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Hund

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

31.07.2020 | 12:59 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Leidel,

mein Sohn war heute Morgen mit seinem Opa spazieren und erzählte mir das er einen Hund gestreichelt hat und dieser auch seine Hand abgeschleckt hat. Ich sprach meinen Schwiegervater drauf an weil ich eine Angststörung habe und Angst vor Tollwut habe. Ich bin sehr geschockt darüber das mein Schwiegervater das zuliess. Er lachte dadrüber und sagte der Hund wurde an der Leine geführt und war total friedlich. Mein Sohn hat Schürfwunden an der Hand. Wie auch andere angstpatienten habe ich Angst vor illegal importieren Hunden. Was sagen Sie dazu? Gibt es ein Risiko? Soll ich zum Arzt und etwas unternehmen? Würde denn bei so einem Vorfall in Deutschland geimpft werden? Meine Familie sagt ich übertreibe und soll mich beruhigen, und tausende von Kinder werden abgeschleckt aber ich kann mich nicht beruhigen. Man kann doch nie wissen was dieser Hund in sich trägt und woher er stammt. Können Sie mir bitte Rat geben?

freundliche Grüsse

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Experte-Leidel
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01.08.2020, 11:49 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Tag Hanna82,

ich bin Infektionsmediziner, aber die - gefühlt - meisten Fragen an mich stammen von Angst- bzw. Zwangspatienten. Deren Fragen stehe ich meist ziemlich hilflos gegenüber, denn ich bin kein Psychotherapeut. Und ich möchte alle Angstpatient*innen wirklich herzlich bitten, sich die immer sehr ähnlichen Fragen und meine Antworten in diesem Forum zunächst einmal anzuschauen. Das würde den Hilfesuchenden und mir das Leben wahrscheinlich deutlich erleichtern.

Deutschland ist seit 2008 als frei von Tollwut bei landlebenden Tieren zertifiziert. Illegal importierte Tiere mit Tollwut-Infektion spielen bislang keine Rolle. sie wären auch zuerst und vor allem für die "Importeure" bzw. Halter eine Gefahr.

Sie sollten auf Ihre Familie hören und alles unterlassen, was Ihre Angststörung auf Ihr Kind übertragen könnte. Angst der Mutter kann für Kinder leicht ansteckend sein. Offenbar war der Hund ja mit seinen Haltern unterwegs und an der Leine. Und waren es überhaupt frische und offene Schürfwunden, die Ihr Sohn an der Hand hat oder war da vielleicht schon Schorf drüber?

Natürlich käme in Deutschland in einer solchen Situation kein Arzt auf die Idee, eine postexpositionelle impfung durchzuführen.

Und wenn der Hund tatsächlic in wenigen Tagen Symptome einer TW-Infektion zeigen würde, käme das durch alle Nachrichten und die Zeitungen wären davon voll. Und es wäre immernoch Zeit.

Mit freundliche Grüßen

Dr. Jan Leidel

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