Avatar

IUI vielleicht zu früh?

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Kinderwunsch | Expertenfrage

05.05.2010 | 08:52 Uhr

Lieber Dr. Dossler,

gestern hatte ich meine 1. IUI - abends 19 Uhr.
Vorgestern war der Follikel bei 17,5 mm und der LH-Test war positiv..
also sollte ja heute spätestens der ES sein?
Ich spüre aber so rein gar nichts und in den letzten 4 Jahren habe ich meinen ES immer gespürt.

Wenn der ES doch erst morgen stattfindet, dann wäre doch die IUI von gestern abend viel zu früh, oder?

Wie lange vor dem ES kann eine IUI denn noch erfolgreich sein?
Wenn der Arzt heute feststellt, dass der Follikel doch noch nicht gesprungen ist, kann es dann sinnvoll sein nochmal zu inseminieren, oder ist das Sperma dafür nicht gut genug, weil wir ja keine Karenzzeit hatten?

Für eine kurze Antwort wäre ich sehr dankbar!

Helfen Sie mit Ihrer Bewertung: Ja, dieses Thema ist hilfreich!

2
Bisherige Antworten
Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 10:36 Uhr
Antwort

Hallo,
die Spermien haben im Gebärmutterschleim eine außerordentlich lange Überlebenszeit: bis zu 5 Tage ist normal (den Rekord hält glaube ich meine Praxis mit dem einmaligen Fall einer gesicherten Überlebenszeit von 8 Tagen).
Also, keine Bange: die Spermien sind schon auf der Lauer!
Viel, viel Glück!
Ihr
TomDoc

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 10:38 Uhr
Antwort

kleiner Nachtrag:
.....mit dem einmaligen Fall einer gesicherten Überlebenszeit von 8 Tagen UND erfolgreicher Schwangerschaft....natürlich einem Mädchen, weil die weiblich zeugenden Spermien lüänger leben als die männlich zeugenden.

Ihr
TomDoc

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 11:19 Uhr
Antwort

Vielen Dank.... ich dachte, durch die Aufbereitung vor der IUI und die Anreicherung mit irgendwelchen Nährstoffen könnten die Spermien eventuell nicht lange überleben?

Immerhin steht überall imInternet, dass eine IUI nur wenige Stunden vor oder nach einem gesicherten ES erfolgsversprechend ist.

Ein Mädchen wäre jedoch genau das richtige für uns :-)

Ich soll ja heute nachmittag nochnal zur Kontrolle, und zum Entfernen der Portiokappe.... da will der Doc schauen, ob der Follikel wirklich weg ist... diese Frage kann ich sicher auch ohne Ultraschall mit einem klaren NEIN beantworten, denn ich merke rein gar nichts!

Müssen mein mann und ich eben heute abend doch nochmal den natürlichen Weg nutzen!?

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 11:38 Uhr
Antwort

Hallo Karen,
es ist so, dass das Ei nach dem Eisprung nur maximal 10 Stunden überlebt.
Bei einer IUI nimmt man den Spermien den langen und schwierigen Weg vom hinteren Scheidenende durch den Gebärmutterhalskanal ab, sodass sie viel schneller durch den Eileiter bis hin zur Eileitertrompete mit dem Fimbrienende finden, wo das Ei nach dem Eisprung aufgenommen wird.
Aufgrund der beschränkten Überlebenszeit des Eies und manchmal ja auch bestehender Probleme der Spermien (was ja oft der Grund für eine IUI ist), versucht man den Termin der IUI möglichst in unmittelbare Nähe des Eisprungs zu legen, um die Chancen zu maximieren.
Aber nochmal: das heißt nicht, dass die IUI 2 Tage vor dem Eisprung sinnlos ist!!!
Also, viel Glück
Ihr
TomDoc

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 11:45 Uhr
Antwort

Dann danke ich nochmal für diese kurze Erklärung und kann mich ja später nochmal melden, was der Arzt gemeint hat!

Glück kann ich auf jeden Fall gut gebrauchen! :-)

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 12:32 Uhr
Antwort

Hallo Karen,
ja klar, melden Sie sich, wenn Sie vom Arzt nachhause kommen!
Toi-toi-toi!
Ihr
TomDoc

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 18:33 Uhr
Antwort

So, da bin ich wieder!
Also es war wie ich vermutet hatte, der Follikel war noch nicht gesprungen.
Da mein Partner mit war und natürlich gleich bereit war, noch eine Probe abzugeben, konnte ich ein weiteres mal inseminiert werden.
Die Labormutarbeiterin meinte auch, die Probe wäre mindestens so gut wie gestern :-)

Der Dokotor sagte, dass es optimal gelaufen sei, denn es ist perfekt, wenn man quasi an beiden Tagen vor dem ES inseminiert wird.

Nun hoffe ich mal, dass der Follikel jetzt auch mitspielt und morgen dann tatsächlich springt.

Ab morgen soll ich dann auch Utrogest nehmen, 3 mal täglich 1 Kapsel. Der Arzt und die Apothekerin meinte, dass man es oral einnimmt, aber ich lese immer wieder von einer vaginalen Anwendung... was meinen Sie dazu?

Liebe Grüße
Karen

Avatar
Beitrag melden
05.05.2010, 20:09 Uhr
Antwort

Hallo Karen,
sorry, wenn ich mich da einmische - aber nehmen Sie das UTROGEST erst dann ein, wenn der Follikel ganz sicher gesprungen ist!
UTROGEST wird sowohl oral als auch vaginal angewendet.
Sollte die orale Einnahme sehr müde machen, dann ist sicher die vaginale Anwendung vorzuziehen.
Ein wesentlicher Unterschied besteht aber in der Resorption:
- vaginal wird über 90% des Progesteron resorbiert
- oral wird etwa 60% resorbiert (wegen des first-pass-effects über die Leber)
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

Avatar
Beitrag melden
06.05.2010, 10:02 Uhr
Antwort

Hallo TomDoc, keine Problem, mischen sie sich ruhig ein!
Ich habe den Arzt auch extra nochmal darauf angesprochen, ob ich das utrogest erst nach dem ES einnehmen soll und er meinte, das wäre egal, ich solle es ab heute einnehmen...

ich find es immer wieder witzig, wie weit da die Aussagen auseinander gehen...aber als Kinderwunsch-Patientin weiß man nach 4 Jahren unerfülltem Kindewunsch schon einiges, insofern hatte ich gar nicht vor, das utrogest vor dem ES einzunehmen.

Ich merke aber schon den berühtem Mittelschmerz und morgen wird sicher auch die Temperatur steigen, insofern bin ich auf der sicheren Seite, wenn ich ab morgen utrogest einnehme.

Und ich hab mich auch für die vaginale Anwendung entschieden. 90 % klingt viel besser als 60 &, nicht wahr :-)
Wobei mich die Apothekerin mit mehr als großen Augen angeschaut hat, als ich von vaginaler Anwendung sprach!

Danke nochmals!

Stellen Sie selbst eine Frage!

...an andere Nutzer der Lifeline-Community oder unsere Experten

Stichwortsuche in Fragen und Antworten

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe aus Gesundheit und Medizin die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Übersicht: Expertenrat