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vorzeitige Wechseljahre nach Absetzen von Mönchspfeffer

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

25.01.2006 | 05:23 Uhr

Gute Tag,

ich habe wegen Brustspannung und Milchschübe für 12 Monate Mönchspfeffer eingenommen. Ich bin 38 Jahre alt. Seit Absetzen des Mönchpfeffers (ca 2 Monate danach) traten Herzklopfen, Hitzewallungen Schlafstörungen und v. a. Zittern d. Hände und Muskelkrämpfe auf. Der Hormontest beim Frauenarzt war aber absolut normal für mein Alter, meine Blutung ist aber schwächer geworden und kommt in kürzeren Zeitabständen (24 - 28 Tage.) Die Wechseljahrssymptome verstärken sich aber noch weiterhin.

Seit 1 Monat nehme ich wieder Mönchspfeffer, in der Hoffnung, das sich der Zustand wieder bessert. Kann das Absetzen von Mönchspfeffer solche Auswirkungen haben? Soll ich nocheinmal die Hormone prüfen lassen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Motadella

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25.01.2006, 11:52 Uhr
Antwort

Hallo Motadella,
immer wieder rate ich den Leserinnen, die keine Hormone einnehmen, zur Messung der Morgentemperatur, um Informationen über Ihren Zyklusablauf zu erhalten. Das kostet Sie jeden Morgen etwa 45 Sekunden Zeit für’s Fiebermessen unter der Zunge und die Mühe, ein kleines Kreuzchen in einer einfach zu erstellenden Tabelle zu machen.
Die alleinige Bestimmung z.B.von Progesteron irgendwann in der zweiten Zyklushälfte gibt Ihnen nur dann eine verwendbare Auskunft über die tatsächliche Funktion Ihres Gelbkörpers im Eierstock, wenn Sie eine stabile Temperaturerhöhung über etwa 2 Wochen lang nach dem Eisprung haben.
Möglicherweise haben Sie eine Gelbkörperhormonschwäche, wahrscheinlich haben Sie aber auch ein Magnesium-Mangel-Problem (Muskelkrämpfe, Zittern, schlechter Schlaf, Herzklopfen).
Messen Sie doch mal Ihre BT-Kurve, bevor irgendein teurer Hormontest gemacht wird.
Ich habe übrigens überhaupt nichts gegen eine längerfristige Einnahme von Mönchspfeffer, wenn Sie bereits Erfolg mit der Behandlung hatten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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26.01.2006, 04:46 Uhr
Antwort

Hallo TomDoc,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Funktioniert der Temperaturtest eigentlich auch, wenn die Nachtruhe weniger als 6 Stunden dauert? Zur Zeit kann ich durchschnittlich nur 4 bis 5 Stunden schlafen.

Gelbkörperhormonschwäche kann gut sein, Magnesiummangel liegt nicht vor, Cortisol ist erhöht.

Noch einmal zu meiner allerersten Frage:
Kann das Absetzen von Mönchspfeffer Wechseljahrsbeschwerden verursachen? Es wäre nett wenn Sie mir darauf antworten, denn mein Hausarzt möchte mich am liebsten zum Endokrinologen schicken, um die Nebenniere zu untersuchen.

Mit freundlichem Gruß
Motadella

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26.01.2006, 07:48 Uhr
Antwort

Hallo Motadella,

wenn Mönchspfeffer eine Gelbkörperhormonschwäche erfolgreich behandelt hat, die bei Ihnen im Verlauf des Präklimakteriums bestand (ist ja auch mit 38 Jahren möglich), dann tritt diese Schwäche nach Absetzen des Präparates wieder auf. Wenn Sie aber so formulieren, ob Mönchspfeffer-Absetzen die WJ VERURSACHT, dann klares Nein!

Zur Temperatur:
klar kriegen Sie eine Aussage auch wenn sie nur 4-5 Stunden schlafen. Hauptsache, sie messen immer zur selben Zeit. Sie vergleichen ja die „Aufwach-Temperatur“. Schwierig ist’s natürlich, wenn sie einmal um 3 Uhr morgens zu Arbeit müssen, am nächsten Tag um 8 und dann wieder um 6 Uhr.
Sind Sie so sicher mit Magnesium? Schon genommen?
Wurde mal das Nüchtern- Prolaktin bestimmt? Mit welchem Ergebnis?
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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31.01.2006, 04:52 Uhr
Antwort

Hallo TomDoc,

ihre Antwort hat mich ein wenig nachdenklich gemacht. Vielleicht habe ich ja einen erhöhten Magnesiumbedarf. Ich treibe wegen meinem Bluthochdruck ca 3 bis 4 mal pro Woche Sport und schwitze dabei stark, und danach geht´s meistens noch in die Sauna.

Ich habe mir nun in der Apotheke ein Magnesiumpräperat (300 mg) besorgt, vielleicht kann ich mir so weitere Untersuchungen ersparen. Wie lange würde es eigentlich dauern, bis ein Magnesiummangel behoben wäre?
Die Apothekerin riet mir auch dazu, öfter das Mönchspfefferpräparat zu wechseln, damit die Wirkung nicht nachläßt. Wie kann das sein? Da ist doch wohl überall das gleiche drin?

Mit freundlichen Grüßen
Motadella

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31.01.2006, 07:13 Uhr
Antwort

hallo Motadella,
derAusgleich eines Mineralmangels (hier Magnesium) geht meist sehr rasch. Sie merken es an den nachlassenden Beschwerden. Eine Überdosierung mit Magnesium merken Sie an ihrem Stuhlgang, der wird leicht „dünnflüssiger“.
Mönchspfefferpräparat wechseln – ein Tipp, den ich auch immer wieder gebe. Richtig erklären kann ich Ihnen das auch nicht, aber ich habe oft die Beobachtung gemacht, das Mönchspfefferpräparate nach ½ Jahr „schwächeln“. Der Wechsel auf ein anderes Mönchspfeffer-Präparat hilft dann fast immer und nach einigen Wochen kann man dann auch wieder auf das alte Präparat wechseln. Warum das so ist, weiß ich wirklich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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03.02.2006, 07:43 Uhr
Antwort

Hallo TomDoc,

Wow, mit dem Magnesium bin ich ein neuer Mensch. Zittern, Muskelkrämpfe und alle Schlafprobleme haben in den letzten Tagen stark nachgelassen. Und das, obwohl in der (selbst bezahlten) Mineralstoffanalyse der Magnesiumwert im unteren Normalbereich lag. Daher war ich zuerst auch so sicher, dass kein Mangelzustand vorliegt. Mein Hausarzt tippt jetzt zwar auf Placebo-Effekt, ist mir aber egal. Hauptsache es wirkt.

Ich bin Ihnen sehr dankbar, die Lebensqualität ist im Vergleich zu den letzten 3 Monaten enorm gestiegen.

Mit freundlichen Grüßen
Motadella

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05.02.2006, 11:33 Uhr
Antwort

Hallo Motadella,
das Problem mit Mineralstoffanalysen ist Folgendes: im Blut können Sie nur den Mineralgehalt messen, der in der Blutflüssigkeit gelöst ist. Bei Magnesiummangel ist aber sehr oft das Magnesium im Inneren der Zelle erniedrigt, und den können Sie nicht messen. Also ist eigentlich der „Magnesiumwert im unteren Normbereich“ doch ein Hinweis auf Mg-Mangel.
Alles Gute weiterhin!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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