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nochmal: Und NACH Mirena??

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

10.03.2007 | 10:35 Uhr

Lieber Dr. Dossler,

ich weiß, dass es Ihnen lieber ist, wenn man unter dem gleichen Beitrag weiter schreibt, aber leider hatten Sie auf meine letzte Antwort nicht mehr reagiert und so schreib ich vorsichtshalber einen neuen Beitrag ;-)

Ich war diejenige, die der Meinung war, die Mirena gut zu vertragen, und nach langem Querlesen, durchstöbern im Internet und auch der Lektüre einschlägiger Bücher bin ich GANZ ANDERER Meinung!!!!!!!!

Wir konnte ich nur so doof sein, und meinen, dass meine Beschwerden, ob es nun Herzrasen, Ängste, Gewichtszunahme, verstopfte Nase, nachlassende Lust auf Sex und vieles mehr.......NICHT mit der HS zu tun haben könnten??

Ich hab mich immer auf meine Frauenärztin verlassen, war so vermessen, da ich selbst in der Medizin arbeite, zu glauben, ich wüsste alles (wie blöd!!) und habe alle Frauen, die von der Mirena negativ berichteten, für überreagierend gehalten. Ich möchte mich im Nachhinein dafür entschuldigen, obwohl ich ja niemals jemanden persönlich damit angesprochen hatte, aber ich war ja wie vernagelt.

Ich kam erst der ganzen Sache näher, als ich merkte, dass eine Angsttherapie, die ich seit drei Jahren mache, nie den ganz erwünschten Erfolg hatte......und ich tue wirklich so ziemlich alles, was man tun sollte, um Erfolg zu haben. Nun stand ich kurz davor, ein Antidepressivum einzunehmen..........ABER JETZT LASS ICH MIR ERSTMAL DIE MIRENA ZIEHEN!!

Ich weiß, dass meine Gynäkologin mich nicht ernst nehmen wird, aber das ist mir völlig wurscht. Selbst der Bluthochdruck, den ich dann haben werde, wenn ich mich darüber aufrege *lach*, wird von der Mirena sein, denn das kenne ich alles an mir von früher nicht.

Meine Angsterkrankung begann in der zweiten Schwangerschaft, und selbst das seh ich jetzt mit hormonell gefärbtem Blick!!! Und was hab ich alles probiert.......vielleicht hätte ich erstmal meine Hormone wieder einrichten lassen müssen.....welch wertvolle Lebenszeit ist mir verloren gegangen....und nur dank Ihrer intensiven und wertvollen Arbeit hier bin ich auf dem richtigen Weg gelandet.

Nun noch meine Frage, lieber Dr. Dossler: Wie gehts danach weiter?? Kann ich im Anschluss mein Klimadynon weiternehmen, und muss man - oder besser kann man- zum Ausgleich noch Agnucaston nehmen?? Ich möchte jetzt nichts falsch machen, aber ich weiß, dass meine Gyn. da sicherlich sehr komisch reagieren wird. Nur leider sind wir hier im ländlichen Bereich und haben nicht sehr viele gute Gynäkologen hier ansässig. Und bisher war ich auch immer sehr zufrieden mit ihr, weil sie z.B. bei der Krebsvorsorge immer sehr intensive Untersuchungen macht und ich sie auch privat kenne.

Nun, wie dem auch sei, ich hab ja jetzt SIE hier - wie viele andere auch- und kann mich bestimmt an Sie wenden, wenn noch Fragen auftauchen.

Ich werde mir gleich am Montag einen Termin ausmachen, und ohne wenn und aber die HS entfernen lassen.

Aber wie verhüte ich dann?? ICh bin 46 Jahre, und es kommen mir bestimmt keinerlei Hormone zur Verhütung mehr an mich ran - ach Du liebe Zeit.......ich könnte wirklich heulen, ICH , die immer die Pille eben gerade wegen der NW schärfstens abgelehnt habe, nie irgendwelche Medikamente nimmt, wenn es nicht unbedingt sein muss ........lass mir so ein Ding einbauen und denk auch noch , meine Beschwerden kommen von selbst aus mir heraus. Was hab ich meinem Körper bloß angetan???

Ich wünsch Ihnen ein schönes Wochenende und freu mich auf Ihre Antwort.

Ihre K.E.

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11.03.2007, 09:59 Uhr
Antwort

Hallo K.E
einen so langen Brief soll ich übersehen haben?
Um Gottes willen!
.....
Jetzt ist aber das Problem groß, wenn Sie das Hormonsystem MIRENA entfernen lassen - es ist möglich, dass sich Ihre Eierstöcke nicht mehr normalisieren, sondern so weit gealtert sind (denn dieser Vorgang wird nicht unterbrochen durch die Pille oder HET), dass Sie tatsächlich in die Wechseljahre übergegangen sind.
Wichtig ist jetzt nach der Entfernung der Spirale die hormonelle Überwachung Ihres Zyklus, meines Erachtens unbedingt auich durch Hormonanalysen.
Empfängnisverhütung ist dennoch vorerst nötig und ein Kondom ist sehr sicher, v.a in den WJ, wo ein Eisprung eher selten ist und Kondome seltener platzen, als immer angegeben wird.
Ihrer FÄ sollten Sie, gerade wenn Sie sich persönlich kennen, unbedingt den Link zur Hormonspirale im Internet mitteilen und ihr raten, sich die zahlreichen Briefe durchzulesen.
Nebenwirkungen dieser Methode abzulehnen zeugt von ziemlicher Ignoranz.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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12.03.2007, 07:54 Uhr
Antwort

Hallo Dr. Dossler,

na, jetzt machen Sie mir aber Angst. Ich war ja letzten Herbst zuletzt bei der FÄ, und da meinte sie per Ultraschall, dass beide Eierstöcke normal arbeiten würden und ich eben erst einen Eisprung gehabt hätte. Außerdem hatte man mir ja in unserer Praxis selbst einen Hormontest gemacht und lt. diesem wäre ALLES NORMAL . Dazu muss ich allerdings sagen, dass mich unser Arzt ( ein Kollege meines Ex-Mannes) nicht mal gefragt hat, ob ich eine Mirena trage.
Ich werde mich heute um die Werte von damals kümmern, wenn sie überhaupt noch relevant sind??

Ich habe jetzt vor zwei Tagen wieder mit Klimadynon angefangen, denn es macht mir Angst, was ich in dem Hormonspiraleforum lese, nämlich, dass viele Frauen nach dem Entfernen noch mehr Beschwerden haben als vorher. Außerdem werde ich mal eine Temperaturkurve führen, was halten Sie davon? Allerdings weiß ich natürlich nicht, an welchem Punkt während des Zyklus ich anfange, denn eine Blutung hab ich ja nicht mehr. Jedoch merke ich schon an mir zyklische Veränderungen, z.B. Brustspannen in einer Hälfte des Zyklus, vermehrt Pickel u.s.w. ( eigentlich wie VOR Mirena)

Halten Sie es für sinnvoll, eine Hormonanalyse via Speicheltest zu machen? Es gibt ja dieses Buch von Frau Buchner, da wird es mehr als ein Bluttest empfohlen....ich hab übrigens einen Beratungstermin bei dieser Frau Buchner, die mir sehr kompetent scheint, was Hormone und alles was damit zu tun hat, angeht. Ich fühle mich von meiner FÄ nicht mehr richtig versorgt, denn sie hat mir NICHTS, aber auch GAR NICHTS von irgendwelchen negativen Folgen der Mirena erzählt. Aber ich darf mich ja sicherlich wieder an Sie wenden, ja??

So, jetzt werd ich erstmal in der Praxis anrufen, um mir einen TErmin für das Ziehen der Mirena holen.......und dann sehen wir weiter!!

Vielen Dank für Alles, lieber Dr. Dossler, ich bin echt froh, Sie hier gefunden zu haben und hab Sie auch schon mehrfach weiter empfohlen........

lg Gruß
K.E.

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12.03.2007, 08:04 Uhr
Antwort

Lieber Dr. Dossler,

...............ich muss leider noch eine Frage anfügen:

Ich blicke wirklich nicht ganz durch (;-)) ) was denn nun eigentlich mit der Mirena passiert.

Hat man nun durch das Gestagen auf der Spirale einen Progesteron-Überschuss und demzufolge einen Östrogenmangel oder verhält es sich genau umgekehrt?? Mich verwirrt es immer mehr, je mehr ich darüber lese. Denn ich habe auch immer wieder Brustschmerzen, die doch anscheinend mit Progesteron behandelt werden?? Wie kann das aber sein, wenn man ein zuviel an Progesteron hat? Dann würde man doch gerade das verkehrte machen??
Diese Brustschmerzen habe ich übrigens immer nur in einer Zyklushälfte...danach oftmals eine Mini-Mini-Schmierblutung und mit diese sind auch dann die Beschwerden in der Brust wieder weg. VOn daher hoffe ich doch, dass das alles noch Anzeichen FÜR einen Eisprung sind, oder??

Lg K.E,

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12.03.2007, 09:32 Uhr
Antwort

Hallo K.E.,
was heißt Angstmachen -mit 46 können die WJ durchaus normal beginnen. Ich meine, es wäre möglich, dass die Eierstöcke ihre Funktion auch nicht mehr aufnehmen können (oder müssen) aufgrund des biologischen Lebensalters.
Die Hormonwerte unter MIRENA interessieren mich wirklich.
Da Mirena komplett Ovulationshemmend wirkt, dürften tatsäcghlich FSH und LH-Werte normal sein. Auch der Östrogenwert kann durchaus normal erscheinen - jedenfalls wird dies vom Hersteller so angegeben. Ich selber habe -möglicherweise aufgrund der Negativauswahl der vielen Mirena-Problem-Fälle, die sich in meiner Praxis eingefunden haben zwecks Hormonbestimmung und adäquater Weiterhilfe, nur eine einzige Patientin erlebt mit normalem Hormonstatus unter Mirena. Bei allen anderen waren die Östrogenwerte deutlich, zum Teil auf fast menopausale Werte, abgesunken.
Zum Speicheltest habe ich mehrfach geschrieben.
Grndsätzlich ist er eine Privatleistung - eine Blutuntersuchung ist es nur dann, wenn sie ausschließlich auf Wunsch des Patienten durchgeführt wird und der Arzt keine Notwendigkeit dafür sieht (was schon sehr problematisch ist!!!).
Ich fand zu große Differenzen zwischen diesem Speicheltest und den Blutergebnissen, so dass ich auf den Speicheltest diagnostisch bis zum Ende meiner Praxiszeit weiterhin verzichtet habe.
Kritisch: jeder Arzt tut sich leicht damit, Leistungen zu empfehlen, auch in Büchern, die den Patienten Geld kosten - siehe Mirena.
Dies ist nicht mein Stil.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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12.03.2007, 09:41 Uhr
Antwort

Hallo K.E.
ich glaube, ich habe die Nachtragsfrage schon beantwortet.
Mirena enthält ausschließlich PROGESTERON, und zwar ein sehr potentes Progesteron = LEVONORGESTREL (das ist ein Nor-testosteron-Derivat). Dieses Dauerprogesteron schaltet die Eierstocksfunktion = Eisprung und Gelbkörperhormonphase, wenigstens in den Fällen, die ich kenne, trotz gegenteiliger Behauptung der Firma = keine Ovulationshemmung, doch oft komplett aus.
Und nur bei diesen Frauen, bei denen das Levonorgestrel diesen (an sich ja nicht vorgesehehen) Effekt hat, treten massive Östrogenmangelprobleme auf.
Progesteron-Dominanz wäre der richtige Ausdruck für diesen 5-Jahre-Dauerzustand.
Ob Sie also einen Eisprung haben oder nicht, müßte wirklich die Hormonanalyse beweisen können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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12.03.2007, 10:36 Uhr
Antwort

Vielen Dank Dr. Dossler, ich werde mich noch heute um die Werte bemühen und mich unter diesem Thread dann wieder melden.

Bis dahin lieber Gruß
K.E.

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12.03.2007, 11:32 Uhr
Antwort

Hallo Dr. Dossler,

habe jetzt die Werte, schreibe die Normwerte des Labors in Klammer ( ich denke, es hat ja jedes Labor so seine eigenen Normwerte, oder?). Die Auswertung ist vom 24.8.06!

Prolaktin: 10,7 ( 5-20)
FSH: 9,2 ( 5-10)
LH: 8,7 (3-15)
Östradiol 33,0 (20-250)
GEsamt-Testost. 0,27 ( < 0,4)
DHEA-S: 179,0 ( 30-300)
Androstendion: 1,2 ( < 2,7)
SHBG: 43,3 ( 18-114) Was ist das bitte??
TSH: 0,50 ( 0,35-4,94)
freies T3: 2,8 ( 1,7-3,71)
freies T4: 1,16 ( 0,7-1,49)
AntiTPO-AK: <10 (<35)
TRAK: 6,7 ( 0-9)

So, da bekam ich die Auskunft, dass ALLE Werte passen würden und ich NICHT in den Wechseljahren sei........wenn ich mir aber das Östradiol anschaue, denke ich , schliddere ich schon scharf drauf zu , oder? Bzw. die Spirale hat ihre Aufgabe heftig erfüllt.....jetzt ist mir auch klar, warum es mir dann mit Klimadynon schnell besser ging.

Nun, wie die Werte jetzt sind, weiß ich ja nicht, aber mein Termin zum Entfernen der Spirale steht.....in zwei Wochen kommt sie raus. Und dann werden wir ja sehen, ob wir diesen ansonsten fitten sportlichen Körper nochmal richtig in Gang bringen *lach*

Freue mich auf Ihre Stellungnahme zu den Laborwerten:

lg Karin

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12.03.2007, 13:25 Uhr
Antwort

Hallo Karin,
das sind die Hormonwerte, wie ich sie erwartet habe:
Ihr Östrogenwert ist in der Tat niedrig-normal bei normalen FSH und LH-Werten. Meines Erachtens zu niedrig - solche Werte sind während der Menstruation zu erwarten, sonst nicht.
Wechseljahre sinds deswegen nicht, weil ja nach wie vor auch noch das Hormon der Mirena in Ihrem Körper rumfuchtelt und Ihre Eigenreaktion ausbremst.
Dennoch ist der Östrogenmangel bereits wechseljahre-ähnlich. Und wenn Sie jetzt den von mir geprägten Begriff der Progesteron-Dominanz unter MIRENA nehmen und sich vorstellen, dass Sie ständig ausschließlich ein hochpotentes Progesteron zugeführt bekommen bei diesen niedrigen Östrogenwerten und sich über die möglichen Nebenwirkungen dieses Mirena-Hormons informieren, dann können Sie sich eine Menge an Problemen bereits selber erklären.
Das SHBG ist das sog. Sexual-Hormon-bildende Globulin und stammt aus der Leber. Wichtig, das mitzubestimmen, weil manche Leberprobleme (oder Medikamente) das SHBG so stark erniedrigen, dass die hormone nicht mehr an das Globulin genügend gebunden werden können, was wiederum ganz andere Probleme schafft.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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12.03.2007, 13:39 Uhr
Antwort

Ach Sie sind ein Goldstück, weil Sie so schnell antworten ;-))

Wie soll ich mich denn nun verhalten nach der Entfernung? Ist es richtig, dass ich jetzt schon angefangen habe, das Klimadynon einzunehmen?? Soll ich - und falls ja wann- eine erneute Hormonanalyse machen lassen, wenn die Mirena draußen ist??

Ich bin so froh, dass offensichtlich doch die HS an vielen ( sicher nicht an allen) meiner Beschwerden Schuld sein könnte und habe jetzt die berechtigte Hoffnung, dass es mir bald besser geht......vor allem, wenn man bedenkt, dass ich noch vor drei Wochen der Meinung war, ich würde sie gut vertragen und meine Beschwerden kommen von ganz woanders her.......na sauber!!!

Vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit hier......

lg Karin

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