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Reflux durch verstopfte Nase?

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Halsschmerz | Expertenfrage

20.08.2014 | 10:44 Uhr

Guten Tag,

momentan bin wirklich überfragt, wie ich gesundheitlich weiter vorgehe soll und hoffe, Sie können mir einen Rat geben.

Kurz zu meiner Vorgeschichte: Vor ca. 3 Jahren suchte ich einen HNO auf, da ich schon seit Jahren unter Dauerhusten, verschleimte Atemwege, ständigen Räusperdrang und Heiserkeit litt. Außerdem bekam ich seit einiger Zeit kaum noch Luft durch die Nase. Ich wurde dann an der Nase operiert, da ein Knochen weggefräst werden musste, der mich beim Atmen durch die Nase behinderte. Außerdem wurde per CT eine Vereiterung der hinteren Nebennasenhöhlen festgestellt.

Nach der OP hatte ich jedoch immer noch das Gefühl nicht genügend Luft zu erhalten. Der HNO überwies mich an einen Lungenfacharzt. Dieser führte eine Blut- und Lungenuntersuchung sowie etliche Allergietests durch - ohne Befund.

Ich lebte dann also erst einmal mit meinen Beschwerden - die noch genau so waren wie vor der OP. Als ich dann begann alle zwei Wochen Halsschmerzen zu bekommen (Enzündung der Gaumenmandeln - ich hoffe, das ist jetzt richtig ausgedrückt), suchte ich einen anderen HNO auf. Als er meine Symtome hörte, schloss er sofort auf einen Reflux. Er meinte, dass durch meine verstopfte Nase (angeblich hatte sich wieder meine Nasenscheidewand verschoben) eine Kettenreaktion ausgelöst würde. Es würde Schleim aus den Nebenhöhlen den Rachen herunter laufen, der wiederrum die Magenklappe reizt, die sich dadurch nicht mehr richtig schließen würde. Dadurch widerum würden dann nachts Säuredämpfe aus meinem Magen aufsteigen, die dann meinen Hals reizen und den Schleim verursachen würden, usw.

Er nahm eine Laser-OP meiner Nase vor. Dadurch bekomme ich jetzt zwar besser Luft, aber immer noch nicht wirklich richtig gut - obwohl er meint, meine Nase sei nun frei. Allerdings ist ja nach wie vor meine Nasenscheidewand sehr schief. Nachts schlafe ich oft mit offenen Mund, weil ich zu wenig Luft bekomme. Das hat mein Lebensgefährte bestätigt.

Dieses Jahr war ich bereits vier mal mit einem starken grippalen Infekt erkrankt (mit Fieber, Nebennasenentzündung, Bronchitits, etc.), woraufhin ich wieder beim HNO war.

Nun schlägt dieser vor, dass ich eine Diät einhalte: ab 15 Uhr kein Obst mehr, ab 18 Uhr gar keine Nahrung mehr (was für mich sehr schwer ist, da ich meist erst um 18:30 Uhr zuhause bin), nach jeder Mahlzeit ein Zahnpflegekaugummi, nachts erhöht schlafen. Dazu zweimal am Tag eine Nasenspülung. Nach zwei Monaten will er sehen, wie ich darauf reagiere, um dann zu entscheiden, ob ich evtl. nochmal an der Nase operiert werden muss (diesmal wieder statonär). Das wäre das dritte Mal in drei Jahren!

Ich hege aber momentan gewisse Zweifel, ob das so sinnvoll ist. Ich schlug vor vielleicht vorher mal eine Magenspiegelung zu machen, um zu sehen, ob die Magenklappe wirklich offen steht. Er meinte, dass man dies auch machen könne, aber erst nach den zwei Monaten.

Ich habe jedoch sonst keine typischen Beschwerden, die wohl für einen Reflux typisch sind. Kein Sodbrennen, kein Brennen im Brustbereich, kein saures Aufstoßen.

Mittlerweile fühle ich mich etwas überfordert herauszufiltern, was wirklich sinnvoll ist. Wenn es möglich ist, möchte ich eine weitere Operation vermeiden, die ja durch die Narkose ja auch gewisse Risiken birgt. Möchte aber auch endlich von den lästigen Symptome befreit werden - zumal durch Reflux ja auch das Krebsrisiko erhöht wird.

Entschuldigen Sie bitte, dass der Text nun so lang geworden ist. Aber ich dachte mir, dass es schon sinnvoll ist, wenn ich etwas mehr ins Detail gehe.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie einen Rat oder Tipp für mich hätten. Ich möchte einfach mal wieder ohne Heiserkeit und Verschleimung morgens aufstehen können und mich im Büro am Telefon nicht ständig fragen lassen müssen, ob ich denn erkältet sei...

Vorab schon einmal herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung!

Beste Grüße

Tiene

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Bisherige Antworten
Experte-Barczok
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20.08.2014, 21:37 Uhr
Antwort von Experte-Barczok

Hallo,

nachdem sich nun bereits 2 HNO-Ärzte ausführlich mit der Thematik beschäftigt haben, ist es für mich als Lungenarzt etwas schwierig, dazu sinnvoll etwas beizutragen. Ich verstehe Ihre Skepsis gegenüber einem weiteren operativen Eingriff und glaube auch nicht, dass das Ihre Probleme wirklich lösen würde. Für mich ist auch nicht klar, ob nun wirklich die Häufigkeit von Infekten mit den lokalen Verhältnissen an der Nase zu tun hat. Die Frage, ob ein Reflux an den Problemen beteiligt sein könnte kann man durchaus stellen, zu beantworten wäre diese Frage relativ leicht, indem man versuchsweise über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen ein säurehemmende Medikament zur Nacht einsetzt und schaut, ob die Beschwerden hierunter nachlassen. Gelesen habe ich auch nichts von einem Allergietest. Sollte ein solcher bislang nicht erfolgt sein, wäre es sicher nicht verkehrt, einen solchen noch durchzuführen, zumal es sich hierbei um eine ganz einfache Diagnostik handelt. Nur, wenn man so nicht weiter kommt, wäre aus meiner Sicht ein nochmaliger operativer Eingriff zu erwägen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Barczok

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21.08.2014, 13:49 Uhr
Antwort

Hallo Herr Dr. Barczok,

vielen Dank für Ihre rasche Rückmeldung.

Wie in meinem ersten Text bereits erwähnt, hatte der Lungenfacharzt vor 2 Jahren bereits umfassende Allergietests sowie eine Blutuntersuchung durchgeführt (aber ich kann gut verstehen, dass Sie das bei der Länge meines Textes überlesen haben). Jedoch ohne Befund.

Vielen Dank für den Tipp mit dem säurehemmenden Medikament. So etwas hat mein Arzt noch gar nicht in Erwägung gezogen. Ich soll lediglich die Diät einhalten (was wie gesagt, bei meinen Arbeitszeiten oft sehr schwer ist), die Nasenspülung durchführen und außerdem hat er mir eine Packung mit 40 Tabletten Sinupret Extract verschrieben, die ich nehmen soll.

Ich habe kein Sodbrennen und keine Schmerzen in der Brust - was ja typisch für Reflux sein soll. Doch leider ständigen Husten, starke Verschleimung im Hals und oft einen Niesreiz. Oft bleibt mir insbesondere morgens die Stimme weg und ich muss mich stark räuspern.

Ich hege momentan den Gedanken mal zu einem Internisten zu gehen, der meinen Magen mal untersuchen könnte, um wirklich herauszubekommen, ob damit etwas nicht stimmt. Ehrlich gesagt, sind mir die von meinem HNO angedachten 2 Monate Wartezeit zu lang. So wäre ich evtl. mal einen Schritt weiter.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung. Falls Sie noch Zeit haben, für einen weiteren Kommentar, würde ich mich sehr freuen.

Beste Grüße

Tienne

Lifeline Gesundheitsteam
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25.08.2014, 14:19 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Tienne, 

die Vorstellung bei einem Internisten wäre hier auf jeden Fall ein guter Schritt, da auch so gut ein möglocher Reflux abgeklärt werden kann. 

Wir wünschen gute Besserung - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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