Tollwutrisiko?

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

10.01.2019 | 05:32 Uhr

Liebe Expertenrunde,

ich bin gerade in Thailand & mach mir Sorgen wegen einem kleinen Vorfall gestern...

ich habe an der Fingerkuppe einen kleinen Schnitt (1 Tag alt, sehr klein, von einem Felsen im Meer).

Und gestern habe ich kurz eine Katze gestreichelt (nur am Rücken - nie in der Nähe ihres Mauls bzw. Speichels)

Die Katze hatte an der Seite eine Verletzung / Geschwür - das habe ich erst danach gesehen - darum habe ich mich ja erschreckt. Ebenfalls nicht berührt.

Jetzt frage ich mich - ist eine indirekte Tollwut Infektion auf diesem Wege möglich? (wenn die Katze ihr Fell geleckt bzw geputzt hat?) und ich dann mit dem Finger indirekt damit in Berührung gekommen bin?

schiebe nämlich gerade ein bisschen die Panik ... :-(

danke für die Auskunft.

beste Grüße

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Experte-Leidel
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10.01.2019, 10:32 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Tag Patrick81,

es ist immer sehr schwierig, aus der Ferne absolut sichere Aussagen zu treffen. Aber ich sehe in der von Ihnen geschilderten Situation keinerlei Risiko. Über 95% der Infektionen erfolgen durch einen Biss. In seltenen Fällen ist eine Übertragung auch durch den Kontakt von Speichel mit einer Wunde oder Schleimhaut möglich. Aber dazu muss es schon einen unmittelbaren Kontakt, z. B. durch belecken, geben. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem solch ein indirekter Kontakt (Katze putzt sich, Speichel kommt ans Fell und so auch an Ihren Finger mit der nach einem Tag nicht mehr offenen Wunde) zu einer Infektion geführt hätte.

Außerdem sind Tiere, die die Infektion übertragen in der Regel selbst krank. Allerdings kann auch mal eine Übertragung kurz vor Ausbruch der Erkrankung erfolgen. 

Also: Ich halte eine etwaige Übertragung für sehr, sehr unwahrscheinlich (Katze war nicht erkennbar krank, Speichelkontakt war sehr indirekt, Ihre Wunde war nicht mehr offen und als Eintrittspforte für Viren wohl nicht mehr geeignet). Das ist meine Einschätzung aus der Ferne. Aber die letztliche Entscheidung, ob Sie sich eine postexpositionelle Prophylaxe (PEP) geben lassen, kann ich Ihnen natürlich nicht abnehmen.

Miot freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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