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Wieviel Progesteron ist nötig?

Kategorie: Frauenheilkunde » Expertenrat Wechseljahre | Expertenfrage

17.05.2010 | 02:29 Uhr

Hallo Herr Dr. Dossler,

in einem Buch von Dr. John Lee steht, Frauen würden 20-30 mg (oder was anderes? Progesteron benötigen, das wären ca. 2g Creme von der 3%igen .( Ich hoffe das stimmt jetzt alles- ich wollte nicht mehr nachlesen.)

Wieviel Progesteron wird denn normalerweise von den Eierstöcken nach dem Eisprung produziert? Wäre das evtl. ein Richtwert?

In der schwangerschaft steigt das Progesteron um das ja 300fache (korrigieren Sie mich ruhig).
Brauchen Frauen in den WJ mehr Progesteron als in jungen Jahren?
Bisher nehme ich die Creme mit 3%- warum bekommen viele Frauen Utrogest , das doch viel höher dosiert ist?
Woher weiß man, wieviel Progesteron normalerweise der Körper selber herstellt?

Vielen Dank

Honigmelone

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17.05.2010, 05:19 Uhr
Antwort

Hallo Honigmelone,
ich brauche Sie nicht zu korrigieren: Sie recherchieren fleißig und genau.
Wenn Sie also die Ergebnisse Ihrer Recherchen durchblättern, dann sehen Sie einmal, dass auch Dr.Lee nicht starr auf seinen durchschnittlich 30 mg PG beharrt, sondern durchaus sehr individuelle Therapien zulässt, weil die Resorption über die Haut von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein kann und sogar scheinbar deutlich vom Lebensalter abhängt.
Übrigens sind 2 Gramm einer 3%igen Creme 60 mg Progesteron.
Und diese Dosis wenden nach meinem Erfahrungsaustausch hier sehr viele Frauen auch auf Dauer an.
Der statistische Normalwert vom Progesteron im normalen Zyklus hängt sehr vom Zykluszeitpunkt ab. Und auch da werden sehr deutlich individuelle und trotzdem völlig normale Werte gemessen (Normwerte für die Gelbkörperphase = 3,0-25,0 µg/l).
Auch der so oft zitierte Dr.Lee sagte in seinen Vorträgen immer wieder, dass Frauen sich bei der PG-Therapie nach den Symptomen richten sollten und mit dem Frauen eigenen Fingerspitzengefühl sozusagen die beste Dosis für sich selbst rausfinden müssen.
Vielleicht gäbe es ideale Richtwerte, wenn alle Frauen gleich wären, in gleichen Lebensumständen lebten, alle die gleichen Ehemänner hätten, die gleiche Kinderzahl und denselben Frisör ;-)
Ist nicht das das Faszinierende am Leben, dass wir zwar alle gleich, aber nicht die Selben sind?
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
TomDoc

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17.05.2010, 07:28 Uhr
Antwort

Hallo Herr Dr. Dossler,

es ist schon gut so, dass wir alle verschieden sind. Gott sei Dank.

Eine Frage bleibt aber noch. Utrogest ist dann doch erst dann angezeigt , wenn eine Frau mit z.B. 2g Creme nicht auskommt.
Aber dann könnte sie doch ebenso einfach mehr Creme nehmen und käme ebenso auf 100mg Progesteron wie bei Utrogest.

Das ist für mich immer noch leicht unverständlich. Ich dachte- und denke- die transdermale Anwendung ist wohl am Besten- Utrogest sollte dann wohl auch wenn überhaupt in die Scheide eingeführt werden??


Sie sehen , ich befasse mich sehr stark mit diesem Thema- nicht nur wegen mir, sondern auch wegen meiner zahlreichen Freundinnen und Bekannten die immer mal wieder mit Fragen auf mich zu kommen.

Liebe Grüße
Honigmelone

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19.05.2010, 10:34 Uhr
Antwort

Hallo,
schauen Sie doch ruhig ein wenig mehr über den Tellerrand und versuchen zu verstehen, wie weit die Verschiedenheit von uns Menschen gehen kann:
ob und wieviel PG- oder Östradiol-Creme über die Haut resorbiert wird, ist nicht vorherzusagen, da es auch hier enorme individuelle Unterschiede gibt.
Ich habe z.B. selbst in meiner Praxis erlebt, dass manche Frauen unter den verschiedensten transdermalen ÖSTROGEN-Therapien überhaupt keine nachweisbaren Veränderungen des Östrogenspiegels erzielen konnten.
PG-Creme war mir zu Praxiszeiten noch bis vor etwa 5 Jahren selber unbekannt, sodass ich darüber keine eigenen Testergebnisse vorliegen habe; dennoch dürfte das Problem der höchst individuellen Resorptionsrate identisch sein.
...
Zwischen UTROGEST oral und vaginal (oder rektal) gibt es auch wesentliche Unterschiede - und das nicht nur, weil UTROGEST vaginal höhere PG-Spiegel erzeugt wegen der Umgehung der Leber und des sog. first-pass-Effektes (Infos dazu finden Sie auf meiner Webseite), sondern auch ,weil UTROGEST oral eingenommen und gerade wegen des first-pass-Effektes und der Metabolisierung in der Leber einen wesentlich stärkeren Effekt z.B. auf die typischen Gelbkörperhormonmangel-bedingten Durchschlafstörungen.
...
Warum raten Sie Ihren zahlreichen Freundinnen und Bekannten eigentlich nicht, ihre Fragen hier selber zu stellen?
Das wäre doch viel einfacher für alle Beteiligten.
Ihr
TomDoc

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