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Tia oder Augenmigräne - oder was sonst?

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Neurologie | Expertenfrage

22.04.2021 | 16:44 Uhr

Hallo,

im Januar hatte ich - w, 69 - für gut 30 Minuten auf dem rechten Auge eine "Erscheinung": von außen bis zur Mitte hin war alles verschwommen, und es erschienen gezackte Linien in allen Regenbogenfarben, die von außen zur Mitte liefen und dann verschwanden. Nach gut 30 minuten bin ich aufgestanden, vorher habe ich am Fernseher gesessen, und mir wurde das zu mühsam. Dann verschwand diese Erscheinung relativ schnell, es gab weder Übelkeit noch Kopfschmerzen, und ich habe auch nie Migräne gehabt. - Ob das auch ohne meine Bewegung da aufgehört hätte, weiß ich natürlich nicht. - Ich habe damals nichts weiter unternommen.

Zu der Zeit sind bei mir atriale Tachykardien aus dem Ruder gelaufen, und Mitte Februar sind nach einer EPU eine AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und Vorhofflattern abladiert worden. Dabei wurde ich sehr nachdrücklich nach Tia etc.gefragt und habe das verneint, bin aber danach dann zum Augenarzt gegangen, weil mir diese Episode doch nicht so ganz geheuer war.

Ergebnis: Augen sind in Ordnung, das sei eine "Durchblutungsstörung" gewesen. Auf meine Frage nach einer möglichen Tia bekam ich keine eindeutige Antwort...

Jetzt habe ich seit 14 Tagen die Diagnose "Vorhofflimmern", und da ist die Frage, ob ich eine Tia hatte, neu aktuell geworden, weil dann Blutverdünner auf Dauer fällig wären. Natürlich kann mir das niemand genau sagen, und ich erwarte von Ihnen jetzt keine Ferndiagnose!

Meine Frage: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine Tia bzw. eine Augenmigräne nur auf einem Auge im Blick auf die Erscheinung und auf mein Alter? Lässt sich das theoretisch irgendwie eingrenzen? In einem Fachartikel habe ich etwas gelesen, dass jenseits der 50 eigentlich keine Auren mehr neu auftreten (?)- Mit Ihrer Einschätzung würden Sie mir sehr weiter helfen...

Herzliche Grüße gundi2

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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22.04.2021, 22:03 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo gundi2,

ja, das ist richtig, eine neu aufgetretene Migräne oder eine Aura ist eher unwahrscheinlich. Dass es sich um eine TIA gehandelt hat, wäre schon möglich, leider gibt es im Nachhinein keine echte Möglichkeit, das irgendwie genauer zu beurteilen.
Natürlich, wenn die Augen jetzt für gesund befundet wurden, ist es unwahrscheinlich, dass die Augen selbst die Ursache waren. Eine Entzündung im Gehirn ist eher unwahrscheinlich, ob es eine anderweitige Durchblutungsstörung, z.B. abhängig von Ihrer Sitzposition war, wissen wir einfach nicht und es lässt sich auch nicht feststellen.
Letztlich wäre dann das vernünftigste Vorgehen, das mit Ihrem behandelnden Kardiologen zu besprechen. Es ist wichtig, dass Sie über die Risiken und Nebenwirkungen der Blutverdünner aufgeklärt werden, um das dann selbst auch etwas abschätzen zu können. Immerhin müssen Sie die Medikation ja einehmen. Deswegen sollten Sie das auch mit abschätzen können.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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23.04.2021, 14:46 Uhr
Kommentar

Danke für die schnelle Antwort! Damit bin ich schon mal etwas weiter mit meiner Einschätzung...

Für die Einschätzung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern wird ja der Chads-Vasc-Score benutzt. Und da würde mich eine Tia in der Vorgeschichte in den Bereich 1a-Empfehlung für Blutverdünner bringen, während ich ohne in dem Kann-Bereich (= sollte überlegt werden...) liege und mich wegen  einer leichten Blutungsneigung gegen Blutverdünner entschieden habe. Bisher habe ich deshalb nichts davon gesagt, um da keine schlafenden Hunde zu wecken, und ich denke, ich werde dabei bleiben. Nur so auf "könnte vielleicht was gewesen sein" möchte ich das Zeug nicht nehmen.

LG gundi2

Lifeline Gesundheitsteam
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24.04.2021, 09:34 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo gundi2,

ja, das ist sicherlich eine gute Überlegung. Wie gesagt, ist es vor allem wichtig, dass Sie sich gut aufgeklärt fühlen und die Risiken und Nebenwirkungen selbst abschätzen können. Und das scheinen Sie ja zu sein.
Fall sich weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich gerne wieder für Sie da.

Bis dahin alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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