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Pille und Psyche

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Frauenheilkunde | Expertenfrage

08.11.2018 | 12:10 Uhr

ist es nicht die pflicht von frauenärzten einen über nebenwirkungen aufzuklären?! ich hab fünf jahre lang die Pille genommen und nach und nach haben sich immer mehr nebenwirkungen eingeschlichen. ich konnte den zusammenhang gar nicht feststellen und hab echt gedacht ich bin diese launische und traurige person. nachdem ich die pille aber abgesetzt habe weil mein freund und ich uns getrennt haben war alles wie weggeblasen. kann ja kein zufall sein? muss der frauenarzt einem nicht vorher sagen wie sehr sich die pille auf die psyche auswirken kann? oder zumindest darauf hinweisen worauf ich achten muss?! 

wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich dass mir die pille nur verschrieben wurde um geld zu machen. so richtig auf mich eingegangen oder über alternativen informiert wurde ich nie. ist das denn tatsächlich so dass man pro verkaufter pille eine art provision kriegt?

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Bisherige Antworten
Expertin-Grüne
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08.11.2018, 15:22 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Betina,

üblicherweise wird im Rahmen der Erstverordnung der Pille differenziert über die Wirkungs- und Anwendungsweise, mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen sowie individuelle Risikofaktoren gesprochen und aufgeklärt. Im Rahmen der Weiterverordnung sind Fragen nach dem Wohlbefinden unter der Pille üblich.
Da wäre es dann auch an Ihnen als Patientin, gesundheitliche auch psychische Veränderungen zu schildern. Jedes Medikament hat natürlich auch Nebenwirkungen. Stimmungsschwankungen, einschließlich Depressionen und Libioveränderungen werden bei Pillenanwendungen häufig beschrieben.
Ein Blick in den Beipackzettel zeigt auch schon, dass es hier im Einzelfall einen Zusammenhang geben kann, auch wenn die meisten Frauen nicht über diesbezügliche Probleme klagen. Ggf. ist dann ein Wechsel zu einem Präparat mit anderer Hormonzusammensetzung sinnvoll.
Und nein:  der Arzt verdient an der Pille selbst überhaupt nichts!! Mit der Verordnung der Pille lässt sich "kein Geld machen".

Die Pille ist nach wie vor eines der sichersten und unkompliziertesten Verhütungsmittel und besonders gut für junge Mädchen/Frauen zu Beginn der sexuell aktiven Phase geeignet.

viele Grüße,
Dr. Grüne

Experte-Warm
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08.11.2018, 15:44 Uhr
Antwort von Experte-Warm

Hallo,  es gehört zur allgemeinen ärztlichen Pflicht, den Patienten bei Verordnung von Medikamenten über grundsätzliche Wirkungen und Nebenwirkung aufzuklären. Es wird aber immer wieder darauf verwiesen. dass der Patient die Packungsbeilage sorgfältig durchlesen soll, bevor  mit der Einnahme begonnen und bei Unklarheiten der Arzt wieder konsultiert wird. Das gilt für die Pille auch, wenngleich hier über pro und kontra ausführlich gesprochen werden sollte.Seit Ihrer Einführung 1960 wurde die weibliche Sexualität damit revolutioniert. Wie die natürlichen Hormone haben auch die synthetischen Einfluss auf die Psyche (allerdings nur bei etwa 10%). Die Nebenwirkungen reichen von Stimmungsschwankungen über Libidoverlust bis zu depressiver Verstimmung. In der Tat wird über diesen Nebenwirkungskomplex und alternative kontrazeptive Maßnahmen viel zu wenig gesprochen.

Liebe Grüße PD Dr Warm

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