Frage

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Infektions- und Reisemedizin | Expertenfrage

13.03.2019 | 11:57 Uhr

Lieber Dr. Leidel,

1.)wie lange Überleben bzw sind Tollwutviren infektiös wenn sich diese an Oberflächen befinden? Ich habe gelesen, dass amerikanische CDC schreibt wenn der speichel trocken ist, sind die Viren tot. Speichel wäre angeblich schnell trocken innerhalb paar stunden. Woanders lese ich es kann mehrere Tagen bis Wochen überleben. Können Sie mir das erklären?

2.) ich habe sehr rissige Blutige Hände, habe einen Karton verpacken müssen der sehr lange auf dem balkon stand. Hatte ihn aber vor ca 10 - 14 Tage vorher in die Wohnung reingestellt. Würden tollwutviren nach ca 10 - 14 Tagen bei normaler Zimmertemperatur auf einem karton überleben und dann über meine Blutigen Wunden infizieren können? Oder braucht es direkte Sonneneinstrahlung?

3.) wir waren letztens in einem offenen EinkaufszentruM. Ich sah es etwas schwarzes rundes auf dem Boden liegen. Mein Mann lief mit dem Kinderwagen dran vorbei. Später kehrte es der putzmann weg, schaute aber auch nochmal drauf und kehrte es dann in einen Eimer. Ich sah das als ich mich nochmal umdrehte. Wenn es eine Fledermaus war und mein Mann irgendwie auf frischen Speichel mit dem Kinderwagen drauf FUhr, später wir den wagen ins Auto mit dem Einkauf legen, dieser speichel Dann in Kontakt von den Rädern mit unserem Einlauf kommt (Klamotten, Nahrung, usw), geht eine Gefahr für unsere Kinder aus? Kann man sich so infizieren?

4.)Sie sagen ja hier oft, dass man sich indirekt nicht infizieren könnte. Können Siw erläutern warum es nicht geht? Ist es die Menge? Fledermausspeichel ist ja auch wenn dann minimal und trotzdem reicht es aus um zu infizieren. 

Ich danke Ihnen, Sie sind nämlich der einzige der mich hier beruhigen kann und der wirklich Wissen hat.

Vielen dank, freundliche grüsse 

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13.03.2019, 11:59 Uhr
Antwort

Zusatz: 10 Minuten nach dem Einkauf legten wir den Kinderwagen ins Auto und dadraus dann die Tüten welche sicherlich mit den Rädern in Kontakt kamen. 

Experte-Leidel
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13.03.2019, 17:00 Uhr
Antwort von Experte-Leidel

Guten tag Kathi.g,

es scheint Ihnen ja leider wieder schlechter zu gehen. Und ihre Grübeleien und beschäftigung mit Ihrem Anstthema tut Ihnen wirklich nicht gut.

Zu 1.:

Viren bestehen aus Nukleinsäuren (Genen) und einer Eiweißkapsel. Manche wie z. B. auch die TW-Viren haben zusätzlich noch eine fetthaltige Hülle, die durch äußere physikalische Einflüsse und Lösungsmittel verhältnismäßig leicht zerstört wird. Wenn sie in eine geeignete lebende Zelle gelangen, wird die Kapsel abgebaut und die freigesetzten Gene zwingen die Zelle, neue Viren zu produzieren.

Außerhalb lebender Zellen können Viren sich weder fortbewegen, noch haben sie einen eigenen Stoffwechsel. Deshalb werden sie meistens nicht zu den Lebewesen gerechnet. Wenn z. B. virushaltige Körperflüssigkeiten in die Umwelt gelangen und antrocknen, sind sie im Allgemeinen nicht mehr infektiös. Sie können im Grunde nicht aus "eigener Kraft" wieder neue Zellen infizieren. Manche Viren können in der Umgebung in Abhängigkeit von Temperatur, Feuchte, UV-Einstrahlung usw. theoretisch Tage oder sogar Wochen potentiell infektiös bleiben. Aber sie können dennoch normalerweise Zellen nicht mehr wirklich infizieren, da es für sie keine geeigneten Eintrittspforten gibt.

Im Laborversuch kann das anders aussehen. Wenn z. B. Viren in angetrockneter Körperflüssigkeit im Labor durch geeignete Flüssigkeiten wieder gelöst und einem Versuchstier z. B. eingespritzt werden, können sie u. U. wieder infizieren. Das hat aber mit dem alltäglichen Leben nichts zu tun.

Zu 2. und 3.:

Nehm,en Sie es mir bitte nicht übel, dass ich auf diese Fragen nicht schon wieder eingehe. Sie "wissen" selbst, dass so keine Infektionen erfolgen können. Auch wenn Ihre Angst das nicht so recht glauben kann.

Zu 4.:

Auch das habe ich schon viele, viele Male in diesem Forum angesprochen. Aber nun gut: TW wird in über 95% der Fälle durch den Biss eines infektiösen Tieres übertragen. Sehr viel seltener erfolgt dies durch den direkten Kontakt mit Speichel, z. B. durch Belecken.

Je indirekter der Kontakt, um so unwahrscheinlicher ist ein Risiko.

Und sagen Sie Ihrer Angst, dass in Deutschland seit mindestens 50 Jahren kein mensch durch Fledermaus-TW zu Schaden gekommen ist. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Leidel

 

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14.03.2019, 16:54 Uhr
Kommentar

Lieber Dr. Leidel,

danke danke danke. Sie sind großartig. Ich schätze Sie sehr. Alles gute für Sie

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