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Mutter 67 nimmt nichts mehr zu sich und baut stark ab

Kategorie: Leben-Familie » Expertenrat Depression - Burnout - Stress | Expertenfrage

11.03.2022 | 19:53 Uhr

Hallo, meine Mutter ist 67 und lebt mit meinem Vater zusammen. Sie ist sehr aktiv, treibt viel Sport und ist gesellig. Neben der anhaltenden Belastung/ Einschränkung durch Corona hatte mein Vater 2017 einen Schlaganfall (traumatisches Ereignis), ist aber kein Pflegefall. Von Ihrem Arzt (Allg. Medizin und Naturheilkunde) hat sie aufgrund der Belastung Opipram 50mg bekommen die sie sporadisch nimmt und später noch Citalopram 20mg, die sie aber abgesetzt hat.

Es gab schon immer ständige Konflikte zwischen meiner Mutter und meiner Schwester. An Weihnachten 2021 gab es dann einen Bruch und meine Schwester hat meiner Mutter geschrieben das sie keinen Kontakt mehr haben will. 

Das hat meine Mutter schwer getroffen und seit dem verschlechter sich ihr Zustand zunehmend. Sie kocht meistens, isst aber nur noch 2-3 Gabeln am Tag und trinkt wenn es hoch kommt 250ml pro Tag. Ihre Haut ist total ausgetrocknet und sie wirkt "Fahrig" und verrent sich in einzelne Gesprächsthemen. Sie schläft fast den ganzen Tag und ist nur für wenige Stunden wach. Auch ihr Gemüt wechselt stark. Opipram nimmt sie 1-2 mal am Tag 50mg und diverse andere "Kräuter", z.B: Sedariston. 

Leider hat sich ihr Zustand weiter verschlechtert, sie lallt leicht beim Sprechen wobei das abends schlimmer ist als morgens und wenn ihr Wörter nicht einfallen macht sie ein ganz merkwürdiges langgezogenes Summ-Geräusch was sich sehr befremdlich anhört. 

Mit Mühe und Not hat mein Vater es geschafft sie zu einem Termin kommenden Dienstag bei einem Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu bewegen. Eine körperliche Untersuchung oder Blutabnahme lehnt sie aber ab. Das ist auch der erste richtige Arzttermin seit Weihnachten.

Vorerkrankungen: leichte Diabetes, Bluthochdruck

Nun zu meinen Fragen

- Ist der oben genannte Facharzt hier der richtige Ansprechpartner, oder sollte sie z.B zu einem Psychiater gehen? 

- Ist eine psychische Erkrankung wahrscheinlich, oder sprechen die Symptome eher für eine physische Erkrankung? 

- Ist die Medikation sinnvoll? 

- wie schätzen Sie die Situation insgesamt ein?

- Ist in letzter Instanz eine Einweisung gegen ihren Willen notwendig wenn sie weiterhin nichts essen und trinken sollte?

 

Wir machen uns große Sorgen und mein Vater kann die Situation nicht mehr lange ertragen. Wir sind froh über jeden Tipp und jede Hilfe. 

 

Vielen Dank für Ihre Mühe

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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15.03.2022, 16:22 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Verzeihen Sie bitte unsere so späte Antwort.
Wir können das aus der Ferne natürlich nicht sicher diagnostizieren, das deutet aber durchaus auf eine schwere Depression hin. Der beste Ansprechpartner wäre deshalb aus unserer Sicht eher ein Psychiater.
Die Medikation ist in Anbetracht der Symptomatik schon gerechtfertigt, allerdings ist es auch gut möglich, dass eine ambulante Behandlung bei einer so stark ausgeprägten Symptomatik nicht ausreicht. Insofern ist wahrscheinlich schon eine stationäre Behandlung notwendig.
Mit einer Zwangseinweisung ist das aber tatsächlich nicht so einfach. Diese ist dann möglich, wenn eine akute Eigengefahr vorliegt, hier scheint die Gefahr ja aber viel eher chronisch. Insofern ist das Vorgehen etwas schwieriger, dazu kann aber auch ein Arzt vor Ort am besten eine Einschätzung geben.
Aus unserer Sicht ist die psychiatrische Behandlung am besten auf einer Station vorerst sinnvoll. Hier kann mit verschiedenen Ansätzen daran gearbeitet werden, dass Ihre Mutter erst einmal wieder in einen "Handlungsmodus" kommt. Stellen Sie sie aber auf jeden Fall ersteinmal bei besagtem Arzt vor, vielleicht kann dieser schon etwas veranlassen. Gegebenenfalls muss sonst im Verlauf noch ein Psychiater oder eine psychiatrische Notfallambulanz einer Klinik herangezogen werden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen und drücken Ihnen die Daumen, dass es bald besser geht - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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