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Was tun bei spezifischer Phobie?

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Depression - Burnout - Stress | Expertenfrage

19.01.2021 | 20:32 Uhr

Hallo, 

ich leide schon seit dem ich ein Kind bin unter der sogenannten Emetophobie. 
As Kind war es mehr eine über-Ängstlichkeit. in der Pubertät etablierte sich eine handfeste Panikstörung. In meinen späten 20ern wurde es definitiv besser, weg war die Angst nie, aber definitiv abgeschwächter. Seitdem ich nun ein Kind habe, ist die Angst wieder viel stärker. Mein Kind ist inzwischen schon fünf. Obwohl ich seit Jahren unter leichten Depressionen leide und sehr niedrig dosiert Citalopram (10 mg) nehme, hatte ich keine Wochenbettdepression.

Meine Angst ist mit meinem Kind sozusagen wieder gewachsen. Ich habe ständig Angst, dass er sich oder ich mich übergebe. Habe Angst dass wir uns einen Magen-Darm Infekt einfangen oder sonstiges. Dabei sind wir glücklicherweise sehr verschont was diese Art und auch jegliche Krankheiten angehen. Ich habe keinen Reinlichkwitsfimmel. 
Aber meine Angst ist ständig da. Wenn mein Sohn mal mit Bauchweh ins Bett geht, Hocke ich panisch an seiner Tür und harre aus ob er sich im schlaf übergibt oder nicht. 
Meine Angst ist mit ein Grund warum ich kein 2. Kind wollte.

Ich befinde mich übrigens auch seit über 7 Jahren in psychoanalytischer Gesprächstherapie. Die Therapie geht noch ca 1 Jahr, dann wird sie abgeschlossen sein. Die Therapeutin ist toll und nett aber meine Angst vor dem Erbrechen ist dadurch nicht besser geworden.

Ich habe sogar aus eigener Tasche vor 2 Jahren eine Hypnose Therapie bezahlt. Auch das hat nicht geholfen. Vor über 15 Jahren, also mit anfang 20 habe ich sogar eine KonfrontationsTherapie in Münster probiert, es aber nicht bis zum äußersten kommen lassen. Nach einigen Jahren schwächte sich meine Angst aber ab. Und kam wie gesagt nach dem ich die Verantwortung für meinen kleinen Sohn übernommen habe, wieder. 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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27.01.2021, 20:33 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

eine Emetophobie gehört im ICD-10 zu den spezifischen Phobien, wie Sie sich selbst erklären können also zu einer Angst vor einem ganz bestimmten, isolierten Auslöser.
Für andere Phobien sind die wissenschaftlichen Daten zur Behandlung sicherlich besser, für spezifische Phobien ist die Datenlage leider eher dünn. Trotzdem gibt es eine Behandlungsform, deren Nutzen belegt ist und zwar ist das die kognitive Verhaltenstherapie (ca. das, was Sie als Konfrontationstherapie bezeichnet haben). Offensichtlich hat ja auch bei Ihnen diese Form der Therapie bereits geholfen, insofern ist es auch gesichert, dass bei Ihnen diese Form wirkt.
Für die derzeit laufende Therapie scheint das leider nicht zu gelten. Insofern sollten Sie überlegen, ob Sie nicht noch einmal eine Verhaltenstherapie besuchen. Der Nutzen stellt sich hier glücklicherweise auch etwas schneller ein. Darüber sollten Sie aber auch mit Ihrer derzeitigen Therapeutin sprechen.
Die Medikation ist mit 10 mg tatsächlich noch eher niedrig dosiert und kann bei Bedarf auch gesteigert werden, wenn keine Nebenwirkungen auftreten. Allerdings ist ein Nutzen bei spezifischen Phobien leider nicht nachgewiesen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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