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bonasanit und Zyklus

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

10.01.2008 | 12:44 Uhr

Lieber Dr. Dossler, ich hatte meine alten Briefe gesucht, aber leider nicht gefunden...Vor ungefähr drei Monaten hatten sie mir wegen starkem PMS die Einnahme von Bonasanit empfohlen und ausserdem, dass ich mit auf Prolaktin testen lasse.

Erstmal hier die Aussagen meiner Ärztin dazu: sie findet den Prolaktin-Test sinnlos, da ich ja nicht stille, und sonst hätte Frau eigentlich kein Prolaktin (aus meiner Brust tritt auch keine Milch aus, was für sie schon ein Grund für den Test gewesen wäre). Auch Hormontests wegen Gelbkörperschwäche hielt sie für sinnlos; sie meint, dass ein oder mehrere Tests leider keine Aussage darüber machen würden, welcher Hormonstatus denn für mich gut oder normal wäre, weswegen es ihrer Meinung nichts bringt. Kann ich soweit auch nachvollziehen: es geht ihr nicht darum, dass sie mir die Tests verweigert, sie meint eben nur, dass es keine neuen Erkenntnisse bringen würde....

Soweit habe ich mich mit Bonasanit auch gut gefühlt, auch die Einnahme von Johanniskraut habe ich beibehalten. Ich habe aber nur eine Tablette am Morgen genommen von Bonasanit, vom Eisprung bis zur Periode. Die Gefühlslage scheint sich sehr zu bessern dadurch, Depression und Aggression beschränken sich nun immerhin auf nur 1-3 Tage vor der Mens und sind auch nicht so stark. Ob es nun der Plazeboeffekt ist oder nicht, keine Ahnung- aber ich hatte ja auch schon anderes versucht, das dann nicht half. Soweit also schonmal toll.

Allerdings: meine Zyklen waren nun sein ich das B. nehme sehr unregelmässig: der erste dauerte trotz Hochlage ab Tag 13 dann nur bis Tag 19; der zweite war für mich normal mit 25 Tagen. Der jetztige hat mich am meisten Nerven gekostet, denn er dauerte 36 Tage, das hatte ich noch nie! Panik, vier Schwangerschaftstests, ein Bluttest auf HCG bei der Ärztin und Ultraschall, der ein noch viel verwirrenderes Ergebnis brachte, denn sie meinte, es sehe eher danach aus, als wäre die Schleimhaut erst wenig aufgebaut und ausserdem sehe sie ein Eibläschen, das wohl die nächsten Tage erst springen werde. Und das nach 15 Tagen Hochlage, das hat sie auch nicht verstanden! Sie befürchtete schon eine Eileiterschwangerschaft. Aber zwei Tage später kam meine Periode. Was soll ich mir nun dabei denken, und was wurde wohl aus diesem vermeintlich bald springenden Ei?? Denn einen zweiten Ultraschall wollte sie nun nicht mehr machen, da ja meine Periode da ist...

Kann das Bonasanit denn eine Wirkung auf den Zyklus und seine Regelmässigkeit haben, oder war das jetzt nur Zufall, was meinen sie zu dieser Geschichte? Lg Melanie

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10.01.2008, 05:34 Uhr
Antwort

Hallo Melanie,
sorry, aber das was ihnen Ihre FÄ da erzählt hat, glaubt sie wohl selber nicht. Wir leben doch nicht in der zentralen Mongolei, wo Märchenerzähler das höchste Ansehen genießen.
Vielleicht wird demnächst die Diagnostik mittels Würfeln oder einem Zufallsgenerator gemacht.
Es geht doch darum, ein PMS abzuklären, das verbunden ist mit einer Zyklusstörung.
Es wäre ja für alle schön, wenn die Ergebnisse supertoll ausfallen würden, aber ohne Tests kann ich das nicht vorhersagen.
Die Aussage:dass ein oder mehrere Tests leider keine Aussage darüber machen würden, welcher Hormonstatus denn für mich gut oder normal wäre, weswegen es ihrer Meinung nichts bringt ist einfach ignorant!
Schon Ihre Beschreibung des abgelaufenen 36 Tage-Zyklus wäre Veranlassung, Sie hormonell durchzuchecken.
Was soll ich Ihnen jetzt noch sagen?
Gibt es keinen anderen Arzt in Ihrer Stadt, der sie ein bisschen ernst nimmt?
Mit freunlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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11.01.2008, 01:45 Uhr
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Lieber Dr. Dossler- anscheinend ist es hier schwierig, an Hormontests zu kommen....sie könnten aber auch einfach mal spekulieren, was sie sonst von der Geschichte halten? Und dem eventuellen Zusammenhang mit Bonasanit?

Ich fühle mich eigentlich gut, nur die Unregelmässigkeiten sind blöd, vor allem, da sie ja auch das NFP etwas unsicherer machen.

lg Melanie

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11.01.2008, 09:40 Uhr
Antwort

Liebe Melanie,
Spekulationen liegen mir so wenig wie die Art und Weise, in der sich Ihre FÄ geäußert hat.
Vitamin B6 ist in hohen Dosen und bei Dauereinnhame ohne zyklische Pausen toxisch, weshalb ich immer darauf hinweise, Bonasanit nicht höher zu dosieren, als vorgeschrieben, und nicht anders einzunehmen, als vorgeschrieben.
Sie nehmen Bonansanit niedriger dosiert und zyklisch korrekt ein. Damit sind toxische Nebenwirkungen praktisch ausgeschlossen. Nebenwirkungen von Vitamin B6 auf den Zyklus sind mir aus der Literatur und eigener Beobachtung in meiner Praxis nicht bekannt.
Wohl bekannt ist aber der Einfluß von Johanniskraut auf den Zyklus, das Johanniskraut den Cytochrom-Stoffwechsel beeinflusst, über den die weiblichen Sexualhormone abgebaut werden. Johanniskraut ist so stark, dass sogar die Sicherheit einer Antibaby-Pille gefährdet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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11.01.2008, 09:59 Uhr
Antwort

Sehr interessant. Würden Sie mir das mit dem Cytochrom-Stoffwechsel erklären? Aber ich nehme es doch schon länger als drei Monate?
Und wieso weiss das eigentlich kein Arzt ausser Ihnen? Meiner sagt, dass Johanniskraut einen ausgleichenden Effekt auf die Hormonlage hat...lg Melanie

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11.01.2008, 11:53 Uhr
Antwort

Liebe melanie,
die Antwort, die Sie von mir jetzt wünschen, ist zu umfangreich für dieses board.
Ich kann mich also nur beschränkt zu der bitte um Erklärung äußern.
Das Cytochrom P 450-Isoenzymsystem ist ein Enzym mit sehr umfangreichen Einflüssen im Gesamtstoffwechsel.
Alle Hormone und sehr viele Medikamente werden durch dieses Enzym ab- und umgebaut.
Der gesamte Stoffwechsel wird durch zahlreiche unterschiedliche Enzyme vollzogen.
Im Beipackzettel von Johanniskrautpräparaten ist ein Zusammenhang mit dem Abbau von Hormonen beschrieben.
Falls sie wissenschaftliche Infos zu den Wechselwirkungen von Enzymen und Medikamenten wünschen,hier ein link:
www.medizinische-genetik.de
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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11.01.2008, 13:27 Uhr
Antwort

Dankeschön!
Wenn ich jetzt einen Arzt finden würde, der die Hormontests macht, welche sollten denn genau und wann im Zyklus getestet werden? lg Melanie

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13.01.2008, 10:48 Uhr
Antwort

hallo Melanie,
im Zweifelsfall lassen sie sich eine Überweisung von Ihrem Hausarzt zu einem Endokrinologen geben, der wird alle Hormontests machen.
Mit freundlichen Grüßen
ihr
TomDoc

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