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Hämoglobin im Urin durch Teststreifen nachgewiesen

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

26.03.2017 | 10:21 Uhr

Hallo,

ich habe heute einen Urin Selbsttest aus der Apotheke Combur 5 Test HC durchgeführt.

Auf dem Teststreifen färbte sich das Feld für Hb hellgrün, d. h. es ist Hämoglobin im Urin.

Welche Ursachen kann das haben? Welche weiteren Untersuchungen sollte ein Arzt einleiten?

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Experte-Leidel
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26.03.2017, 22:30 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Abend Notschi,

es würde mich zunächst interessieren, warum Sie diesen Selbsttest durchgeführt haben. Man macht so etwas ja nicht nur aus Spaß - oder?

Nun aber zu Ihrer Frage: Der Nachweis von Hämoglobin mit einem solchen Teststreifen ist bei fast der Hälfte aller Gesunden positiv. Wenn Hämoglobin im Urin nachgewiesen wird, spricht das dafür, dass rote Blutkörperchen im Urin vorhanden sind. Solange man Blut im Urin nicht schon mit bloßem Auge sieht, spricht man dann von einer MIkrohämaturie. Dieser Befund ist in den allermeisten Fällen völlig harmlos. Ca. 50% aller Menschen haben - wie gesagt - in einem solchen Test ein positives Ergebnis. Allerdings kann auch in seltenen Fällen eine schwere und gefährliche Erkrankung die Ursache sein. Zwischen einem harmlosen Zufallsbefund und einer ernsthaften Erkrankung zu unterscheiden, ist jetzt die wichtigste Aufgabe Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin.

Dazu wird er oder sie viele Fragen an Sie stellen: Haben Sie sich sportlich oder sonstwie besonder angestrengt? Hatten Sie sexuelle Kontakte? Was für Medikamente nehmen Sie? Wann hatten Sie Ihre Menstruation (wenn Sie - wie ich vermute - eine Frau sind) hatten Sie irgendwelche Entzündungen usw?

Außerdem wird er eine mikroskopische Untersuchung Ihres Urins vornehmen (lassen), um festzustellen, wieviele rote Blutkörperchen Sie im Urin haben und ob vielleicht andere krankhaft veränderte Zellen im Urin nachweisbar sind. Wahrscheinlich wird er/sie Sie auch körperlich gründlich untersuchen.

Aber am wahrscheinlichsten ist es, dass er oder sie Sie beruhigt und sagt: Alles in Ordnung.

Das hängt aber ein bischen davon ab, warum Sie diese Selbstuntersuchung gemacht haben. Hatten Sie irgendeinen Grund zur Besorgnis?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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26.03.2017, 23:18 Uhr
Antwort

Danke für Ihre Antwort Herr Dr. Leidel

 

Schon seit einigen Jahren muss ich immer häufiger zur Toilette, auch nachts. Bis zu zwölf mal am Tag und nachts sehr oft bis zu dreimal.

Am Tag entsteht ein extrem starker Drang zum Wasserlassen, sodass es schmerzhaft wird und in die Hose abgehen würde, falls keine Entleerung erfolgt. Die Harnmenge beträgt zwischen 120 und max. 200 ml pro Toilettengang.

Der Drang ist nicht aushaltbar. Es ist kein Ausfluss festzustellen.

 

Welche Untersuchungen sind möglich und sinnvoll bevor eine Blasenspiegelung durchgeführt wird, die ja recht schmerzhaft ist und auch Gefahren mit sich bringt?

Experte-Leidel
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27.03.2017, 11:42 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten Tag Notschi,

ok, jetzt sehe ich etwas klarer. Ihre Beschwerden könnten gut zu dem passen, was man als "Reizblase" bezeichnet. Eine Harnwegsinfektion steckt wohl eher nicht dahinter, da würde man bei Ihrem Combur 5-Test nämlch auch einen positiven Befund bei den Leukozyten und beim Nitrit erwarten.

Die sog. Reizblase gehört eigentlich nicht in mein Gebiet der Infektologie, sondern in den Bereich Urologie oder Allgemeinmedizin. Ich habe einen für einen ersten Überblick vielleicht ganz guten Beitrag im Internet gefunden: http://www.urol.de/de/reizblase.html. Vielleicht finden Sie da schon einige für Sie hilfreiche Informationen. Die Seite ist zwar von einer pharmazeutischen Firma, aber m. E. fachlich in Ordnung.

Da ihre Beschwerden schon recht lange bestehen, würde ich Ihnen aber auf jeden Fall einen Besuch beim Hausarzt anraten. Möglicherweise wird dieser Sie dann an einen Urologen überweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

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27.03.2017, 15:17 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre Antwort Herr Dr Leidel.

Ist eine Blasenspiegelung bei einer Reizblase, sofern sie denn tatsächlich vorliegt, angezeigt?

Mit freundlichen Grüßen

Berger

Experte-Leidel
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27.03.2017, 15:39 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Hallo notschi,

erst einmal sollte der Arzt/die Ärztin mit Ihnen alle Möglichkeiten durchsprechen. Und es wird davon abhängen, was der Arzt dann als Ursache vermutet. Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal schlechte Erfahrungen mit einer Blasenspiegelung gemacht haben. Aber normalerweise ist das gerade bei Frauen eigentlich nicht besonders schmerzhaft.

Jedenfalls wünsche ich Ihnen alles Gute und eine Besserung Ihrer Beschwerden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

 

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