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Venlafaxin Nebenwirkungen

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Depression - Burnout - Stress | Expertenfrage

18.01.2022 | 20:14 Uhr

Hallo

Ich nehme Venlafaxin 150 mg retardiert seit September 2019 ein, das Medikament hilft mir zwar recht gut aber erst ab Dosissteigerung auf 112 mg und 150mg wurde es deutlich besser mit der Gesundheit.
Doch leider habe ich auch ein Paar Nebenwirkungen die mich sehr belasten, die starke Verstopfung die ich nur durch zweimal täglich Movicol Pulver trinken in den Griff bekommen.
Meine anderen Nebenwirkungen sind sexuelle Funktionstörungen (Libiboverlust, Orgasmusstörungen Erektion, die vor der Medikamenteneinnahme nicht so in dieser Form vorhanden waren) und ich fühle mich emotional abgestumpft die für mich viel schlimmer sind.
Ich habe meinem Facharzt für Psychatrie/Neurologe und meiner Ärztin die mich in der Tagesklinik behandelt hat davon erzählt. Keiner hat dies verstanden mit der emotionalen Abstumpfung (mittelstarkes egal Gefühl, so nennen es andere Patienten) nur wie gesagt von anderen Patienten habe ich davon gehört.

Ich habe in Absprache mit meiner Ärztin die Dosis von Venlafaxin von 150 mg auf 112 mg reduziert wegen der Nebenwirkungen (zumindest ein Versuch durch Dosisreduzierung eventuell entgegenzuwirken), die ersten 3 Wochen ging es mir psychisch noch gut. Doch zu Beginn der 4. Woche merkte ich wie es mir wesentlich schlechter ging von einer leichteren Form der Depression die auf eine mittelschwere umgesprungen ist. Dann erhöhte ich 3 Tage später die Dosis wieder auf 150 mg, nach ein Paar Wochen hatte ich wieder den gesundheitlichen Zustand wie vor der Dosisreduktion. Das ganze hat mir auch 4 Wochen Krankenschein eingebracht, ich befinde mich derzeit in einer beruflichen Reha einer LTA Maßnahme. Beim zweiten Versuch wurde die Dosis nur von 150 mg auf 137,5 mg reduziert also nur um 12,5 mg das gleiche Spiel wieder nur das es dieses mal nicht so extrem wie beim ersten mal war. Das ganze ist mittlerweile 6 Monate her.
Ich habe jetzt zusätzlich ein zweites bekommen und zwar Elontril 150 mg retardiert, in dieser Dosis habe ich keine Nebenwirkungen bekommen jedoch nur leichte Verbesserungen gemerkt, die Idee dahinter war auch um den Nebenwirkungen des anderen Medikamentes entgegenzuwirken.

Hat vielleicht jemand ein Paar nützliche Tipps oder selbst solche Nebenwirkungen und mir sagen wie ich damit umgehen kann. Mich stört das ganze sehr wenn noch nicht mal eine Dosisverringerung funktioniert.


Vielen Dank für das durchlesen.


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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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23.01.2022, 13:34 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo ThierryHenry,

das ist tatsächlich ein sehr unangenehmer Leidensweg, den Sie da beschreiben und leider gibt es für solche schwierigen Verläufe auch kein so richtige Patentrezept. Wir können sehr gut nachvollziehen, dass es belastend ist, wenn sich die Dosis nicht reduzieren lässt und Sie damit das Gefühl bekommen, Ihre Erkranung nicht in den Griff zu bekommen.
Eine theoretische Möglichkeit, was man tun könnte, gibt es tatsächlich. Man könnte den Spiegel des Medikamentes im Blut bestimmen. Anschließend könnte man die Dosis soweit reduzieren, dass sich Nutzen und Nebeneffekte soweit wie für Sie erträglich im Gleichgewicht halten. Allerdings ist das deswegen eher eine theoretische Möglichkeit, da mit einer Reduktion von 12,5 mg, also dem kleinsten möglichen Schritt es schon nicht gut ausgeglichen war. Kleinere Schritte könnten deswegen nur darin bestehen, dass Sie jeden zweiten Tag die reduzierte Dosis nehmen und sonst die volle etc..Unter eines solchen abwechselnden Medikation den Spiegel gut zu bestimmen, ist leider kaum möglich. Schwankungen wären wahrscheinlich zu groß, um eine valide Aussage hieraus zu treffen. Der einzige Hinweis darauf, dass es mit der täglich abwechselnden Dosis funktionieren könnte, besteht darin, dass es ja immerhin 3 Wochen mit der reduzierten Dosis recht gut ging. Aber das ist auch keinesfalls beweisend. Deshalb sollten Sie darüber mit Ihren Behandlern sprechen.
Ansonsten ist der Ansatz, die Nebenwirkungen mit Hilfe eines anderen Medikamentes abzufangen, sicherlich sinnvoll und richtig. Leider hilft da nur, abzuwarten und auszuprobieren.
In zusätzlicher therapeutischer Behandlung befinden Sie sich sicherlich, wenn Sie in einer Tagesklinik waren.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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