Knubbel am Oberarm seit Jahren

Kategorie: Haut-Haar-Nägel » Expertenrat Dermatologie | Expertenfrage

08.08.2019 | 13:06 Uhr

Liebes Experten-Team, 

ich bin im Moment ein wenig aufgewühlt und mache mir Gedanken. Ich bin 22, weiblich, normalgewichtig. Seit mindestens 8 oder 9 Jahren schon habe ich an meinem linken Oberarm, fast auf Höhe der Schulter unten (im "Winkespeck" unten, sozusagen) einen ca. 1cm großen kleinen Knubbel direkt unter der Haut. Er hat sich über die Jahre nicht verändert, ist nicht größer geworden, sondern ist einfach da und tut nicht weh. Er ist rund/oval und wenn man genau fühlt, leicht eingedellt an einer kleinen Stelle oben. Auf dieser "Minidelle" ist er auch leicht rötlich, der Rest ist hautfarben und eigentlich total unauffällig. Man kann ihn verschieben, unten ist er locker, aber mit der Haut oben scheint er verwachsen zu sein. Er sah eigentlich schon immer so aus. Er fällt auch nur auf, wenn ich meinen Arm leicht anhebe und die Haut auf Spannung ist. Allgemein habe ich mir nie Gedanken deshalb gemacht, eben weil ich ihn schon so lange habe und er nie wehgetan hat oder Veränderungen gezeigt hat.

Trotzdem habe ich vor vier Monaten ca. einfach mal eine Hautärztin gefragt, was das wohl sein könnte. Sie hat ihn sich angeschaut, mit einer Lupe und Licht, hat leicht gedrückt, verschoben und meinte dann, das sei absolut harmlos. Wahrscheinlich ein Grützbeutel. Wenn er störe, könnte ich ihn entfernen lassen, müsste es aber nicht. 

Ich muss sagen, dass er mich optisch schon etwas stört, gerade wenn ich im Sommer Tops trage. Also bin ich nun vergangene Woche zu einem Chirurgen, der wohl öfter mal mit Atheromen zu tun hat, weil ich mir den Knubbel wegmachen lassen möchte. Dort bekommt man einfach schneller einen Termin als beim Hautarzt. 

Er hat sich den Knubbel angeschaut und meinte dann, dass er eigentlich nicht glaubt, dass das ein Atherom ist, weil er schon viele gesehen hätte. Ich muss aber dazu sagen, dass er nicht wirklich gründlich geschaut hat, sondern nur flüchtig und ohne Fühlen, Licht und so. Und gerade dann sieht man den Knoten ja auch nicht so gut (wie oben beschrieben). Er meinte, er könne mir das trotzdem wegmachen, alles werde prinzipiell ja immer eingeschickt zur genauen Diagnose. Besorgt klang er dabei nicht. Einen Termin habe ich jetzt auch schon nächste Woche. 

Erst jetzt im Nachhinein mache ich mir nun doch meine Gedanken. Auf der einen Seite hat meine Hautärztin ja ein Atherom diagnostiziert. Auf der anderen Seite hat der Chirurg mich trotzdem verunsichert. Was sollte es denn sonst sein? Wenn der kleine Knubbel schon fast 10 Jahre besteht und sich nie verändert hat, kann das doch eigentlich nichts Schlimmes sein, oder? Ich hoffe, Sie können mir helfen...:-X

Lieben Gruß 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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08.08.2019, 20:31 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo DJ_07,

die kurze Antwort ist: Wenn es sich seit 10 Jahren nicht verändert hat, ist nicht davon auszugehen, dass es etwas Schlimmes ist. Tumore würden sich zumindest etwas ändern und auch immer wieder wahrscheinlich zu Entzündungen führen.
Es könnte sich dabei um vieles handeln, ein Ergebnis wird wohl erst nach der Operation feststehen. Denkbar wäre auch, dass ein kleiner Fremdkörper abgekapselt wurde, ein Lymphknoten oder vieles mehr.
Wir schließen uns dem Chirurgen an, lassen Sie den Knubbel entfernen, wenn er sie stört. Sollte sich unter der OP herausstellen, dass es doch nicht gemacht werden sollten, wird er es nicht tun (beispielsweise, weil es sich um einen völlig gesunden Lymphknoten handelt).

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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09.08.2019, 09:58 Uhr
Kommentar

Liebes Lifeline-Team, 

vielen Dank für die schnelle und beruhigende Antwort. Das hat mir wirklich sehr weitergeholfen. :-) Vielleicht ist ja auch eine Zyste dann doch nicht ganz ausgeschlossen...

Eine Frage noch, einfach auch aus Interesse: Wenn Sie von abgekapselten Fremdkörpern sprechen, was könnte es denn noch sein, neben einem Lymphknoten? 

Wäre es bei etwas Bösartigem nicht auch der Fall, dass es sich vergrößern oder nach er langen Zeit andere Symptome hervorrufen würde? :-( 

Vielen Dank im Voraus für die Antwort und liebe Grüße

 

Lifeline Gesundheitsteam
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11.08.2019, 13:27 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo DJ_07,

es freut uns sehr, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten.
Mit abgekapseltem Fremdkörper meinten wir tatsächlich so etwas wie ein kleiner Holzsplitter, ein Stachel eines Kaktus' oder ähnliches. Es kann sein, dass diese, wenn sie durch die Haut durch sind und abbrechen im Gewebe bleiben. Der Körper baut dann aus Immunzellen einen "Schutzwall" darum auf und der Fremdkörper bleibt einfach drinnen. Das ist zwar eher selten der Fall, weil es vorher eher zu Entzündungen kommt (bei Ihnen aber nicht der Fall), es ist aber eine Möglichkeit.
Wie Sie auch richtig sagen, würde etwas bösartiges genau so äußern: Es würde wachsen und wahrscheinlich Fieber und andere Symptome hervorrufen. Zumindest nach einiger Zeit. Auf jeden Fall würde es sich aber verändern.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen nochmal weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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