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Gynäkologische Untersuchung

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Frauenheilkunde | Expertenfrage

08.11.2018 | 17:17 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
leider habe ich seit dem Tod einer Freundin schlimme Angst vor Krebs.
Schleimhautdysplasien werden bei mir einmal im Jahr in einer Dysplasiesprechstunde auf einer Onkologiestation untersucht. Soweit so gut. Auch dieses Mal war alles unverändert. Anstatt froh zu sein, befürchte ich, das verwendete Spekulum könnte nicht steril gewesen sein. Ich möchte keine mangelnde Hygiene unterstellen. Es gibt ja auch Vorschriften. Doch aufgrund meiner Angst könnte mir Ihre Antwort hoffentlich helfen: Angenommen es wären Krebszellen am Spekulum durch eine vorherige Untersuchung hängen geblieben, könnten sich diese jetzt in mir vermehren? Auf der Seite vom Krebsinformationsdienst steht, dass in Einzelfällen ein 'Anstecken' über invasive Wege möglich sein kann. Eine Untersuchung mit einem Spekulum ist doch invasiv?
Über eine Antwort würde ich sehr dankbar sein. Ich weiß seit kurzer Zeit, dass ich schwanger bin und diese schlimme Angst kann nicht gut sein.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Finya N.

Um überhaupt zum Risiko für andere Menschen zu werden, müssten diese Tumorzellen erst unbeschadet in deren Körper gelangen: zum Beispiel über eine Verletzung. Als weitere Voraussetzung müsste das Immunsystem dieser Menschen versagen und die Tumorzellen nicht als "fremd" erkennen.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/ansteckung.php
© 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de

 

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Bisherige Antworten
Experte-Warm
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08.11.2018, 18:59 Uhr
Antwort von Experte-Warm

Hallo, Ihre Argumentation  ist hypothetisch. Specula, die ungereinigt und unsterilisiert verwendet werden und die dazu noch vorher in eine an Gebärmutterkrebs erkrankte Frau eingeführt waren, ist auch unter ungünstigen hygienischen Bedingungen ausgeschlossen. Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen  sollten aber Pflicht sein.

Liebe Grüße PD Dr.Warm  

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08.11.2018, 22:26 Uhr
Kommentar

Hallo Dr. Warm,

vielen Dank für Ihre Antwort. Leider bin ich mir unsicher, ob ich Ihre Antwort richtig verstanden habe. Entschuldigen Sie bitte. Auf die beschriebene Weise an Krebs zu erkranken, würde also im Fall der Fälle auf jeden Fall ausgeschlossen sein? Das habe ich so richtig verstanden?

Liebe Grüße 

Finya N. 

Expertin-Grüne
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09.11.2018, 07:27 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Finya,

mal abgesehen davon, dass Sie davon ausgehen dürfen, dass beim Arzt nur hygienisch gereinigte, sterilisierte Instrumente verwendet werden - aus welcher Angabe haben Sie denn entnommen, dass eine "Ansteckung" möglich ist? Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

Die Voraussetzung für ein Zervixkarzinom ist in den allermeisten Fällen eine lang anhaltende Infektion mit HPV-Viren vom Hochrisikotyp. Im Falle einer solchen persistierenden Infektion kommt es in seltenen Fällen nach im Durchschnitt 15 Jahren zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen, fortschreitende Vorstufen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können, bevor daraus Krebs wird.

viele Grüße.
Dr. Grüne

Die Voraussetzung für ein Zervixkarzinom ist eine langanhaltende Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/risikofaktoren.php
© 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.deD
Wichtigster Auslöser für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit sogenannten humanen Papillomviren (HPV, HP-Viren).

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/risikofaktoren.php
© 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de
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09.11.2018, 08:17 Uhr
Kommentar

Hallo Dr. Grüne,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe leider gelesen, dass anscheinend wenigstens ein Einzelfall bekannt sein soll, bei dem ein Arzt sich bei einer Op an einem Instrument verletzt und später dieselbe seltene Tumorart wie der Patient entwickelt haben soll. Das habe ich dann auf die Untersuchung übertragen, weshalb sich meine Angst so verschlimmert hat.

Viele Grüße 

Finya N.

Expertin-Grüne
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09.11.2018, 08:28 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Finya,

das halte ich für ausgeschlossen - wo haben Sie das denn gelesen?

viele Grüße.
Dr. Grüne

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09.11.2018, 09:07 Uhr
Kommentar

Hallo Frau Dr. Grüne,

ich habe das auf den Seiten des Krebsinformationsdientes gelesen unter dem Titel, ob Krebs ansteckend sei und weiter unter der Unterschrift im Artikel dazu 'Ich habe mich mit einer Injektionsnadel gestochen'. Dort steht, dass es Einzelfälle geben würde, wo das angeblich so war.

Es beruhigt mich sehr, dass Sie sagen, dass das ausgeschlossen sein würde.

Mit vielen Grüßen

Finya N.

 

 

Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur allerdings vereinzelte Berichte über Menschen, bei denen eine Krebserkrankung nachweislich auf diese Art übertragen wurde. Dazu gehörte etwa ein Chirurg, der angeblich an der gleichen seltenen Tumorart erkrankte wie ein Patient

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/ansteckung.php
© 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de
Expertin-Grüne
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09.11.2018, 09:49 Uhr
Antwort von Expertin-Grüne

Hallo Finya,

das sind vage und unbegründete Vermutungen. Der Arzt ist "angeblich" an der gleichen seltenen Tumorerkrankung erkrankt wie sein Patient. Weiteres wird hier nicht ausgeführt. Das kann bei der Behandlung von weltweit unzähligen Krebserkrankungen wohl eher mal ein kurioser Zufall sein. Wenn da etwas dran wäre, gäbe es ansonsten ja logischerweise viel eher Krebsübertragungen im engen familiären Umfeld von Erkrankten mit engem Körperkontakt.

In der Praxis relevant ist das Risiko von übertragbaren Infektionen, wenn Grundprinzipien der Hygiene vernachlässigt werden. Daher gibt es diesbezügliche Richtlinien, von deren Einhaltung Sie ausgehen dürfen.

viele Grüße.
Dr. Grüne

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09.11.2018, 10:51 Uhr
Kommentar

Hallo Frau Dr. Grüne,

vielen Dank, dass Sie auf dem Grund gegangen sind. Ihre Antwort dazu hilft mir sehr.

Mit vielen Grüßen

Finya N.

 

 

Experte-Warm
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09.11.2018, 11:15 Uhr
Antwort von Experte-Warm

Hallo ,Sie haben 2 Meinungen gehört,.die sich nicht unterscheiden, besonders  die ausführlichen Antworten von Frau Dr.Grüne sollten Sie beruhigen.  Bei dem von Ihnen beschriebenen Fall müsste man Einzelheiten  kennen., er ist nicht nachzuvollziehen.

Liebe Grüße PD Dr.Warm

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09.11.2018, 16:31 Uhr
Antwort

Hallo Dr. Warm,

ich bedanke mich für Ihre Antworten. Es hat mir sehr weitergeholfen.

Liebe Grüße 

Fynja N.

Experte-Warm
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09.11.2018, 18:09 Uhr
Antwort von Experte-Warm

Hallo, wir freun uns, wenn wi Sie ausreichend informieren  konnten . Liebe Grüße PD Dr.Warm

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