lang nicht bewegen, das zweite Mal im Winter - rechts im Bereich des Schulterblattes. In beiden Fällen habe ich Ibuprofen und Voltaren-Salbe verwendet. Danach breiteten sich die Schmerzen auf den Nacken-Schulter-Bereich aus. Die Schultern scheinen in ständiger Spannung zu stehen, die Wirbelsäule in diesem Bereich und der Nackenbereich ist so verknöchert, wie ein verrostetes Teil: es klickt, knirscht ständig, morgens und auch manchmal nachts muss ich aufstehen und Schultern fest nach unten rucken, so dass sie an Ort und Stelle zu fallen scheinen, gleichzeitig den Hals "einrenken". All dies wird von Schmerzen, Knirschen und Klicken begleitet. Die ganze Wirbelsäule ist so. Zumindest habe ich solche Gefühle. Aber die Hauptschmerzpunkte sind seit vielen Jahren Rückenkreuz und die Nacken-Schulter-Region ab dem letzten Jahr. Auch andere Gelenke beginnen zu knacken: Finger, Knie; sehr oft habe ich Krämpfe an Füßen. Eine Zeit lang schmerzten die Fingergelenke sehr, nach einer Einnahme von Vitamin B1 mit Magnesium verschwanden die Schmerzen.

Ich habe viele Ärzte besucht: Therapeuten, Wirbelsäulenspezialisten, Orthopäden, Neurologen, Psychiater. Mehrmals ein MRT gemacht - die Ärzte bewundern meine Wirbelsäule, das heißt, alles ist normal und sogar sehr gut; Blutprobe auf Rheuma ist negativ. Auch der Neurologe hat nichts gefunden. Mein Hausarzt hört mir nicht mehr zu. Physiotherapie mit Thermotherapie wurde mehrmals durchgeführt - es gibt keine Linderung. Ergotherapie - auch keine Linderung. Orthopedische Einlegesohlen, orthopädische Matratzen und Kissen - null Ergebnis. Verschriebenes Vitamin B1 + Magnesium + Muskelrelaxans - für einige Zeit wurden die Schmerzen weniger, aber nach einer Weile kehrten sie zurück. Außerdem reagiert mein Körper bzw. die Psyche sehr negativ auf Vitamine der Gruppe B, ich kann sie nicht mehr einnehmen. Nur ein Muskelrelaxans und/oder Magnesium hilft nicht. Ibuprofen - lindert akute Schmerzen. Und mir ist ein interessantes Phänomen aufgefallen: ich hatte paar Mal Entzündungen gehabt, die nicht mit meinem Rücken zu tun hatten, und musste Antibiotika nehmen. Während der Einnahme verschwanden die Rückenschmerzen. Nachdem die Antibiotika abgesetzt wurden, kehrte alles zurück.

Nun die Anamnese:

im Kindesalter hatte ich eine kleine Skoliose im mittleren und oberen Bereich; Ich habe viele Jahre Sport getrieben: Turnen, Leichtathletik, es gab keine Verletzungen. Es gab überhaupt keine Rückenverletzungen.

Seit 2004 mit unterschiedlicher Häufigkeit - 6 Operationen: zur Entfernung von Eierstockzysten auf beiden Seiten, zwei Eileiterschwangerschaften auf beiden Seiten, und im Jahr 2010 infolgedessen 4 Operationen hintereinander innerhalb von 10 Tagen: Entfernung der Eierstöcke und Eileiter, mit Komplikationen , anschließendes Peritonitis und infolgedessen platzte der Darm, ein kleines Stück davon wurde entfernt. Danach lebe ich auf Hormonersatzpräparaten, ich nehme es täglich, ohne Pausen. Es gibt keine besonderen Probleme mit dem Darm.

Im Januar 2019 wurde der Hallux valgus am linken Bein operiert. Rechts ist auch nötig, aber ich mache es nicht, da die linke ist immer noch ständig entzündet, es tut weh, der Zeh ist schlecht beweglich. Der operierende Orthopäde findet an der Stelle der OP keine Knochenpathologie, er sagt, dass Entzündungen eine Eigenschaft des Körpers sind und nichts mit den Knochen und seiner Arbeit zu tun haben.

Im Frühjahr 2019 wurden auf den beiden Seiten des Unterkiefers und rechts - der obere Kronen mit der Funktion der Okklusionskorrektur gesetzt. Ich habe mich lange daran gewöhnt, die Kiefer werden immer noch unwillkürlich stark zusammengepresst, vor allem nachts. Die Schiene hilft nicht viel - sie stört und verursacht Schmerzen, ich kann damit nicht schlafen.

In den letzten Jahren gab es wenig körperliche Aktivität, die Arbeit ist überwiegend sitzend, und in den letzten Jahren gab es viel Stress. Im August 2019 kam es zu einem Nervenzusammenbruch, gefolgt von schweren Depressionen, sechs Monate lang Antidepressiva genommen, dann abgesetzt. Diagnose: Dysthymie, akute Angstdepression, verschiedene Persönlichkeitsstörungen. Im Moment hat sich mein Zustand stark verbessert, aber ich bin noch in Therapie bei einem Psychotherapeuten.

Knochenspezialisten, Neurologen, Therapeuten und Wirbelsäulenspezialisten finden also nichts, sie stellen keine Diagnose, der Psychiater schreibt alles der Psychosomatik zu, aber ich bin selbst Psychologin und verstehe, dass die Psychosomatik hier nicht mehr als 30-40% ausmacht.

Helfen Sie mir bitte zu verstehen, an wen ich mich und mit welchem Ersuchen wenden soll? Zu welchem ​​Arzt soll ich gehen? Ich habe keine Kraft mehr, diese Schmerzen zu ertragen, und allmählich verstärken sie sich, der Zustand verschlechtert sich. Ich fühle mich schon wie ein verrosteter Karren, kann mich nicht richtig bewegen, meine Lebensqualität hat sich somit sehr verschlechtert. Möchte nur verstehen, wo das Problem liegt?

Vielen Dank im Voraus!

P.S.: Tut mir sehr leid für so einen langen Text...

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Bisherige Antworten
Experte-Stehn
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09.09.2021, 14:23 Uhr
Antwort von Experte-Stehn

Sehr geehrte Al_lce,

wenn keine strukturellen Veränderungen an Wirbelsäule, Nerven und im Blut festgestellt wurden, so sind Beschwerden wie Sie sie beschreiben möglicherweise  eher in Störungen der Funktion Ihres Bewegungsapparates und/oder Ihrer Schmerzwahrnehmung/-verarbeitung begründet. Osteopathen kümmern sich oft sehr gut um solche funktionellen Störungen. Diese zu finden und im besten Falle zu beseitigen benötigt jedoch meist Zeit und eine ruhige Umgebung. Hören Sie sich in Ihrem Umfeld nach solchen Therapeuten um und geben Sie der Osteopathie eine Chance.

Hierzu wünsche ich Ihnen alles Gute und vor allem natürlich gute Besserung

Ihr Dr. med. Frank Stehn

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06.10.2021, 17:53 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Stehn,

vielen Dank für Ihre Antwort! Bin heute bei einem Osteopathen zum ersten Gespräch gewesen. Es wurde mir sofort ein Paar Überweisengen zu den anderen Spetialisten gegeben, damit diese Bereiche auch untersucht werden und eine Osteopathie angeordnet. Bald fange ich damit an. 

Nochmals vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 

Bleiben Sie gesund und weiterhin erfolgreich!

LG Al_Ice

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