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Hautmal/Lentigo versehentlich weggekratzt

Kategorie: Haut-Haar-Nägel » Expertenrat Dermatologie | Expertenfrage

08.07.2021 | 08:27 Uhr

Liebes Team,

ich (w., 38), hatte seit Jahren einen kleinen, gewöhnlich aussehenden Sonnenfleck an der rechten Wange (habe mehrere ähnliche). Er sah aus wie eine gewöhnliche Lentigo, war knapp 3 mm groß und lag im Hautniveau, ich hab den nie weiter beachtet.

Vor 2 Wochen fiel er mir plötzlich auf, weil er dunkler geworden war. Bei genauem Hinsehen sah es aus, als wär das helle Braun mit schwärzlichen Punkten und Fäden durchzogen, die sehr nah an der Oberfläche zu sein schienen (habe es mal mit einer Lupe angeguckt). Daraufhin war ich bei der Hautärztin, die den Fleck dermatoskopisch untersucht hat: Es sei ein Beobachtungsfall, leicht unregelmäßig, aber nichts Beunruhigendes, was sofort raus müsste. Kontrolle in 3 Monaten. Aber da ich nächste Woche ohnehin Hautcheck habe, wollte sie da noch mal draufschauen.

Tags drauf nach dem Abtrocknen stand dort ein winziges Hautschüppchen ab. Als ich es abzog, verschwand auch ein Teil der schwarzen Fädchen/Punkte. Reflexartig habe ich also auch am Rest rumgeknibbelt, bis mir aufging, dass das vmtl. keine gute Idee ist. Allerdings ist der Fleck jetzt größtenteils verschwunden, nur ein dünner Rand ist noch zu sehen. Die entstandene Abschürfung hat nahezu nicht geblutet, nur etwas genässt, also es war keine große "Kraftanstrengung" nötig, um den Fleck zu entfernen.

Kann man etwas Bösartiges einfach so abkratzen, nur mit dem Nagel, Manipulation eher geringer als z.B. beim Pickelausdrücken?

Sollte es bösartig gewesen sein, ist dies abhand der Reste (Rand, kleine Abschürfung) noch zu erkennen bzw. wäre es histologisch nachweisbar? Begünstigt diese Beschädigung das Wachstum und die Verbreitung im Körper? Ich mache mir große Sorgen und würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eine Einschätzung geben könnten.

Viele Grüße!

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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08.07.2021, 18:44 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

die Einschätzung des Flecks wird nun ggf. etwas schwieriger sein, da der Fleck ja nicht mehr vorhanden ist, aber dennoch wird Ihre Hautärztin den bestehenden Rest begutachten können.

Durch das Abknibbeln ist es aber eher unwahrscheinlich, dass Sie mögliche maligne Zellen verbreitet haben. 

Dennoch sollten Sie den Termin bei Ihrer Hautärztin unbedingt wahrnehmen und sich den Befund nochmal anschauen lassen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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08.07.2021, 20:43 Uhr
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Hallo und besten Dank für Ihre Einschätzung. Eine Rückfrage habe ich noch. Sie sagen, das Verteilen maligner Zellen durch Abknibbeln ist unwahrscheinlich. Meinen Sie damit, dass es generell unwahrscheinlich ist, etwas Bösartiges mit so geringen Mitteln zu entfernen? Oder ist es so, dass die Verletzung/teilweisd Abschürfung einer bösartigen Neubildung nicht deren Verbreitung begünstigt?

Danke noch mal.

Lifeline Gesundheitsteam
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08.07.2021, 20:52 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

wir meinten damit, dass es unwahrscheinlich ist, dass in diesem Fall an diesem Fleck im Rahmen einer möglichen malignen Erkrankung Zellen verschleppt würden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnne weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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01.08.2021, 09:29 Uhr
Kommentar

Hallo,

ich möchte mich noch einmal bzgl. des obigen Themas an Sie wenden. Ich hatte Ihnen von einem ca. 3 mm großen Pigmentfleck im Hautniveau berichtet, der in letzter Zeit – seit wann unbekannt – dunkle Einsprengsel bekommen und den ich daraufhin bei der Hautärztin vorgestellt hatte. Diese hatte ihn als Beobachtungsfall eingestuft und ihn in 3 Monaten nochmals kontrollieren wollen, Eile oder sofortige Entfernung seien aber nicht geboten.

Nachdem sich ein Teil des Flecks mit einem Hautschüppchen ablöste, hatte ich den restlichen Fleck im Affekt weggekratzt, dies war erstaunlich leicht und ohne nennenswerte Anstrengung/Schmerzen möglich. Ca. 1 Woche später schaute die Ärztin beim regulären Hautcheck nochmals drauf, sah nichts Beunruhigendes und sagte, ich solle mich wieder vorstellen, wenn der Fleck wiederkäme.

Die Abschürfung verheilte schnell. Jetzt ist es eine helle, leicht rosa/rötliche Stelle mit zart pigmentiertem Saum. Ich kann die Stelle nn  ganz dezent fühlen, der einstige Fleck befand sich hingegen im Hautniveau. Wegen des Saums wurde ich vergangene nochmals bei der HÄ vorstellig. Sie sagte, sie könne kein wiederkehrendes Pigment erkennen, es bestünde kein Grund zur Sorge und auch bei Rückkehr des Flecks bedeute die noch nicht Bösartigkeit.

Ich erkenne jedoch ganz deutlich den leicht pigmentierten Saum. Ist dieser automatisch unbedenklich und wird deshalb von der HÄ übergangen? Gibt es unterschiedliche "Sorten" Pigment, die der Arzt unterm Dermatoskop erkennen kann?

Die Ärztin bot mir an, einen festen Zeitpunkt auszumachen, zu dem wir die Stelle noch mal anschauen, unabhängig davon ob was wiederkommt oder nicht. In 8 Wochen habe ich noch mal einen Termin. Ist das ein angemessener Zeitraum, um abzuwarten, oder kann es da gefährlich werden? Die Größe der Stelle ist übrigens nach wie vor gleich.

Danke und Grüße!

Lifeline Gesundheitsteam
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01.08.2021, 10:14 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Im Zuge eines Heilungsprozesses kann es sein, dass verschiedene Areale unterschiedlich pigmentiert sind. In einem Dermatoskop kann man genau unterscheiden, welches Pigmentmuster vorliegt und demnach Rückschlüsse darauf ziehen, ob es einen akuten Handlungsbedarf gibt, das Ganze als Beobachtungsfall eingestuft werden kann oder unbedenklich ist.

Dass Sie sich einen weiteren Kontrolltermin ausgemacht haben, ist sicher nicht schlecht, so können Sie sicher sein, dass Sie nichts verpassen.

Vertrauen Sie Ihren Ärzten, diese kennen Sie und Ihren Befund gut und können in der körperlichen Untersuchung die richtigen Schlüsse ziehen.

Wir raten Ihnen nun einfach abzuwarten und den Termin in 8 Wochen abzuwarten. Versuchen Sie sich in der Zeit nicht verrückt zu machen und schützen Sie die Stelle vor direkter Sonneneinstrahlung bzw. benutzen Sie einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Neue Haut ist anfälliger und es können Pigmentierungen auftreten, die zwar harmlos sind, aber die Ästhetik stören können.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam 

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17.08.2021, 17:54 Uhr
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Liebes Team,

ich melde mich noch einmal mit Fragen dazu. Nachdem das Pigment in o.g. Hautmal zügig und sichtbar wiederkam, bin ich früber als vor Ablauf der 8 Wochen vorstellig geworden, diesmal bei einem anderen Hautarzt. Dieser entschied sich, die Stelle sicherheitshalber zu entfernen. Es sei nicht dramatisch, aber alles, was sich nicht mit letzter Sicherheit einordnen ließe, solle besser weg. Zusätzlich hatte ich auch angegeben, dass der Punkt mich ästhetisch stört.

1. Er hat das Mal mit der Shave-Methode abgetragen. Wunde und Abschürfungsgrad sind quasi genauso wie nach dem Abkratzen vor einigen Wochen. Es ist also erneut damit zu rechnen, dass das Teil wiederkommt?

2. Er sagte stets, dass auch eine Alterswarze (frühe Seb. Kerathose, nicht erhaben) in Frage käme, beim Abtragen habe es sich so verhalten. Kann man das unterscheiden? Und ist es normal, dass so etwas so zügig wiederkommt?

3. Die Shave-Methode geht ja nicht sehr tief. Im Fall von Bösartigkeit wäre es also wahrscheinlich, dass nachgeschnitten werden muss, oder? Entstünden prognostisch Nachteile durch die zweimalige Teilentfernung (Abkratzen, Shave)?

Danke schon mal.

Lifeline Gesundheitsteam
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18.08.2021, 09:41 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

1. Sie sollten zunächst das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung abwarten. Wenn der Befund komplett entfernt wurde, sollte er nicht wiederkommen.

2. Auch hier ist alles sehr spekulativ. In der Tat kann ein Arzt mit viel Erfahrung bereits im Vorfeld relativ sicher vorhersagen, um was es sich bei einem Befund handelt. Die sicherste Antwort liefert jedoch der Pathologe.

3. Im Falle eines bösartigen Befundes wird in der Regel eine weiter Behandlung notwendig. Die Therapie ist abhängig von der Entität des Befundes. Ärztlich erfolgt die Befundresektion immer so, dass kein bzw. ein nur minimales Risiko für eine Verstreuung besteht.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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