Sehr geehrter Herr Dr. Finner,
ich habe seit einigen Jahren ständig wiederkehrenden Herpes. Ich würde sagen im Durschnitt 2mal pro Monat. Pflaster, Salben etc. helfen bei mir nur selten.
Nun hat mir mein Hautarzt zur Prophylaxe Aciclovir aufgeschrieben. Ich soll 3 Monate lang täglich eine Tablette nehmen.
Was halten Sie davon? Ich dachte immer Virostatika seien mit Antibiotika vergleichbar und sollten daher nicht über einen längern Zeitraum eingenommen werden.
Ich würde gerne noch den Rat eines zweiten Arztes in dieser Sache hören.
Vielen Dank!
Rita

chronischer Herpes
Kategorie: Haut-Haar-Nägel » Expertenrat Hautinfektionen (Herpes) | Expertenfrage
Antwort von Experte-Finner
Guten Tag,
eine solche Empfehlung ist wissenschaftlich belegt und sinnvoll.
Im Gegensatz zu Antibiotika sind Resistenzen nicht zu erwarten.
MFG,
Dr. Finner

Antwort
Sehr geehrter Herr Finner,
in Ordnung. Dann werde ich das so machen und jeden Tag eine Tablette nehmen. Eine Frage noch: Ich nehme die Pille Leios. Kann es da (v.a. bei einer dauerhaften Einnahme von Aciclovir) zu Wechselwirkungen kommen?
Mit freundl. Grüßen
Antwort von Experte-Finner
Guten Tag,
ich kann und darf hier keine individuelle Beratung durchführen.
Aber in der Fachinformation gibt es dort keine Wechselwirkungen.
Ansonsten lesen Sie bitte die Packungsbeiliage und kontaktieren ggf. den Arzt der Sie persönlich kennt.
MFG,
Dr. Finner

Antwort
Liebe Rita, ich bin auch eine Herpespatientin. Als Jugendliche, so meine 1. Erinnerung, bekam ich ab und an Herpesbläschen an der Lippe. Im Laufe der Jahre ( Jetzt 60 Jahre alt) verschlimmerte sich der Herpes so sehr, dass ich Ausschlag am Körper bekam. Steissbein + Umgebung - oft bis zu 6 !!! Ausschläge nacheineinander/gleichzeitig - groschen- bis markstückgross. Es war eine echte Plage. Ein wenig Aufregung - positiv wie negativ - und schwups hatte ich so einen Ausschlag in Minuten am Körper. Und dem einen Ausschlag folgten dann, wie schon gesagt, immer in kürzester Zeit noch weitere.
Kühlung mit gut feuchtem Waschlappen, gefüllt mit einem Kühlelement, war das einzige, was wirklich den Juckreiz linderte. Acilovir-Salbe erreichte nicht, dass der Juckreiz sich linderte, wohl aber dass sich die Ausbreitung des Ausschlages ein wenig eingegrenzte.
Es ist eine echte Plage!
Nun im hohen Alter von 60 Jahren habe ich erstmalig wirklich wirkungsvolle Hilfe erhalten. Aciclovir-Tabletten-Kur. 1 Woche lang. Und ich habe nun inzwischen fast ein Jahr Ruhe!
Was ich damit sagen möchte: Nimm die Pillen - die helfen wirklich! Auch mit länger andauernder Wirkung - offensichtlich!
Halte Dein Gemüt heiter, die Seele kehre frei von vermeidbarem Müll und tanke täglich Freude, wo immer Du sie erhaschen kannst! Das hilft noch am besten, den Herpes zu beschwichtigen!
Alles Gute!
Antwort von Experte-Finner
Danke für den interessanten Erfahrungsbericht. Jedoch ist in den meisten Fällen eine etwas längere Tablettenbehandlung notwendig, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.
MFG,
Dr. Finner

Antwort
Guten Tag, Herr Doktor Finner!
Das ist richtig, Herr Doktor. Ohne längere Einnahmezeit von entsprechenden Medikamenten geht es nicht - der Herpes ist sehr stark und wird immer wieder mal auftauchen.
Ich habe jetzt akut einen winzigkleinen Herpesausschlag. Gerade so, als wenn der Herpes anklopft und mir mitteilen möchte, dass er wieder vor der Türe steht .....Stecknadelkopfgross und mässiger Juckreiz - mehr eben noch nicht. NOCH nicht!
Was meinen Sie, Herr Doktor - sollte ich schon jetzt, also ganz frühzeitig, erneut eine Aciclovir-Kur machen oder eher abwarten, ob sich der Hausschlag verstärkt zeigen wird?
Ich würde gerne im Keim ersticken, wie man so sagt - aber die Nebenwirkungen der Tabletten sind ja auch zu beachten. Macht es Sinn, jetzt schon im Keim zu ersticken, was sich da klitzeklein ankündigt?
Vielen Dank vorab, Herr Doktor Finner!
Antwort von Experte-Finner
Guten Tag,
individuelle Empfehlungen sind nicht per Internet möglich, dazu müssen Sie einen Hautarzt aufsuchen, der ggf. dann Tabletten rezeptiert.
Prinzipiell kommen Tabletten gegen Herpesviren bei gehäuftem oder schwerem Auftreten in Frage.
MFG,
Dr. Finner