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Spasmex versucht auszuschleichen

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Blasenentzündung/Inkontinenz | Expertenfrage

06.06.2021 | 06:45 Uhr

Sehr geehrtes Expertenteam,

Wegen der Diagnose einer überaktiven Blase nehme ich seit 1,5 Jahren nun Spasmex.

Zuerst 45 mg, dann 30mg  und dann auf Anraten meines Urologen mit zunehmender Stabilisierung der Blase die Dosis zu reduzieren in den letzten Monaten nur noch 15mg.

In den letzten Wochen habe ich versucht das Spasmex ganz auszuschleuchen und habe 15mg nur noch alle zwei Tage morgens genommen. Nach ca einer Woche stellte ich fest, dass ich wieder häufiger zur Toilette musste. 

Und als ich einen Combur Test gemacht habe waren dort die Leukozyten erhöht, aber ohne Bakterien.

Kann dies mit dem Absetzen von Spasmex zusammenhängen? 

Und müsste ich im Grunde dann wieder die Dosis erhöhen eine zeitlang, um die Blase wieder ruhiger zu stellen? 

Und kann es da Zusammenhänge mit den Wechseljahren und dem fehlenden Östrogen geben?

Mir ist aufgefallen wenn ich Ibuprofen 400g einnehme beruhigt sich die Blase sehr gut. 

Wie lässt sich dies erklären?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und einen schönen Tag. 

Sunny 

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Lifeline Gesundheitsteam
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06.06.2021, 10:03 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Sunny,

Der Wirkungsmechanismus von Spasmex ist ca. der Folgende: Das Medikament hindert die Nerven daran, auf die Blase zu wirken, wodurch sich Blasenkrämpfe lösen können. zu viel Spasmex könnte dann dazu führen, dass sich die Blase nicht mehr richtig entleert, zu viel, dass sie sich nicht so weit füllt, bzw. sie eben überaktiv wird.
Beim Absetzen kann es also wieder in Richtung einer störkeren Anspannung kommen. Dazu würde es schon passen, dass sie häufiger auf die Toilette müssen -  Leukozyten passen damit aber eher nicht zusammen. Eher würde das häufigere Wasserlassen dazu führen, dass die Harnröhre öfters gespült wird und Bakterien es deswegen schwerer haben. Wir empfehlen Ihnen deshalb, den Urin beim Hausarzt  untersuchen zu lassen, um das Ergebnis zu verifizieren. Eventuell war es nur eine Verunreinigung oder Sie haben tatsächlich zufällig einen Harnwegsinfekt gleichzeitig. Die Dosierung von Spasmex sollten Sie anschließend mit Ihrem Arzt besprechen.
Ob und wie Ibuprofen wirkt, können wir nur spekulativ beantworten, das sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Vorstellbar wäre aber, dass das Schmerzmittel einen Kreislauf unterbricht: die Blasenkrämpfe führen zu kleinen Schmerzen, die wiederum zu weiteren Krämpfen führen, die wiederum... usw.. Ibuprofen könnte so indirekt zu einer Entsoannung führen.
Ein Zusammenhang mit den Wechseljahren ist insofern möglich, da es dadurch auch zu einem Infekt kgekommen sein könnte. Das ist aber auch nur spekulativ. Und vielleicht ist es auch nur Zufall.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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06.06.2021, 13:00 Uhr
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Liebes Expertenteam,

Ich danke Ihnen für Ihre Erklärungen und werde die Höhe der MedMedikamentengabe dann noch mit meinem Arzt besprechen.

Viele Grüße und einen schönen Tag. 

Sunny 

 

Lifeline Gesundheitsteam
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06.06.2021, 13:25 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Sunny,

es freut und sehr, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten. Ihnen auch noch einen schönen Tag.
Bei weiteren Fragen sind wir natürlich gerne wieder für Sie da.

Bis dahin alles Gute - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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06.06.2021, 20:36 Uhr
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Vielen Dank!

Ich habe noch eine Frage bezüglich meines Vaters. 

Er ist 86 Jahre alt und seit 5 Jahren an der Dialyse.

Da er seit einem halben Jahr oft furchtbare wandernde  Missempfindungen und Schmerzen vor allen Dingen in den Beinen und auch teilweise am ganzen Körper hat, gehen die Ärzte bei der Dialyse von einer urämischen Polyneuropathie aus.

Momentan bekommt er dagegen Metronidazonal Tropfen. 

Leider unterdrücken diese den Schmerz nur teilweise.

Gibt es bei dieser Erkrankung auch andere Schmerzmittel, die die Nieren nicht schädigen oder kann man die Neuropathie auch auf andere Weise ertragbar machen? Manchmal hilft es ihm wenn er die Beine mit einem feuchten Lappen kühlt, aber manchmal hilft nichts. Vielen Dank und einen schönen Abend. Sunny 

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07.06.2021, 04:27 Uhr
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Ps: ich habe mich leider verschrieben. Ich meinte nicht Metronidazonal, sondern Novalgin Tropfen bekommt mein Vater 

Viele Grüße 

Sunny 

Lifeline Gesundheitsteam
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07.06.2021, 19:46 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

ggf. wäre es sinnvoll über Ihren behandelnden Arzt eine Überweisung zu einem Schmerztherapeuten zu bekommen.

Das sind speziell geschulte Ärzte, die unter Einbeziehung verschiedenster therapeutischer Maßnahmen zu einer Reduktion der Schmerzen führen.

Der Wirkstoff Novalgin ist beim offiziellen Stufenschema auf der untersten Stufe, dh auch von den Schmerzmitteln her gibt es noch viel Luft nach oben. Manchmal werden auch Medikamente, die eigentlich nicht aus der Schmerztherapie kommen, dafür verwendet, da sie die Schmerzqualität verändern können. Aber auch hier ist der Schmerztherapeut der richtige Ansprechpartner.

Unterstützend sollten Sie natürlich alles tun, was Ihrem Vater gut tut und wenn das die kalten feuchten Lappen sind, mit denen er sich die Beine kühlt.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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07.06.2021, 19:50 Uhr
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Liebes Expertenteam,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich werde mich nach einem Schmerztherapeuten informieren und hoffe, dass die Schmerzen auf diesem Weg für meinen Vater erträglicher werden. 

Einem schönen Abend und viele Grüße 

Sunny 

Lifeline Gesundheitsteam
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07.06.2021, 19:52 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo sunny,

wir freuen uns, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten.

Bei weiteren Fragen sind wir gerne wieder für Sie da.

Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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