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Auswertung Myokardszintigrafie, was bedeutet das?

Kategorie: Herz-Kreislauf » Expertenrat Herzinfarkt | Expertenfrage

20.06.2022 | 14:26 Uhr

Hallo,

ich hatte eine Myokardszintigraphie und heuteµ habe ich den Befund bekommen. Was bedeutet das alles?

Folgender Befund:

Belastung:

Über 6 min erfolgte unter begleitender, geringstufiger Ergometrie eine kontinuierliche Infusion von Adenosin mit einer Dosierung von 140µg/kg KG/min. 3 min nach Belastungsstart wurde Tracer i.v. injiziert.

Pulsanstieg; von 76 /min auf 118 /min

RR-Änderung: von 152/101 mmHg auf 177/96 mmHg

Belastungs-Szintigrafie nach i.v.-Inj. von 276 MBq Tc-99-Tetrofosmin:

Darstellung einer Minderspeicherung in der basisnahen Hälfte der Posterolateralwand.

Ruhe-Szintigrafie nach i.v.-Inj. von 678 MBq Tc-99.Tetrofosmin:

Im Vergleich zu den Beslastungsaufnahmen zeigt sich eine gesteigerte Traceranreicherung in der Posterolateralwand.

gated-SPECT-Auswertung:

EF nach Belastung:             60 % (EDV: 139 ml; ESV: 56 ml)

EF in Ruhe:             46 % (EDV: 108 ml; ESV: 58 ml)

Beurteilung: 

Szintifrafisch zeigt sich eine belastungsinduzierte Myocardischämie in der basisnahen Hälfte der Posterolateralwand. Der Befund weist mit einer Ischämielast von ca. 6 % keine funktionelle Relevanz auf. 

Eindeutige Narbenareale kommen nicht zur Darstellung.

Die linksventrikuläre Pumpfunktion ist nach Belastung nicht eingeschränkt und in Ruhe gering erniedrigt. Kardiologische Vorstellung empfohlen. 

 

Gruß Karl

 

 

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25.06.2022, 20:08 Uhr
Antwort

Hallo,

was bedeutet das: 

"....... in Ruhe eine leicht eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens, die sich unter der Belastung normalisiert. "

 

Kann das mir jemand erklären?

 

Gruß Karl

Lifeline Gesundheitsteam
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26.06.2022, 11:34 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Karl,

Verzeihen Sie bitte unsere so späte Antwort.
Was letztendlich in der Untersuchung gefunden wurde, ist, dass die EF (Ejektionsfraktion) in Ruhe erniedrigt war. Die EF gibt an, welcher Anteil des Blutes, der in der Kammer ist, ausgeworfen wird, bei Ihnen in Ruhe nur 46% (58 ml von 108ml bleiben in der Kammer). Der Wert sollte eigentlich bei über 50% liegen. Damit würde man ersteinmal davon ausgehen, dass Ihr Herz etwas eingeschränkt ist. Bei Belastung konnte sich der Wert aber auf 60% steigern, was wieder im Normbereich liegt. Bei Belastung ist also "alles gut".
Warum das in Ruhe so reduziert ist, ist uns nicht klar. Deshalb ist die Vorstellung bei einem Kardiologen durchaus sinnvoll. Die Verringerung ist aber auch nicht so dramatisch. Trotzdem sollte es abgeklärt werden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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27.06.2022, 12:44 Uhr
Kommentar

Hallo, 

soweit ich recherchiert habe ist das wohl eine HFmrEF = Herzschwäche mit mäßiggradig eingeschränkter Pumpkraft LVEF 40-49 % , verdickte Herzwände vergrößertem Vorhof, Wandsteifigkeit. 

Das könnte hinhauen mit der Aussage in der Echokardiografie:

 Linker Vorhof dilatiert (LA Volumen 96 ml) , Septum, ED 13 mm (< 12 mm)

Siehe Beitrag " Erklärung der Auswertung einer Echokardiografie, bitte um Hilfe". 

 

Gruß Karl

 

 

Lifeline Gesundheitsteam
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30.06.2022, 23:22 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Karl,

ja, genau, das würde insgesamt ganz gut dazu passen. Zusätzlich sollten dann noch bestimmte Blutwerte dazu abgeglichen werden, die auch Teil der Diagnose sind. Bei Ihnen kommt ja noch hinzu, dass sich der EF-Wert bei Belastung wieder normalisiert, was ja gut ist, die Verringerung liegt bei 49% ja sonst auch genau ander Grenze. Deshalb sollten eben noch die Blutwerte geprüft werden, um abschätzen zu können, ob eine medikamentöse Behandlung präventiv sinnvoll ist oder nicht.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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03.08.2022, 17:29 Uhr
Antwort

Hallo,

bei mir ist ja der Vorhof auch ziemlich vergrößert( dilatiert) von 96 ml Volumen, das ist ziemlich groß. Mitralklappe mit leichtgradiger Insuffizienz. Dadurch vielleicht auch der erhöhte Fülldruck, in der linken Herzkammer. Ratio E/e' 17.

Von irgendwas muss ja die Luftnot kommen, wenn ich die Treppenstufen hochgehe oder eine etwas längere Strecke laufe, oder mit dem Rad fahre. Auch die Ödeme in den Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln, die schnelle Ermüdung etc. 

Habe bis zum Ende des Jahres 2021 noch Sport gemacht, 15 km gejoogt, 15 km Nordic Walking und 30 km mit dem Radgefahren. Dann habe ich im Januar die Boosterimpfung bekommen und dannach fing es schleichend an. Geschwollene Füße/Knöchel, Atemnot, Erschöpfung, zu nichts mehr Lust,  habe an Gewicht zugenommen, die Kondition war gleich null etc. Es kann auch sein, das ich eine Herzmuskelentzündung hatte, durch die Impfung und dieses deklariert habe als eine leichte Erkältung. Die Hausärztin hat auch nichts weiter gemacht, sie meinte nur, das ist eine leichte Erkältung. Hat keine Blutwerte abgenommen, oder ähnliches. 

Habe nochmals versucht 5 km Nordic Walking zu machen, musste mich nach Hause quälen, in den 5 km musste ich 5-6 mal stehen bleiben, weil ich Atemprobleme bekam, sprich kein Luft, Muskel schmerzen etc. 

Wie kann man jetzt nach 6 Monaten noch herausbekommen, ob man eine Herzmuskelentzündung hatte bzw. Herzbeutelentzündung? Gibt es da spezielle Blutwerte, die jetzt noch Aussagekräftig sind, das man sowas hatte? da ses jetzt noch Nachweisbar ist.

Ich kann zur Zeit nicht viel machen, bin schnell aus der Puste/Atemnot, schnell Erschöft, Muskelschmerzen, Konzentrationsschwäche usw. Vielleicht das Post-Vac-Syndrom?

Muss am Montag in die Herzklinik, in die ambulante Sprechstunde, wegen der Auswertung des Herzecho und der Myokardszinti. 

Da werde ich das nochmals ansprechen, mit meinen Beschwerden, nach der Boosterimpfung Anfang 2022. Mal sehen, was die dortige Kardiologin sagt dazu.

Gruß Karl

 

 

Lifeline Gesundheitsteam
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06.08.2022, 23:28 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Karl,

das ist sicherlich belastend, dass auch nach einer so langen Zeit immer noch Symptome vorliegen. Hoffentlich bessert sich das zeitnah etwas.
Als jetztige Untersuchung wäre eigentlich fast nur mehr das MRT geeignet, um nach Narben am Herzen zu suchen, allerdings ist nicht klar, was daraus die Konsequenz wäre.
Möglich wäre dass die Symptomatik ganz unspezifisch durch irgendeinen Infekt ausgelöst wurde, für die Impfung sind solche Nebenwirkungen eher nicht bekannt. Ausschließen kann man es aber natürlich nicht.
Hoffentlichkann man Ihnen in der Klinik weiterhelfen. Vielleicht gibt man Ihnen hier noch eine Rückmeldung. Sollten sich dann weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich gerne wieder für Sie da.

Bis dahin alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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10.08.2022, 13:38 Uhr
Kommentar

Hallo,

 

folgende Laborwerte hatte ich am 16.06.22

 

TSH-basal:             1,750 mlU/l      (0,400 - 4,000)

FT3:                         4,67 pmol/l      (3,98 - 6,54)

FT4:                        15,3  pmol/l  ​    (12,5 - 21,2)

 

Jetzt war ich im Herzzentrum und die wollen Ende August eine Herzkatheter-Untersuchung durchführen. Dabei wird jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt, damit man die Herzkranzgefäße besser betrachten kann. Weil ich da wohl eine Engstelle habe, das wollen sie damit Kontrollieren und dann gegeben falls ein Stent oder mehrere Stents setzen. 

Nun habe ich große Bedenken, das bei den Laborwerten der Schuss nach hinten losgeht und ich Probleme bekomme. 

Nach den Blutwerten habe ich wohl eine latente SD-Unterfunktion, mit Struma multinodosa.

 

Was meint Ihr, würde ich da Probleme bekommen?

 

Gruß Karl

Lifeline Gesundheitsteam
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17.08.2022, 17:44 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Karl,

Verzeihen Sie bitte unsere verspätete Antwort.
Das sollten Sie auf jeden Fall dort besprechen, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Aus den Laborwerten können wir das aber nicht entnahmen, danach scheint die Schilddrüse zu passen.
Wenn die Untersuchung aber als sinnvoll und angebracht eingeschätzt wurde, sollte das auch tatsächlich gemacht werden, zumindest in irgendeiner Form. Besprechen Sie das mit den dortigen Ärzten. Es sollte aber eigentlich nichts dagegen sprechen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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