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zu viel Lymphflüssigkeit nach OP

Kategorie: Männermedizin » Expertenrat Prostatakrebs | Expertenfrage

21.02.2005 | 04:35 Uhr

Sehr geehrtes Team,
mein Mann ist knapp 71 Jahre alt und liegt noch in der Klinik nach einer radikalen Prostatektomie, die am 10. Februar stattfand. Laut operierendem Arzt mußte viel Lymphknotenmaterial entfernt werden. Der Befund steht noch aus.
Ich habe nun 2 Fragen an Sie.
1. Es sammelt sich in 2 Taschen sehr viel Lymphflüssigkeit an. Eine davon so groß, daß am Donnerstag punktiert wurde, leider ohne Erfolg. Am Freitag wurde eine Drainage gelegt, und es lief sehr viel ab, am Samstag wurde versucht, medikamentös die Tasche zu verkleben, gestern wurde der Versuch wiederholt, beide Male ohne Erfolg. Morgen, Dienstag, soll nun ein Fenster endoskopisch in die Tasche gesetzt werden. Wie geht das denn weiter mit der Lymphflüssigkeit ? Kann er langfristig damit Probleme haben? Wenn ja, mit welchen Folgen?
2.Sein Katheter sitzt inzwischen so locker, daß 90% des Urins den natürlichen Weg nimmt, und zwar häufig spontan. Da er ohnehin bis Donnerstag wegen der Fenster-OP in der Klinik bleiben muß, wird das Cystogramm erst am Mittwoch gemacht und der Katheter an Ort und Stelle belassen.Das ist für meinen Mann äußerst unangenehm. Nützt denn der Katheter in diesem Fall überhaupt noch irgenetwas. Der Beutel bleibt inzwischen praktisch leer, der Katheter wurde mehrmals auf Funktion geprüft.
Mein Mann fühlt sich in dieser Situation sehr allein gelassen, zumal er so kaum mehr sein Zimmer verlassen kann.
Ich danke Ihnen sehr für eine baldige Antwort!

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22.02.2005, 08:50 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Irmanka,
vielen Dank für die Anfrage.
Zu Ihren Fragen:
Ich gehe davon aus,dass bei Ihrem Mann eine radikale Prostatektomie und eine Lymphknotenentfernung durchgeführt wurde.
1. Dabei kann sich auf Grund der durchtrennten Lymphabflusswege eine Lymphozele bilden. Das ist eine von Peritonealhaut umschlossene Ansammlung von Lymphflüssigkeit. Auch wir führen in diesem Fall (wenn sie groß genug ist, um Symptome auszulösen) eine laparoskopische Fensterung durch. Dadurch kann die Lymphflüssigkeit in den Bauch fliesen und wird resorbiert.
2. Wenn nichts mehr über den Dauerkatheter läuft , so ist er verstopft und muß gewechselt werden. Fragen sie die behandelnden Kollegen, die werden das sicherlich überprüfen. Typisch ist jedoch, dass immer etwas Urin am Katheter vorbeifließt. (Die Blase drückt etwas Urin am Katheter vorbei.) Das ist nicht besorgniserregend.
Ich wünsche Ihrem Mann Alles Gute.
Michael Lein

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