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Kribbeln+Taubheitsgefühl links, Druck im Hinterkopf

Kategorie: Neurologie » Expertenrat Neurologie | Expertenfrage

11.08.2021 | 21:53 Uhr

Ich (w, 35 jahre alt, ohne vorerkrankungen, schlank, gesunder lebensstil, keine migräne bisher oder andere auffälligkeiten) habe seit einigen Monaten ein taubheitsgefühl und kribbeln im hesicht, linksseitig. Teilweise fühlt sich das kribbeln wie ein zucken an, aber es ist nicht sichtbar. Dazu kommt ein druckgefühl hinter dem linken ohr, unterhalb der linken augenbraue und im hinterkopf linksseitig, beides eher oberflächlich vom gefühl her. Ich war vor 7 monaten beim augenarzt (bleoharitis festgestellt linksseitig), da ich durch das zucken das gefühl hatte blitze zu sehen - neurologie aber unauffällig. Der hausarzt schickte mich zur physiotherapie, nach 6 monaten immer noch keine besserung. Mein problem ist desweiteren dass ich vor 7.5 jahren mit bse-verseuchtem material (creutzfeldt jakob) in kontakt kam (laborunfall, ist mir ins gesicht gespritzt und es war unklar ob ich mikrotropfen in den mund abbekommen haben könnte). Ich habe natürlich panische angst da die inkubationszeit jetzt langsam ausläuft und ich kürzlich mutter geworden bin. Ich habe sonst keine anderen ausfälle, zwar ein brennen in der linken wade dies aber seit jahren und alle möglichen tests haben nichts diesbezüglich ergeben. Gäbe es irgendeine plausible erklärung? Mein hausarzt meinte - wenn diese gesichtssensationen so lange da sind und nichts neues dazukommt liegt es vermutlich nur am stress. 

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Lifeline Gesundheitsteam
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12.08.2021, 12:52 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Wir können über Internet natürlich keine Diagnose stellen oder etwas ausschließen. Sie haben auch damit Recht, dass die Inkubationszeit so lange sein kann. Gerade für die Form der Creutzfeld-Jakob-Krankheit, die durch BSE übertragen wird.
Allerdings passt der Verlauf ganz und gar nicht dazu. Sollten Sie wirklich unter der Creutzfeld-Jakob-Krankheit leiden, so hätte sich ihr Zustand innerhalb von sechs Monaten deutlichste verschlechtert. Das keine weiteren Symptome hinzu gekommen sind, keine Demenz und auch keine Muskelzuckungen auftreten, spricht ganz klar dagegen. Von dieser Seite also erst einmal Entwarnung.
Es besteht also die weitere Frage, was dann die Ursache für die Symptome ist. Und hier ist die Erklärung ihres Hausarztes durchaus eine mögliche, dass es sich vor allem um Stress handelt. Auf der anderen Seite sollte aber noch mal genau überprüft werden, ob sich die Punkte beziehungsweise Regionen, an denen die Schmerzen vorliegen, ganz bestimmten Nerven zuordnen lassen. Es könnte sich tatsächlich um Nervenreizungen handeln, wenn sich das so zuordnen ließe. Entzündungen als Folge eine Infektion sind aber eher unwahrscheinlich. Gerade was den Bereich im Hinterkopf und hinter dem Ohr anbelangt, könnte sich um Verspannungen handeln. Für die Augenbrauen wäre das aber eher untypisch.
Sprechen Sie nochmals mit ihrem Hausarzt darüber. Das Ganze ließe sich mit der Stresstheorie durchaus gut in Einklang bringen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam 

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30.08.2021, 21:11 Uhr
Kommentar

Danke für Ihre Zeit und die Antwort. Ich habe mittlerweile Muskelzuckungen im Gesicht (Mundwinkel linksseitig) Dazubekommen, allerdings zuckt es nur sichtbar wenn ich den Mundwinkel anhebe wie zb beim Lächeln. Im Ruhezustand kribbelt es, aber mit blossem Auge sieht man noch nichts. Wie darf ich mir das von Ihnen erwähnte Muskelzucken vorstellen, meinen Sie es muss ein willkürliches oder unkontrollierbares Zucken im relaxierten Zustand sein? 

Lifeline Gesundheitsteam
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02.09.2021, 22:34 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

so ein richtig typisches Zucken gibt es dafür nicht. Auffällig sind eher Bewegungsstörungen.
Die Erkrankung selbst findet ja vor allem im Gehirn und Rückenmark statt, d.h., Muskelstörungen, die ausgelöst werden, werden durch die Schäden im zentralen Nervensystem verursacht. Das betrifft dann fast immer unkontrollierte große Muskelgruppen. Kleine Zuckungen an Gesichtsmuskeln deuten eher auf eine Elektrolytstörung hin. Ein Schaden im Gehirn, der nur ganz kleine Muskelgruppen zucken lässt, wäre so klein, dass er nicht nachweisbar wäre. 
Das passt so auch eher nicht zu Creutzfeld Jakob. Wie gesagt, dabei käme es eher zu Bewegungsstörungen großer Muskelgruppen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam 

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